Google Nexus S:
Gingerbread mit 16GB Speicher

Google kündigt das Nexus 2 – pardon: Das “Nexus S” an. Noch ein Google-gebrandetes Mobiltelefon, diesmal kommt’s von Samsung. Und es bringt Gingerbread – Android 2.3

Suchmaschinengigant Google erklärt, worum’s geht: Das Samsung-Smartphone Nexus S ist das zweite Smartphone, das Google bei einem Hardware-Hersteller in Auftrag gegeben hat, um die “reine Google-Erfahrung” (Pure Google) erfahrbar zu machen.

Das Smartphone kommt mit dem neuen Betriebssystem Gingerbread (Android 2.3), mit 4-Zoll-Bildschirm, 16 GB internem Speicher und NFC-Empfangsmöglichkeit, Front- und Rückseitenkamera und integrierter SIP-Telefonie:

Das Samsung-Smartphone wird ab 16. Dezember ohne Simlock verkauft werden und soll die volle Leistung von Android demonstrieren. Das war schon der Hauptzweck des Nexus One , von dem ich immer angenommen hatte, dass sein Zweck nicht im Einstieg von Google in den Smartphone-Markt bestand, sondern darin, die Hardware-Hersteller zu zwingen, den 1GHz-Snapdragon-Prozessor und auch sonst die schnellste Hardware zu verbauen, die es gibt.

Das Samsung Nexus S bringt neben dem ansehnlichen Speicherplatz einen Cortex A8 Hummingbird-1GHz-Prozessor, der mit dem neuen Betriebssystem zusammen rasend schnell sein soll. Der Kolibri (Hummingbird) hat eine integrierte GPU, die angeblich Grafikanwendungen dreimal schneller macht als beispielsweise der Snapdragon. Der Vergleich von Quake auf einem HTC Desire mit dem Snapdragon und einem Samsung Video macht das deutlich:

Das Nexus S hat ausserdem die Fähigkeit, per Near Field Communication (nicht zu verwechseln mit RFID) zu kommunizieren, was eine Art Bluetooth-Datenübertragung ohne vorangehende Paarung der Geräte sein, aber auch für Zahlungsverkehr, Zutrittskontrollen und das Auslesen von Informationstags genutzt werden kann.

Mich persönlich freut die Ankündigung der SIP-Funktionalität in Gingerbread am meisten. Bisher nutze ich zwar für meine beiden Internet-Telefonanschlüsse die durchaus hervorragende SipDroid-Opensource-Software. Aber schon beim Wifi-Hotspot, den Google in die Version 2.2 von Android eingebaut hat, zeigte sich in gewissen Details eine Überlegenheit gegenüber den Freeware-Versionen für gerootete Android-Smartphones.

Wie viel besser die neue Version ist und was man mit der Frontkamera anfangen kann, wie es mit der Nutzbarkeit des internen Speichers und natürlich mit dem Tempo von Gingerbread auf “alten” Nexus-Telefonen verhält, darüber werde ich hoffentlich bald berichten können. Gemäss den ersten Berichten aus Developer-Kreisen ist Android 2.3 Gingerbread vor allem auf Performance getrimmt, spart Strom, indem es Hintergrund-Applikationen schliesst, wenn Sie nicht mehr benötigt werden, und generelle schneller. An der Benutzeroberfläche soll vor allem das virtuelle Keyboard verbessert worden sein. Neue Tastenform, neue Auswahlmöglichkeiten und Verbesserung der Korrektur von getippten Inhalten sollen die Nutzung angenehmer machen.

Hardwaremässig trumpft das Nexus S mit einem neuen Schlagwort namens “Contour”-Bildschirm auf, einem gekrümmten 480×800-Super-AMOLED, das 75% weniger spiegeln soll als andere Smartphones – wovon auch immer hier die Rede ist. Die rückseitige Kamera leistet 5 Megapixel Auflösung, die frontseitige bietet VGA und Webvideo. Neben den üblichen Telefonie- und Datenverbindungen – Quad-band GSM: 850, 900, 1800, 1900; Tri-band HSPA: 900, 2100, 1700 und HSDPA (7.2Mbps) HSUPA bringt das Nexus S Wi-Fi 802.11 n/b/g und wie gesagt NFC, ausserdem erfreulicherweise einmal mehr den inzwischen als Standard geltenden MicroUSB-Stecker. Fehlt eigentlich nur die USB-Host-Fähigkeit, die beispielsweise das Nokia N8 hat. Der Akku im schlanken Gehäuse allerdings ist mit 1500 mA wohl noch immer ein kandidat für mindestens einmaliges Aufladen pro Gebrauchstag. Aber vielleicht ist der Hummingbird ja sparsamer als der Snapdragon.

Mehr zum Google Nexus S auf der Microsite.

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7 Kommentare

  1. oro
    schrieb am 6. Dezember 2010 um 21:27 Uhr (#)

    Ich denke mal, dass das Nexus S kein Renner wird. Bei Samsung hilft nach meiner Meinung auch keine Google-Brandmark. Sorry.

    1. SCORPiON
      schrieb am 6. Dezember 2010 um 21:57 Uhr (#)

      Hm? Gerade Samsung ist nebst Apple an der Spitze der Smartphone-Herstellung. Gerade die Produkte “Galaxy” und “Star” waren und sind der Verkaufshit in Sachen Preis/Leistung.
      Und sich mit Smamsung den AMOLED-Hersteller ins Haus zu holen, ist gut durchdacht. Wegen Engpässen musste HTC den Vertrieb dank Lieferschwierigkeiten seitens Samsung einstellen, und ihre Produktreihen (wie das “Desire”) mit “normalen” Displays ausstatten.

      Aber lassen wir doch die Spekulationen und warten ab, was die Zukunft nun bringt. Jegliche Konkurrenz zum iPhone ist mehr als nur willkommen.

      mfg SCORPiON

  2. Das Wort
    schrieb am 7. Dezember 2010 um 00:58 Uhr (#)

    Developerphone for the Win!!!

    Und Apple stellt gar nichts her!

    Und Samsung lässt sich die Touchtechnologie teuer zukommen lassen von Apple, welche aufgrund des KOMISCHEN Patentsystems in USA das Patent drauf hat.

    Und allseits bekannt ist ja sicher das Samyung bei TV und wo auch immer die besten Bildschirme herstellt.

    Deshalb haben wir auch nen Sony Fernseher weil Samsung-Screen!

  3. Alex
    schrieb am 7. Dezember 2010 um 09:25 Uhr (#)

    Ich bin nicht froh über diese Konstellation, HTC wäre mir da deutlich lieber gewesen. Samsung hat seinen Android-Ruf völlig verspielt, als sie es nicht schafften (bzw. wollten?), dem damaligen Flaggschiff Galaxy I7500 ein Update auf Android 1.6 zu spendieren. Viele viele User hatten das Galaxy wegen der damals guten und zukunftsträchtigen Ausstattung gekauft und wurden von Samsung bitterböse enttäuscht und im Stich gelassen! Deshalb erst mal: nie wieder Samsung-Phones!

    Alex

    1. Josh
      schrieb am 7. Dezember 2010 um 19:23 Uhr (#)

      ich hätte htc auch besser gefunden bin kein großer samsung fan htc überzeugt bei verarbeitung einfach mehr aber wer weiß wenn der name google drunter steht…

  4. Marc
    schrieb am 7. Dezember 2010 um 15:24 Uhr (#)

    Kommende Updates würden von Google direkt kommen somit hätte Samsung, wenn überhaupt, nur ein sehr geringes Mitspracherecht es ist ja in erster Linie ein Google-Phone oder irre ich mich da?

  5. Piper
    schrieb am 7. Dezember 2010 um 15:25 Uhr (#)

    In der Fragmentierung sehe ich das zentrale Problem von Android. Ich bin gespannt, inwiefern Gerätehersteller und Mobilfunkbetreiber alle umfassenden Neuerungen von Gingerbread ausliefern werden. Oder wie Alex gesagt hat, dass Geräte von den Herstellern einfach nicht mehr unterstützt werden (gibt’s allerdings auch beim iPhone, leidgeplagte Early-Adopters des iPhone 2G…). So hat es Sony tatsächlich erst heute geschafft, für das XPeria X10 Froyo, also Android 2.2 (sic!), auszuliefern…

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