Samsung Galaxy Tab im Test (2/4):
Theorie und Praxis – das Handling

Genug der Unterschiede und Vergleiche, genug von Konkurrenz. Im zweiten Teil geht es um das Samsung Galaxy Tab alleine. Wie liegt es in der Hand und was bietet es für den Alltag?

Das Samsung Galaxy Tab wie es leibt und lebt
Das Samsung Galaxy Tab wie es leibt und lebt
Eins vorweg: ein Hardcore-Test ist das hier nicht. Uns geht es um die Frage, wie das Teil in der Hand liegt, wie es sich bedienen lässt und um zwei, drei Kniffe, die man vielleicht nicht erwartet hätte. Und davon gibt’s einige, vor allem für Nicht-Android-Handy-Besitzer.

Samsung Galaxy Tab Praxis-Test
Fotostrecke starten: Klick auf ein Bild (11 Bilder)

Android geht beispielsweise in der Navigation gerne einen Schritt zurück. Damit ist nicht die GPS-Navi, sondern die Navigation auf dem Gerät selbst gemeint: Das Verlassen einer Applikation, respektive die Art, nach einem Klick wieder einen Schritt zurück zu gehen, hat mich stark an eines meiner ersten Handys erinnert, ein Sony Ericsson. Dort, so habe ich mich erinnert, gab es nämlich diese typische Taste, die aussah wie eine gespiegelte Return-Taste. Mit dem Berühren dieses Pfeils, einer dieser Touch-Buttons am unteren Rande des Displays, gelangt man nämlich jederzeit einen Schritt zurück.

Natürlich, dieser Button ist bei Android-Mobiltelefonen mit Touchscreen üblich, aber ich gehe davon aus, dass sich auch Leute für ein Samsung Galaxy Tab (Affiliate-Link) interessieren könnten, die, wie ich, nicht Android-User sind – und vielleicht ähnlich nostalgische Erinnerungen haben. Der Knopf ist ebenso praktisch wie anfänglich gewöhnungsbedürftig.

Das Bild schon in der Hand – die Kamera
Schön zu benutzen ist die Kamera (3 Megapixel). Während man das Gerät auf das hilflose Motiv richtet, hält man mit dem für eine «Kamera» riesigen Screen praktisch schon das gerahmte Bild in den Händen. Ein interessantes Gefühl, so habe ich tatsächlich noch nie fotografiert. Die erwähnte Qualität der Kamera ergibt übrigens effektive Bilddaten von 2048 × 1232 Pixel (bei 72 dpi).

Für Notizen OK – die Tastatur
Die Tastatur ist angenehm gross, kann meines Erachtens aber auch im Querformat höchstens mit einem einzigen ausgestrecken Zeigefinger bedient werden. Ich jedenfalls war froh, meinen Test im eigenen Büro und nicht im öffentlichen Raum durchgeführt zu haben… Für Romane ist diese Tastatur, wie man sich das eigentlich von Touch-Geräten gewohnt ist, nicht geeignet. Notizen oder Mails würde ich aber sicher gerne damit tippen.

Einmal mit dem Finger in den geschriebenen Text getippt, erscheint ein hellblauer Cursor, der für weitere Aktionen (korrigieren, löschen, auswählen, etc.) an die richtige Stelle geschoben werden kann. Jede Textauswahl kann so via Kontextmenu bequem kopiert, ausgeschnitten, in die Suche eingefügt oder auf vielfältige Weise – Bluetooth, E-Mail, Nachricht, Twitter, etc. – weiterverbreitet werden.

Eng gehalten – der Kalender
Die integrierte Agenda ist zwar einigermassen schön, in der Standardansicht aber doch recht simpel gestaltet. Sicher, die Terminplanung dürfte deutlich leichter fallen als mit dem kleinen Handy oder Smartphone, aber ich fühlte mich dennoch recht eingeengt.

Zum Wandern perfekt – die Karte
Die Karte, selbstverständlich Google Maps, ist mit dem grossen Display für’s Wandern perfekt. Endlich sieht man deutlich mehr vom Umfeld um die eigene Position herum. Was andere erst im dritten Anlauf schaffen, ist auf dem Tab schon Tatsache: Die eigene Position wird als kleiner Pfeil dargestellt und richtet sich, wie ein Kompass, stets neu aus.

Wieso nur zum Wandern? Naja, in einem ersten Versuch, immerhin in einem WiFi-Netz, aktualisierte sich die Karte nur sehr träge. Mit dieser Geschwindigkeit – und auch von der Gerätegrösse her – lässt sich das Tab neben der Routenplanung im Vorfeld höchstens noch für den Sonntagsmarsch oder den Einkaufsbummel einsetzen. Mal ganz abgesehen von der Datenmenge, die für diese Grösse an Karte nötig sein dürfte.

Mehr Funktionen – der Android Market
Der gelieferte Funktionsumfang des Tabs ist, wie wohl auch bei Android-Handys, recht bescheiden. Weitere Apps können aber jederzeit über den Android Market heruntergeladen werden. Nur schade, dass in diesem die Grösse des Display einmal mehr nicht (noch nicht) ausgeschöpft wurde. Das Stöbern in der Fülle von Apps wird so äusserst mühsam. Praktisch: Beim Stöbern im Market wird einem stets angezeigt, wenn eine App bereits auf dem Gerät installiert ist – und sie lässt sich direkt auch wieder deinstallieren.

Mehr Erfahrungen folgen im dritten Teil.

Fehlen noch wichtige Punkte, die wir in dieser Serie noch behandeln sollten? Tests am Gerät selber, die interessieren? Noch habe ich das Samsung Galaxy Tab (Affiliate-Link) zum Testen zur Verfügung und reagiere gerne im nächsten Post auf Anregungen. (Einfach unten kommentieren).

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7 Kommentare

  1. Mike
    schrieb am 18. November 2010 um 09:41 Uhr (#)

    Was mich noch interessieren würde wäre zum einen wie die Laufzeiten des Gerätes sind. Ja, man kann sich die Daten angucken aber wie verhält es sich im “normalen” “alltäglichen” Gebrauch?
    Wie (gut) funktioniert es mit der Spracherkennung beim Tippen?
    Wie (gut) funtioniert das Handling von eMails? Vor allem beim Umgang mit (mehreren) IMAP-Konten?

    1. Husten
      schrieb am 18. November 2010 um 10:12 Uhr (#)

      hi mike,

      zu den emails kann ich dir sagen dass ich angenehm überrascht war. du kannst beliebig viele konten einrichten (imap,pop,exchange). in emailansicht hast dann 2 möglichkeiten.

      * posteingang alle: das ist superpraktich, die posteingänge alle emailkonten gemeinsam, die unterschiedlichen konten werden links am rand unterschiedlich farbig markiert
      * einzelne konten: hier ist man dann in einem konto und kann zb bei imap auch durch die ordner stöbern.

      im hochformat sieht man die liste und bei klick öffnet sich die email auch in fullscreen. quer ist die liste am linken rand und rechts kann man die mail lesen.

      laufzeiten sind mir persönlich zu kurz, was aber daran liegt, dass ich nch ziemlich viel damit rumspiele und meinen blackberry gewohnt bin, den ich einmal in der woche auflade. also aktuell schliess ih das tablet leider täglich an :(

      spracherkennung beim tippen nutz ich leider nicht :)

      vg

  2. Husten
    schrieb am 18. November 2010 um 10:07 Uhr (#)

    jetzt muss ich aber auch mal kritisieren ;) also der teil hat meiner meinung nach nichts mit einem test des tabs zu tun. meiner meinung nach sollte sich ein test eines geräts auf das gerät beziehen und nicht auf android bzw. nicht auf die vorinstallierte software die man eh in 5 sekunden austauschen kann.

    also zb der kalender, was hat der kalender mit dem gerät zu tun, wenn man in im market 345 andere findet. auch das keyboard lässt sich austauschen. und wenn man den android market unübersichtlich findet, dann bitte an google wenden, nicht an samsung.

    bitte nicht falsch verstehen, aber wer android kennt, findet in diesem part des tests als einzige neue info zum tab, dass die kamera funktioniert.

    vg

  3. Schreibt hier auf dem Blog Adrian Nussbaum
    schrieb am 18. November 2010 um 21:44 Uhr (#)

    Vielen Dank für die Rückmeldungen und auch gleich für die Antworten auf die Fragen.

    Deine Kritik, Husten, kann ich zwar nachvollziehen, bin aber nicht ganz gleicher Meinung. Wenn ich mich als Konsument für ein Tablet interessiere, will ich doch wissen, was ich da mitgeliefert kriege, wie das Gerät ist, wenn ich es auspacke. Natürlich kann man den Funktionsumfang dank den zahlreichen Apps erweitern oder verändern, das habe ich in den Posts auch schon angetönt.
    Als Kosument will ich mich nicht darum kümmern, wer für welchen Teil des Geräts zuständig ist. Wenn ich von Samsung ein Tablet kaufe, dann ist meines Erachtens der Hersteller dafür verantwortlich, wie gut die Software, die auf dem Gerät läuft, für das Teil optimiert ist.

    Allerdings hast du mindestens in einem Punkt absolut recht: Ich stecke in der Rolle des Interessierten, der sich bis anhin noch nicht mit Android-Handys befasst hat und mit dem Tablet zum ersten Mal so richtig damit in Kontakt kommt. Vielleicht versteht man mich mit diesem Hintergrund besser ;-)

  4. Stephan
    schrieb am 21. November 2010 um 11:32 Uhr (#)

    Freue mich schon auf die nächsten Testberichte,

    was mich noch interessiert wie schaut es aus mit der Spiegelung des Bildschirmes aus? Bin viel mit den öffentlichen unterwegs und sitze gerne am Fenster und dass soll sich nicht ändern.

    Schon Video-Telefonie durchgeführt? Ist es ratsam mit dem Headset zukomunizieren oder ist das Mikro (hat doch eins oda?) brauchbar?

    Jetzt eine spezielle Frage, beim Iphone/Ipad kann man das Tastaturlayout ändern und man kann zwischen andere Schriften hin und her “switchen”. Da ich Kyrillisch lerne, möchte ich gerne die kyrillisches Schrift auch haben. Bei meinem 7min Test konnte ich leider die kyrillische Schrift nicht finden. Kann man das als App dazuholen? Ist das überhaupt Möglich?

    Schönen Tag :-)

  5. Balthasar Glättli
    schrieb am 23. November 2010 um 18:38 Uhr (#)

    Frage: Wie ist die sonstige Exchange Einbindung (Adressen, Kalender)?

  6. Sandra-Lia
    schrieb am 10. Dezember 2010 um 23:26 Uhr (#)

    Die Spiegelung ist praktisch nicht vorhanden, und man kann das Gerät in (fast) allen Situationen gut bedienen. (Ich hab auf meinem Blog auch einige Berichte zum Galaxy Tab gemacht). Ich hatte noch nie eins mit Android, es ist jedoch genau! 1 min gegangen, bis ich einen anderen Kalender installiert habe, der besser ist. Und natürlich ist der Lieferumfang an Software ausreichend, könnte immer besser sein. ABER: Wenn da schon alles drauf wäre, wärs auch nicht recht, da es ja eben so sein soll, das jeder sein Gerät nach seinen Wünschen sehr simpel einrichten kann.

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