Sony DR-GA500 im Test (2/2):
Feiglinge hört man immer von hinten..
Der Sony DR-GA500 überrascht im durchdacht-funktionalen Design mit klarem Sound.
Klang ist sehr subjektiv, manche drehen den Bass ganz auf, andere hören lieber mit mehr Loudness. Solche Dinge lassen sich mit einem Effektregler einstellen, guter Klang dagegen ist von der Hardware abhängig. Während im ersten Teil das Aussehen und deren Funktion im Vordergrund stand, soll nun geklärt werden, ob man auch Surround-Sound aus dem DR-GA500 herauskitzeln kann.
Der Testparcour sieht wie folgt aus: zwei Tickets für den Kinofilm «The Dark Knight» und die «Sony Home Video Demo Disc 2001», dann eine Runde im CD-Karussel der Harman Kardon Referenz-CD und zu guter Letzt einmal Ego-Shooter mit Voice-Chat.
Es stehen zwei Modi zur Auswahl «Surround» und FPS. Sie unterscheiden sich subjektiv durch den Halleffekt – mehr Hall weniger Ortbarkeit, dafür größere, breitere Klangfläche, deshalb schlägt Sony Surround für Filme vor und wenn man wissen muss aus welcher Richtung der Gegner sich anschleicht schaltet man in den FPS-Modus. Die Effekte lassen die Musik wie aus der Ferne eines größeren Theaters erscheinen, während Stereo direkter klingt. In meinen Augen ist FPS die einzig wahre Option, wenn man Filme oder Spiele genießt oder klassisch in Stereo.
Vorhang auf – Film ab
Auf der Sony Demo Disc fliegen am Anfang Tasten von vorne nach hinten durch die Luft. Dieser Effekt ist für die vpt ein Kinderspiel, klar kann man die Tasten auf sich zu fliegen und hinter sich einschlagen hören. Eine Taube fliegt anschließend nur im hinteren rechten Kanal weg, vpt bildet die Taube hinten rechts ab, sie ist aber schwach auch im hinteren linken Kanal wiederzuerkennen. Im Vergleich dazu, klingt Dolby Virtual Speaker differenzierter (Effektstufe 1), die Geräusche sind dafür etwas schlechter zu orten, über Stereo erlebt man den Surround-Effekt noch schwächer, aber ortbar. In der Kategorie Film ist das Headset passabel, aber richtig Freude kam damit nicht auf.
Übrigens eignet sich der DR-GA210 bzw. DR-GA200 auch sehr gut für andere Surround-Techniken, weil diese ebenfalls basslastiger arbeiten und der ohnehin helle klare Sony-Sound dem entgegen wirkt.
Spiel mir das Lied…
Echo?!
Beim sogenannten Channel-Test zeigt sich die «Spezialität» der Surround-Effekte: Sollte der Sprecher nur Links zu hören sein, hallt es rechts zeitverzögert mit und umgekehrt. Auch Dolby Virtual Speaker und jede andere Virtual-Technik zeigen diese Eigenart, da die künstlich berechnete Latenz für Surroundgefühl sorgen soll. Das erklärt auch den undefiniert breiigen Eindruck, weil beide Kanäle gemischt werden. Bei ohnehin hall-lastigen (Spiel-)Umgebungen wie einem Keller oder Badezimmer schaukeln sich die beiden Echos auf und scheppern. Der «Out-of-Face»-Test spricht in einem 5.1-Aufbau nur die hinteren Lautsprecher an, hier versagen die Surround-Effekte auf voller Linie. Das gilt nicht nur für Sony, sondern auch für jeden anderen Hersteller, der kein echtes Surround-Erlebnis mit mehreren Lautsprechern erzeugt.
Verstecken ist zwecklos
Zum Schluss muss sich das Gaming-Headset in der Demo von «Call of Duty – Modern Warfare» und den älteren Spielen «Splinter Cell» bzw. «Splinter Cell Chaos Theory» beweisen. Hier glänzt das Headset, die FPS-Option verleiht dem Spiel eine neue Dimension des Erlebens und dank der Dynamik-Taste fliegt mir nicht bei jedem Granateneinschlag das Ohr ab, weil die lauten und leisen Töne alle auf ein Niveau gebracht werden. Die Fusstritte die Treppe hinauf klingen erschreckend realistisch und das Maschinengewehr des Panzers kann ich sogar mit geschlossenen Augen hinter mir ausmachen. Im Stereo-Mode würde ich mit etwas Konzentration die Herkunft der Schüsse ebenfalls bestimmen, doch das «FPS» verstärkt den Eindruck und läßt mich intuitiv richtig und schnell reagieren. Hier habe ich sogar das Gefühl, als würden die Dialoge klarer und unwichtige Geräusche in den Hintergrund treten, insgesamt macht das kriegerische Chaos einen akustisch «aufgeräumten» Eindruck.
Die Macher von «Splinter Cell» legten viel Wert auf eine atmosphärische Geräuschkulisse, sehr überzeugend klang zum Beispiel der Springbrunnen in der chinesischen Botschaft. Auch mit geschlossenen Augen konnte ich jederzeit sagen, ob er sich vor oder hinter mir befindet. Dicht an die Wand gepresst waren die Schritte hinter mir eindeutig auszumachen, während die zweite Wache eindeutig «als auf mich zuschreitend» zu bestimmen war. Das ist der taktische Vorteil, auf den wir den ganzen Test gewartet haben.
In «Splinter Cell – Chaos Theory» spielte der DR-GA500 nicht ganz so auf, trotz Dolby Digital. Die Signale schienen zwar gut zu orten, doch generelle Geräusche von hinten waren eher eine Seltenheit, auch wenn ich mit dem Rücken zu ihnen stand. Nach langem Experimentieren fand ich dann die Lösung: Im Vergleich zu den vorderen Kanälen wurden die Surround-Kanäle viel zu leise abgemischt. Hier offenbart sich ein weiterer Minuspunkt: Zwar kann man zwischen zwei Effekten wechseln, doch einen Equalizer oder eine Effektregelung der einzelnen virtuellen Kanäle gibt es nicht, denn es wird ja auch keine Software installiert. Schade, die DSP-Box wäre sicherlich dazu in der Lage und man könnte den Effektlevel den eigenen Bedürfnissen anpassen. Creatives proprietäres Format EAX, dessen Logo viele Spiele ziert, unterstützt der DR-GA500 nicht.
Hört ihr mich?
Fazit:
Der Sony wird seiner Bestimmung gerecht: «For Gaming». In keiner anderen Kategorie brilliert die Kombination aus DR-GA210 und DR-GA500 so sehr, wie im Spielebereich. Im Umkehrschluss reiht sich das Surround-Headset in die Schlange zahlloser anderer Headsets ein, wenn es um Spielfilme geht. In diesem Bereich können virtuelle Lösungen, ganz gleich wie sie sich nennen, nicht die Brillianz und vor allem die Differenzierung zwischen hinten und vorne liefern.
Die Klangwolke, die den Hörer umhüllt, fühlt sich gut an, schafft es aber nicht, einen echten 5.1-Aufbau zu ersetzen. Ich glaube, selbst die Entwickler dieser DSP-Box würden den Unterschied zwischen 7.1, 5.1 und 4.0 bei keiner auf dem Markt befindlichen virtuellen Lösung heraus hören können. Andererseits ermöglicht die «virtual headphones technology» ein intuitiveres Spielen. Liebhaber von ausgeprägtem Bass sollten entweder einen Equalizer zur Hand haben oder ein anderes Headset kaufen. Zwar kann der Sony den Bass brummen lassen, betont aber die Höhen stärker.
Spieler, die Wert auf guten Klang ohne viel Schnickschnack legen, sollten sich den DR-GA500 näher ansehen, er ist sein Geld wert.
Die Produktseite findet ihr bei Sony Deutschland.
Das Sony Gaming-Headset DR-GA500 (Affiliate-Link) ist erhältlich bei Amazon für rund 135 Euro.









































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[...] » Zum zweiten Teil des Tests. [...]
[...] ein 7.1-System vorgaukeln und mir Töne aus den unterschiedlichsten Richtungen liefern können. Der Sony DR-GA500 schaffte es damals schon nicht mit einer externen Box, kann der Gamecom 780 das jetzt besser? Ich [...]