Xi3 Modular Computer:
Der Klein-Modular-Teuer-PC

Die Firma Xi3 stopft den Modular Computer in einen Würfel mit 10cm Kantenlänge.

Bei dem Hype um Tablets, Netbooks und Laptops vergisst man schnell die Existenz von PCs. Diese Personal Computer sind vorallem deshalb so persönlich, weil man alles selbst auswählen und zusammenstellen kann. Der Firma Xi3 geht das nicht weit genug und so vermarktet sie ihren Xi3 Modular Computer mit den blumigen Worten: Das «könnte der letzte Computer sein, den Sie jemals wieder kaufen müssen». Wahrscheinlich durfte die Marketing-Abteilung nie den britischen Geheimagenten des MI6 sehen, denn der wußte schon: «Sag niemals nie».

Der Grund, warum die Werbebotschaft so lautet, liegt in der Modularität des PCs: Statt eines einzigen Motherboards setzt Xi3 auf drei unabhängige Steckkarten. Die erste enthält den CPU-Sockel mit RAM-Slots, die zweite und dritte sind für alle Input-/Output-Verbindungen wie Strom, Grafik oder Sound zuständig. Benötigt man einen neuen Prozessor wechselt man nur die erste Karte, eine interne Festplatte ist nicht vorgesehen. Glücklicherweise starten alle modernen Betriebssysteme auch von externen Speichermedien.

Eine mögliche Konfiguration sieht wie folgt aus:

  • Athlon 64 3400e Dual-Core mit 1,8GHz
  • Festintegrierte 2GB DD2 RAM mit 800MHZ FSB
  • Integrierte Grafikkarte mit 128MB DDR2 RAM und DirectX10-Unterstützung
  • 2x SATA-Ports
  • 6x USB-Ports
  • DVI-Out
  • HDMI-Out
  • Xm3dia-Port für jeweils einen USB-/SATA- und ePCie-Anschluss
  • Gigabit-Lan
  • Mic-In/Audio-Out

Dafür verlangt Xi3 850 US Dollar.

Ein Computer definiert sich nicht nur durch sein Gehäuse, auch die Innereien gehören dazu. Alleine deshalb widerspricht sich die Werbebotschaft. Zudem ist kein Unterschied zu einem Heim-PC zu erkennen: Auch hier kann man über PCIex neue Schnittstellen nachrüsten, den Prozessor tauschen und sogar RAM-Riegel einzeln nachkaufen.

Möchte man den Xi3 Modular PC in einen vollwertigen Heimcomputer verwandeln, fehlen noch eine externe Festplatte und ein optisches Laufwerk – beides muss extern über Kabel angeschlossen werden. Soll dagegen den Thin Clients Konkurrenz gemacht werden, sollte Xi3 sich dieser Preisklasse und Ausstattung anpassen, Thin-Clients beginnen bereits bei 300 Euro.

Dieser modulare PC setzt sich über alle Industriestandards hinweg und zwingt den Käufer zu proprietären Steckkarten. Statt den drei F «Form Follows Function» wird hier eine neue Klasse erzwungen. Die Investition in ein Mini-ATX-Gerät erscheint da zukunftsträchtiger. Vergleichbare, jedoch billigere Geräte findet Ihr in der Rubrik Mini-PC.

Bei Businesswire liest man die Pressemitteilung zum Xi3 Modular PC.
Und das ist die Produktseite von Xi3.

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2 Kommentare

  1. hochzwei
    schrieb am 12. November 2010 um 20:21 Uhr (#)

    Bei allem Rspekt vor dem Modualr Computer (wobei ich die Leistung natürlich noch nicht beurteilen kann), so finde ich dennoch, dass die Marketingabteilung von Xi3 ihr Lehrgeld zurück geben sollte. Nicht in Verbindung mit dem Kommentar des Autoren (über den ich schmunzeln musste), dass die Marketingabteilung nie den britischen Geheimagenten des M16 gesehen hat, sondern vielmehr mit der Tatsache, dass die Firma – wenn man sie mit ihrem vollmundigen Werbeslogan: ” das könnte der letzte Computer sein, den Sie jemals wieder kaufen müssen” bei Wort nehmen würde, nie wieder neue Computer entwickeln könnte,weil ihr dann der Markt fehlt.

    1. Schreibt hier auf dem Blog Kai Zantke
      schrieb am 12. November 2010 um 21:01 Uhr (#)

      Voll auf den Punkt gebracht, tolles Argument!

      (Es ist übrigens der britische Geheimdienst MI6 nicht das amerikanische Sturmgewehr M16) ;)

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