Sony DR-GA500 im Test (1/2):
Hier gibt’s keinen Satz heißer Ohren!

Der Sony DR-GA500 überrascht im durchdacht-funktionalen Design mit klarem Sound.

«Das Leben ohne Musik ist einfach ein Irrtum» stellte Nietzsche fest und ich füge hinzu: «Spiele ohne Geräusche auch». Deshalb wetteifern die Kopfhörer-Hersteller um die Gunst der Käufer, denn ohne geht nicht. Egal ob alleine gegen den Rest der Welt oder im Wettstreit gegen ein anderes Team, der Ton gibt nicht nur die Musik, sondern auch die Richtung des Gegners an.

Dabei muss ein Gaming-Headset drei Kriterien erfüllen: Erstens soll es auch nach mehreren Stunden noch bequem sitzen, zweitens muss jedes noch so leise Geräusch klar verständlich zu hören sein und drittens eine einwandfreie Kommunikation mit dem Team gewährleisten. In diesem Test muss sich das Sony Gaming-Headset DR-GA500 (Affiliate-Link) beweisen, welches unter anderem mit 7.1 virtuellem Surround und Dolby ProLogic IIx-Decoder aufwartet.

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Was auf die Ohren

Die Verpackung ist erstaunlich groß, fast wie ein Schuhkarton. Darin befinden sich die Digital Surround Processor Box (DR-GA500), ein USB-Kabel, ein Multi-Channel-Kabelstrang, der Netzadapter und der Kopfhörer DR-GA210. Den kann ich allerdings nicht einfach aus einer simplen Schaumstoffverpackung holen, sondern muss alle glatten Flächen extra von einer Papierstoffhülle befreien. Ich habe das Gefühl, als müsse ich den Hörer mit Samthandschuhen anfassen, denn außer auf dem Bügel und dem Rahmen hinterlasse ich unweigerlich auf allen glatten Flächen meine Fingerabdrücke.

Das Design ist ohne Frage sehr schick, löst aber nur zwei mögliche Reaktionen aus: «Super-Cool» oder «Lächerlich». Das liegt an den wuchtigen Abmessungen, fast 115mm misst der Durchmesser der Ohrmuschel – obwohl nur ein 40mm Neodymium-Lautpsprecher verbaut ist. Der Grund dafür liegt nicht im Design, sondern im Komfort. Sonys sogenanntes Triple Enfolding Design verteilt die Anpresskraft der Ohrmuschel auf insgesamt vier Polster, was zu einem kleineren Druck führt (Druck ist Kraft pro Fläche).

Und das mit Erfolg: Selbst nach längerer Tragezeit war kein unangehmes Druckgefühl zu verspüren. Die im oberen Bügel eingearbeiteten Polster dagegen sind grenzwertig, die Meisten empfanden sie als äußerst praktisch und bequem, eine Person aber klagte, dass sie «wie Zähne» auf den Kopf drückten und das Headset unangenehm straff sitzen würde. Wie immer empfiehlt sich, das vor Ort auszuprobieren.
Übrigens: Sollte der Kopfhörer, ausgelöst durch einen «Camper», aus Wut zu Boden geschmettert werden, reicht der DR-GA200 vollkommen als Ersatz, der Unterschied liegt nur in der DSP-Box, die fehlt ihm nämlich.

Das einseitig geführte Flachkabel ist links fest verbunden, blöd wenn man mal hängenbleibt, manche Hersteller denken mit und nutzen Klinkenverbindungen dafür. Im Flachkabel sind ein Lautstärkeregler und der Mute-Schalter für das ausklappbare Mikrofon eingearbeitet. Auch hier verwendet Sony glattes Plastik, das sieht wertig aus, wird irgendwann aber verkratzen und häßlich – mir gelang das schon nach zwei Wochen.

Einige Besonderheiten seien hier erwähnt: Die Lautstärkeregelung funktioniert nur in einem Bereich von 100% bis ca. 30%, ganz stummschalten geht nur über die Box. Die Beschriftung der Stumm-Position ist recht verwirrend gelöst, sieht man rot, verstummt das Mikro, gleichzeitig zeigt der Knubbel aber auf «ON».

Trotz der zerbrechlich erscheinenden Satelliten-Polster ist das Headset erstaunlich robust. Zwar wiegt es mit 240 Gramm nicht allzu viel, mitnehmen auf eine LAN-Party würde ich es trotzdem nicht: Die glatten Flächen verkratzen einfach viel zu schnell. Das ist der größte Kritikpunkt am DR-GA210, nach 6 Monaten klingt es sicherlich noch genau so gut, doch die Kratzer werden unvermeidlich kommen.

Schreibtischtäter
Die Digital Surround Processor-Box ist das Kernstück des Aufbaus. Sie sollte in Reichweite liegen, falls man ihre Funktionen ausreizen möchte. Mit 190x30x117mm und ihrem schwarzen Klavierlack-Top macht sie eine gute Figur auf dem Schreibtisch. Sie wird wahlweise über ein fünf Klinkenstecker umfassendes Multi-Channel-Kabel oder aber USB verbunden. Im USB-Modus meldet sie sich als «USB PnP Sound Device» an, Windows XP und höher, sowie Mac OS X ab 10.3 bringen die nötigen Treiber gleich mit. Eine Software wird nicht mitgeliefert und nicht benötigt, alles funktioniert per plug and play.

Die für den Nutzer wichtigen Schalter wechseln zwischen dem Surround- und dem FPS-Modus und aktivieren die Dynamik-Kompression (bei MP3s als Normalisierungsfunktion bekannt). Der Surround-Sound fußt auf der vpt (virtual phones technology), ein Algorithmus zur Erzeugung eines Klangraumes. Während sie bei den Minidisc-Recordern noch unausgereift und viel zu viel Hall nutzte, macht sie jetzt eine ausgesprochen gute Figur.

Klirrende Kälte
Die Klangcharakteristik läßt sich nur mit einem Wort beschreiben: Kristallklar. Die Höhen sind enorm rein, differenziert, haben Luft nach oben, klingen jedoch etwas hart und überbetont. Im Mitten- und Tieftonbereich steckt viel Raum und Kraft, auch Raketeneinschläge lassen den Kopfhörer nicht erzittern. ABER das kann der DR-GA210 nicht ganz ausspielen, zumindest nicht alleine. Dank der 3,5mm-Klinkenstecker findet er zwar an jedem Gerät Anschluss, doch seine Bestimmung erfüllt er nur an der DSP-Box DR-GA500 mit Bravour. Das liegt an der Surround-Technologie: Sie verwendet Hall- und Kanaleffekte, die den Klang dumpfer erscheinen lassen, aus diesem Grunde muss der Kopfhörer das wieder ausgleichen. Sonys Tontechniker stimmten den Kopfhörer so ab, dass er «normal» klingt wenn vpt aktiviert ist, ohne Box betont er die Höhen und läßt so den Bass etwas vermissen.

Wie sich das Gespann DR-GA500 gegen Dolby Virtual Speaker und ein echtes 5.1 Set-up behauptet, werden wir im zweiten Teil beleuchten. So viel vorweg: Es wird spannend.

» Zum zweiten Teil des Tests.

Die Produktseite findet ihr bei Sony Deutschland.

Das Sony Gaming-Headset DR-GA500 (Affiliate-Link) ist erhältlich bei Amazon für rund 135 Euro.

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