Dateiformat WWF:
Aus PDF kann auch WWF werden

Der WWF versucht mit der .wwf Datei ein Format zu etablieren, das man nicht ausdrucken kann und Papier sparen hilft.

Die Erfolgsstory von PDF ist ein Klassiker und jeder, der ein Dokument heute verschickt, kann sich sicher sein, dass der Empfänger .pdf öffnen, das originale Layout sehen und es ausdrucken kann. Seit Mitte 2008 ist PDF ein ISO-Standard und frei von Lizenzgebühren. Doch der World Wide Fund For Nature (WWF) sieht in diesem Dateiformat ein Problem: Zuviele Dokumente werden nach ihrer Ansicht unnötig ausgedruckt – und jeder Ausdruck ist zum Teil verantwortlich für einen abgeholzten Baum. Diese Organisation setzt sich «für den Schutz der biologischen Vielfalt und der natürlichen Umwelt ein», ein abgeholzter Baum steht dem entgegen.

Deshalb entwickelte der WWF ein neues proprietäres Format, das dem verschwenderischen Papierausdruck ein Ende setzt. Mit .wwf-Dateien ist zukünftiges Ausdrucken unmöglich. Jedes PDf läßt sich über die WWF Software in das ewig digitale Format konvertieren. Und da man auch bei Office-Dokumenten in Versuchung geraten kann, sollte man diese Formate auch gleich in .wwf Dateien verwandeln. Die Dateiverknüpfung muss man nachträglich ändern, den das wwf-Format soll von jedem aktuellen PDF-Reader geöffnet werden können.

Erstaunlicherweise ist das erste unterstützte Betriebssystem nicht etwa Windows, sondern Mac OSX (10.4 oder höher) von Apple. Honni soit qui mal’y pense – ein Schelm sei, wer Böses dabei denkt. Liegt es daran, dass Sie besonders ökologisch denken? Oder daran, dass sie die meisten Early Adopters stellen? Oder weil sie «geschlossene Biosphären» lieben? Oder sind sie einfach nur schnell beeinflussbar? Es könnte aber auch sein, dass unter Mac die Programmierung einfacher war und damit auch gleich Linux-Nutzer abgehakt waren. Nach der Installation jedenfalls maskiert sich die Software als neuer Drucker, ein Abspeichern erfolgt dann durch «Ausdrucken» der Datei im .wwf-Format. Eine Software für Windows soll in nächster Zeit folgen.

WWF-Format

WWF-Format

Das ist meines Wissens nach, der erste aktive Vorstoß einer Umweltschutz-Organisation in die Welt der Computersoftware, der bisher von drei partizipierenden Firmen honoriert wird – wahrscheinlich weil sie Mac OSX nutzen. Wieso man dafür ein neues Dateiformat erzeugen musste, ist mir nicht klar, immerhin unterstützt das PDF-System auch ein Rechtemanagement zum Unterbinden von Ausdrucken. Als Beispiel läßt sich unter OpenOffice unter der Option Datei -> Exportieren als PDF im Reiter Sicherheit ein Passwort vergeben und danach das Drucken verbieten.

Die Idee selbst ist sicherlich gut, auch wenn man dafür erstmal einen ressourcenaufwendigen Ebook-Reader kaufen muss um die Ökobilanz einigermaßen einzuhalten, denn PCs verbrauchen (Öko-)Strom. Da wiederum muss vorher die Dateiendung wieder in .pdf umbenannt werden, es sei denn die Hersteller springen auf den Zug auf. Wie man sieht, ist dieses Format eine Investition in die Zukunft, die vor allem auf die Verbreitung von E-Readern setzt und wohl erst in fünf bis zehn Jahren ihr volles Potential ausschöpfen wird. Vielleicht soll es auch nur ein PR-Gag sein um den WWF ins Gespräch zu bringen. Solange ich auch in Zukunft nicht mit Klopapier geizen muss, stehe ich jedenfalls voll dahinter.

Unter der Internetadresse des WWF ist ab sofort die Software erhätlich und eine kleine FAQ.

 

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3 Kommentare

  1. Also, also… Ich muss da offen gesagt kurz mit dem Kopf schütteln. Das WWF-Format ist eine großartige Idee, eine super Kampagne, eine clevere Idee. Was es nicht ist: Eine Neuentwicklung. Es setzt einfach auf einem PDF mit Passwortschutz auf. Ob man das dann braucht? Ja, unbedingt! Denn es fokussiert eine nervige Einstellung im PDF-Druck, die viele User gar nicht kennen, auf einen Kampagnengedanken.

    Darum ist das WWF-Format super. Weil es eine gute Kampagne ist, nicht, weil eine Umweltorganisation dadruch zum Software-Anbieter wird. Denn, es ist eben im Prinzip nur ein verschlüsseltes PDF…

  2. Gut gemeint, jedoch den Gedanken nicht verstanden, weswegen digitale Dokumente das Papier nie ersetzen werden können.
    Gedrucktes Material ist einfach übersichtlicher, kann per schnellem Durchblättern durchsucht werden, ist bedeutend besser zu lesen und behält seine Daten.

    Jeder ordnungsliebende Mensch wird sich wider dieser Aktion stellen – so wie auch ich.

    mfg SCORPiON

  3. Ist heute der 1. April? Nein. Gut.

    .wwwf hätten den Vorteil, dass der Empfänger gleich sieht, dass er dieses PDF nicht drucken kann. Sonst ist es eher unpraktisch. Vermutlich kann man es aber in Photoshop oder sowas öffnen und dann als Grafik ausdrucken. ;-)

Ein Pingback

  1. […] neuerdings.com: Der WWF versucht Papier mit einem neuen Dateiformat einzusparen. Aus PDF soll WWF werden – die Dokumente lassen sich damit nicht mehr ausdrucken. […]

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