entourage eDGe im Test (1/2):
Ein Kurztest mit ersten Eindrücken

Der entourage eDGe erhält einen ersten Kurztest, bevor er sich intensiv im Alltag beweisen muss.

Entourage eDGe

Entourage eDGe

«Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile» urteilte Aristoteles und diese Erkenntnis werden wir im ersten Teil, dem 15-Minuten-Kurztest, auch erlangen. Der entourage eDGe versucht, zwei Lager miteinander zu verbinden: die eReader-Fraktion und die Tablet-Netbooks. Wie gut er das im Alltagsgebrauch schafft, werden wir im zweiten Teil herausfinden. Jetzt geben wir uns ganz der Freude des Auspackens hin.

Entourage eDGe - Auch für Android-Neulinge schnell zu erkunden (Bild: kaiZa)Entourage eDGe - Die üblichen Verdächtigen ohne große Veränderungen (Bild: kaiZa)Entourage eDGe - Kleine, bassarme aber verzerrungsfreie Lautsprecher (Bild: kaiZa)Entourage eDGe - Keine gedruckte Anleitung, man hat ja ein eInk-Display (Bild: kaiZa)
Entourage eDGe - Klarlack: Super für Spurensucher und Fingerabdruck-Fetischisten (Bild: kaiZa)Entourage eDGe - Übersichtliches Menü mit allem Wichtigen  (Bild: kaiZa)Entourage eDGe - Ein Tick mehr Kontrast wäre wünschenswert, aber Geschmackssache (Bild: kaiZa)

Der Packungsinhalt läßt sich bestenfalls mit schlicht beschreiben: Der Edge, ein Netzadapter, ein USB-Kabel – bis auf die Schaumstofffolie alles aus Recycling-Material. Keine störenden Garantie- und Serviceheftchen oder anderer Papierkram, im ersten Moment überraschend, letztlich jedoch logisch: Bücher will man doch auf dem eInk-Display lesen.

Das Design, wie immer Geschmackssache, halte ich für todschick, glattes dunkelblaues Plastikgehäuse mit silberfarbenem Displayrahmen und Scharnier. Dummerweise bedeutet glatt auch Fingerabdrücke und davon findet man reichlich. Für ein Alltagsgerät war das die falsche Entscheidung. Mit einem Gewicht von 1,3 kg muss man es als schwer bezeichnen. Das Gehäuse wirkt robust, gibt nur wenig nach und macht einen stabilen Eindruck. Keine Frage, das ist ein Arbeitstier, das auch was wegstecken kann.

Da es mit einem Netbook konkurrieren will, findet sich ein Teil der gewohnten Portausstattung: zwei USB-Ports, ein microUSB, ein SD-Kartenslot, ein SIM-Kartenschacht (optional), Audio-Ports und Hardwaretasten für Lautstärke und WLAN. Was an der Seite wie ein DVD-Slim-Laufwerk aussieht, entpuppt sich als wechselbarer Flachakku, gut mitgedacht.

Entourage eDGe

Entourage eDGe

Aufgeklappt springt einem die erste Hilfestellung ins Auge, das eInk-Display zeigt mir die Stellen, wo ich einschalte und wo der Stift versteckt ist. Danach ungeduldiges Warten, geschlagene 75 Sekunden braucht der Entourage Edge für den Desktop und weitere 15 Sekunden, um auch das graue Display in Bereitschaft gebracht zu haben. Zeit genug um sich das Innere anzusehen, die unterschiedlich großen, matten Displays (10 Zoll-TFT-Touchscreen und 9,7 Zoll eInk-Penabled) werden von einem erstaunlich breiten Rahmen, gut 32mm, eingefasst. Damit finden auch Wurstfinger ihren Platz, neben den jeweils vier Hardwaretasten pro Seite. Der Trackball leuchtet blau und ermöglicht in manchen Situation erst die Navigation im Menü.

Das Farbdisplay ist in den beiden Hauptachsen recht blickwinkelstabil, zeigt nur geringe Farbverfälschungen und leuchtet hell genug für Sonnenlicht. Damit liegt es über dem Durchschnitt von Netbook-Displays bei gleicher Auflösung. Dem eInk mit 1200 x 825 Pixeln würde ich einen Tick mehr Schwarz gönnen wollen, der Kontrast ist zwar gut, ich suche aber vergeblich nach einem Schieberegler für mehr. Eine Webcam mit Mikrofon fand im Rahmen auch noch Platz.

Entourage eDGe

Entourage eDGe

Dreh- und Angelpunkt ist das kräftige Scharnier in der Mitte. Es erlaubt nahezu jeden Winkel, ohne unter dem Gewicht nachzugeben. So wäre auch eine Netbook-Position denkbar, bei der man eine (beliebige) externe USB-Tastatur anschließt. Im Scharnier war noch genug Raum, um die kleinen Stereolautsprecher zu integrieren. Sie klingen flach und bassarm, verzerren aber nicht.

UMTS, WLAN und Bluetooth sind mit an Bord, so steht es auf dem Papier, doch weder UMTS noch Bluetooth wollten sich zu einer Verbindung bewegen lassen. Das WLAN zeigt ein verblüffendes Bild: Das stärkste Netz in der Umgebung wird nicht erkannt, das schwächste durchaus. Zudem zeigt es eine starke Richtungsabhängigheit, über die Testdauer werde ich das weiter beobachten.

Entourage eDGe

Entourage eDGe

Jede Eingabe wird fast ohne Verzögerung ausgeführt, dank Documents To Go stellen auch Office-Dateien keine Herausforderung dar – vor vier Jahren behauptete Walt Mossberg, Doc2Go sei sogar besser als die Microsoft eigene Lösung für Smartphones, auch das wird sich im Langzeit-Test herausstellen. Doch sobald es zum linken eInk-Display geht, verlangsamt sich das Tempo ungemein. Ob das nur dem Schneckentempo des Bildschirmaufbaus geschuldet ist, kann ich zum jetztigen Zeitpunkt nur vermuten.

Ich möchte das noch einmal betonen: es handelt sich um einen ersten Eindruck des Gerätes, der nicht allumfassend sein kann und dem noch wichtige Aspekte fehlen. Funktionieren Bluetooth und UMTS doch, aber nur auf Umwegen? Wie ist es um die Akkulaufzeit bestellt? Sind 1,3 kg zu viel Gewicht? Rechtfertigt sich der Preis von 600 Euro? Reicht Android für den Arbeitsalltag aus? Kann es gegen Netbooks bestehen? Diese und Eure Fragen werden in ca. einer Woche geklärt. Also ab in die Kommentar-Box und flink die Frage formuliert.

Update: Obwohl SIM-Slot und Menüeinstellung für 3G vorhanden, ist die Testversion ohne Modul. Eine Verbindung zum Netzwerk wäre ein Wunder. Das Bluetooth-Modul unterstützt laut Hersteller nur Headsets, keine anderen Verbindungen.

Die technischen Daten finden sich bei eBook Reader Store, der ihn auch in weiß vorrätig hat.

 

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10 Kommentare

  1. Ich konnte das EDGE einige Tage testen und war zuerst von der Idee angetan. Aber das wars dann schon:
    1) Das Gerät das ich hatte (vielleicht ist es jetzt besser) knarrte beim Auf/Zuklappen wie wild – perfekt für eine Vorlesung ;-)
    2) Bei manchen PDFs (auch wenn ich diese vorher am PC getestet hatte) verweigerte die Markierungs-, Kopier/Ausschneidefunktion vom eBook Teil seinen Dienst.
    3) das Zeugs, das man markiert, kopiert … hatte, dann im Android-Teil wieder zu finden war eine echte Herausforderung (vielleicht hat die Firma da nachgebessert)
    4) Die Kamera ist umsonst, weil Android Skype unterstützt Videochat eh nicht (laut Skype-Seite)
    5) Das Starten dauerte ewig

    Aber wie gesagt, es war eines der ersten Geräte, vielleicht ist softwareseitig nachgebessert worden, ich bin gespannt auf den 2.Teil vom Test

    P.S. Über Design lässt sich eigentlich nicht streiten, aber “billig”, um das Aussehen zu beschreiben, ist ein Hilfsausdruck

    • @4 ) Hardware als überflüssig bezeichnen, weil ein einzelnes programm damit nichts anfangen kann, ist ja wohl der absolute schmuh ;) zb Fring hat Videotelefonie auch auf Android und ist auch im entourage appstore zu finden.

      vg

    • Wo wir mitten im Thema wären, Dein Geschmack sagt dir, es sei billig. Ich empfinde es als wertig, robust und untauglich! Glatt für ein Arbeitsgerät ist Quatsch, aber in Mode.

      1) Keine unangenehmen Geräusche beim Öffnen.

      2+3) Noch kein passendes Dokument gefunden, so viel dazu: Diese Funktion dient nur für die Textsuche, andere Programme können auf dieses Clipboard nicht zugreifen.

      4) Skype ist nicht im entourage Store zufinden. Fring schon, kennt aber nur Google Talk und SIP.

      5) 75 Sekunden um genau zu sein, es gibt aber einen Standby-Modus dafür.

    • Zum Thema “billig”:
      Das Ding sieht einfach billig aus – sorry!
      Es erinnert mich eher an die Lerncomputer von vTech & Fischer-Price ….
      Keine Frage, bis zu einer bestimmten Alters-/Nutzergruppe mag das ja OK sein, aber alles Richtung Uni wird dankend abwinken.
      Denn auch wenn die “Innereien” gut sind (das will ich hier gar nicht diskutieren), wenn das Teil so aussieht, dann wirds bei diesen Nutzern (Uni) sicher nicht einschlagen (und ich meine keine Technik-Studenten, die an dem Ding “rumschrauben” wollen)

      Aber wie gesagt, ich hatte das aller erste Modell in Händen (USA Import) – das war ziemlich unbrauchbar

    • ich halte das design eher für prakmatisch, schön stabil, jeden tag aufs neue in den schulranzen werfem oder was immer die studenten heutzutage haben. dass das ding nicht soooo bekannt ist unter den studenten liegt wohl eher daran, dass sie meisten eher vom macair träumen oder so. also es wirklich nur um die optik geht. und dafür ist das edge wirklich zu hässlich ;)

    • tja, vielleicht sollten sich die edge-macher mal eben anleihe nehmen an studentofinen produkten. dann könnte das u.u. kein ladenhüter werden!
      aber so ….. ich glaube nicht an den erfolg

  2. Es gibt keinen Grund für diesen Preis: zunächst einmal ist Android kostenfrei. Des Weiteren ist keine wirkliche Hardware-Neu- oder -Weiterentwicklung auszumachen. Ein derartiges Gerät (natürlich nicht auf dem jetzigen, veralteten, Stand) ist maximal 80 Euro wert.

    • Naja, 80€ ist ja nicht realistisch. Die reinen Hardwarekomponenten zusammen vielleicht schon, aber hier kommt ja noch die Entwicklungskosten, Vertriebskosten, u.ä. ohne denen es das Gerät nicht gäbe. -> Müsste in Reinform so um die 450€ kosten, wenn nicht sogar mehr.
      Aber vom Design ist das Toshiba Libretto auf jeden Fall schöner.

  3. “wenn das Teil so aussieht, dann wirds bei diesen Nutzern (Uni) sicher nicht einschlagen (und ich meine keine Technik-Studenten, die an dem Ding “rumschrauben” wollen)” du meinst also blender wie z.b. juristen, bwler, literatur”wissenschaftler” und sonstige leute, die mit derlei dingen blenden wollen (wie z.b. manche sich mit kunst umgeben und sich bücherregale vollpfropfen und sonstig peinliche dinge tun).

    • “Naja, 80€ ist ja nicht realistisch.” bei mir hat das vor einigen monaten für’s pocket edge gereicht (inklusive zollgebühren) ;-D sehr zufrieden – kommt aber auf den nutzer an – wer etwas in der art eines “MYFIRSTSONY” will, der ist eigentlich mit android, ios und eigentlich allem falsch bedient.

Ein Pingback

  1. [...] gab viel zu entdecken beim entourage eDGe. Das fing schon mit dem Einschalten an, was nämlich im Kurztest verschwiegen wurde: Ich habe den Einschalter erstmal nicht gefunden. Zwar gibt es auf dem [...]

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