Samsung Galaxy Tab im Test (4/4):
To buy or not to buy

Die Reaktionen auf das Galaxy Tab von Samsung waren mehr oder weniger durchzogen, die volle Euphorie blieb bisher aus. Was nun? Gehört das Tab unter den Weihnachtsbaum oder nicht?

Galaxy Tab ja oder nein?Im ersten Teil habe ich verschiedene augenfällige Aspekte des Galaxy Tabs von Samsung mit dem unbestrittenen Vorbild von Apple, dem iPad, verglichen, mich aber dann in den letzten beiden Posts auf das Tab alleine konzentriert. Um mich nun an ein Fazit zu wagen, komme ich nicht umher, das Tab mit dem einen oder anderen Konkurrenten zu vergleichen.

Kurz nach den ersten Präsentationen des Samsung Galaxy Tab (Affiliate-Link) ging der eine oder andere freudige und zuversichtliche Aufschrei durchs Web. Endlich war der Konkurrent da, der das iPad das Fürchten lernen sollte. Und schon kurze Zeit später wurde es unweigerlich etwas stiller. Von einer Euphorie kann man in meinen Augen nicht sprechen. Auch im iPad-Lager ist tendenziell wieder etwas Ruhe eingekehrt, im publizistischen Umfeld ist das Thema aber nach wie vor ganz oben auf der Wunschliste und in den Budgets 2011.

Der Frage, welches Tablet das richtige ist, um den Platz unter dem Weihnachtsbaum zu ergattern, geht eine andere Überlegung voraus: Brauche ich tatsächlich ein solches Wunderding, ein weiteres Stromfresserchen? Das mag banal oder überflüssig klingen, ist aber in Zeiten, wo unter anderem das Schlagwort Nachhaltigkeit zunehmend an Bedeutung gewinnt, nicht zu unterschätzen. Denn ein Tab ersetzt beim besten Willen weder ein Mobiltelefon noch einen Laptop – vielmehr wurde es geschaffen, um einen neuen Markt zu kreieren. Ja, ich schweife ab, weit weg von Samsungs Galaxy Tab.

Das Galaxy Tab ist mobiler und handlicher als andere...Wenn ich überzeugt bin, dass ich unbedingt ein Tab brauche, dann stellt sich bereits die nächste Frage: In welchem technologischen Umfeld arbeite und lebe ich? Die bisher verfügbaren Tabs lassen sich nämlich nicht ganz so einfach vergleichen, da sie immer an an eine bestimmte Technologie gekoppelt sind. Für’s Galaxy Tab, das ja bekanntlich auf Android als Betriebssystem aufbaut, sollte ich mich nur entscheiden, wenn ich nichts gegen Google habe (um das Gerät im vollen Umfang zu nutzen, komme ich nicht umher, einen Google-Account zu eröffnen) und ich nicht bereits der Welt von Apple verfallen bin. Wer sich im Umfeld von iTunes, iPod, Mac und iPhone bereits eingerichtet hat und sich dort wohl fühlt, der bleibt wohl besser in diesen Gefilden.

Auch das, und da bin ich mir absolut darüber im Klaren, sind keine grundlegend neuen Erkenntnisse – aber dennoch wichtige Fakten. Denn Grundlage für eine Entscheidung sind in meinen Augen nämlich weniger die technischen Spezifikationen oder der Preis (der sowieso meist viel zu hoch angesetzt ist), sondern eher, wie soll ich sagen, emotionale Aspekte.

Ja, das Galaxy Tab ist deutlich handlicher und mobiler als ein iPad. Es kann viel lässiger oder «salopper» transportiert werden als der grosse Bruder, der schier nach einem Lederetui schreit. Es kommt viel lieber überall hin mit und kann die allermeisten Aufgaben, die ein Tab zu bewältigen hat, mindestens genau so gut lösen. Aber: Dafür lohnt es sich kaum, seine ganze Mediathek, sein ganzes digitales Leben quasi neu zu organisieren und synchronisieren. Apple-Liebhaber bleiben besser in ihrer Welt – für alle anderen dürfte die Versuchung allerdings umso grösser sein.

Erfüllt die meisten Aufgaben eines TabsAlles in allem ist aber auch das Galaxy Tab in erster Linie für all jene geeignet, die unbedingt diesen neuen Trend von Beginn weg mitmachen wollen. Technisch gesehen werden wir wohl in den nächsten Monaten noch einige Veränderungen erwarten. Auch das ganze Inhaltsangebot von Medienhäusern weltweit steckt noch tief in den Entwicklungsabteilungen. Zu ungewiss ist die ganze Geschichte, als dass sich heute bereits eine deutliche Empfehlung abgeben liesse. Wer sich in knapp einem Monat ein Tab unter dem Weihnachtsbaum erhofft, muss mutig genug sein, in einem halben Jahr allenfalls ein ganz anderes Gerät anzuschaffen. Oder zum Geburtstag zu wünschen.

Mag sein, dass sich der eine oder andere Leser ein klareres Fazit gewünscht hätte. Aber ich bin nun mal kein PR-Instrument. Es wäre falsch, zum heutigen Zeitpunkt zu sagen, man müsse sich unbedingt dieses oder jenes Tab anschaffen. Einen solchen Schluss kann ich weder aus dem Test noch aus Rückmeldungen von Freunden und Bekannten aus der Medienbranche ziehen. Samsung Galaxy Tab (Affiliate-Link)

 

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5 Kommentare

  1. Hallo,

    erstmal dankeschön für den ausführlichen Beitrag…
    Wie du selbst schon schreibst sind die meisten Dinge schon gesagt worden.
    Und trotzdem hast du diese prima zusammengefasst.

    Wer sich heute ein Tab kauft; egal welches sollte damit rechnen, sich nächstes Jahr ein neues kaufen zu müssen / wollen / dürfen;-)

    Danke und Gruß Stephan

  2. Ich wüsste nicht, warum ich in einem Jahr ein neues bräuchte, es kann doch alles, was ich mir denken kann. Gut, es dürfte leichter sein, und vllt. würden 7 zoll gesammtgrösse auch reichen, aber, für die nächsten zwei jahre wird es wohl ein begleiter sein.

  3. Mal abwarten. Das Samsung Galaxy Tab ist bestimmt das beste bisher gebaute Android Tab. Ich habe heute bei Pearl ein interessantes Angebot gesehen. Ein Tablet für 169 €. http://www.pearl.de/a-PX8599-1510.shtml

  4. To buy or not to buy,this is the question. But I will buy myself with certainty no more Samsung.

  5. @Eksperte Immer auf die Telefonfunktion achten! Wenn das Tablet keine Telefonfunktion hat, kann es nicht auf den Android Market zugriefen. Und das ist meiner Meinung nach ein KO-Kriterium. Soweit ich das weiss, ist das Galaxy leider im Moment das einzige mit dieser Funktion (und ich werde nie nie damit telefonieren!) ;)

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