AUO Solar-Touchscreen:
Akkuhilfe via Solargehäuse

Der Hersteller AU Optronics verlängert die Akkulaufzeit von Notebooks durch integrierte Solarmodule.

Mein Professor kam immer zu spät. Als Entschuldigung verkündete er dann: “Der Akku meiner Solar-Armbanduhr ist schwach – bei Mondschein geht sie einfach langsamer.” Solarzellen sind mittlerweile überall: In der Solar-Tastatur, der Solar-Fernbedienung oder dem Solar-Lader. Und durch die stetige Verbesserung des Wirkungsgrades und den immer niedriger werdenden Kosten rücken kleine, leistungsstarke Panele in Reichweite. Deshalb möchte AUO als nächsten Schritt die großen, freien Flächen bei 14-Zoll Laptops mit Solarmodulen verkleiden.

Die Deckelverkleidung und die Tastatur bieten sich förmlich an, durch ein Solarmodul ersetzt zu werden. Und nie war die Zeit so reif wie heute: Denn nicht nur den Deckel ersetzt man durch ein Solarmodul, auch die Tasten müssen einem Touchscreen mit darunter liegenden Solarzellen weichen – glücklicherweise sind die Kunden solche Softkey-Tastaturen bereits durch iPhone und Tablets gewöhnt. Eingefleischte 10-Finger-Schreiber freilich winken sofort ab, doch den Rest lockt AUO mit einer Verlängerung der Laufzeit um bis zu 20 Prozent. Das entspricht bei einem heutigen Notebook immerhin etwa 70 Minuten und mehr.

Auf der anderen Seite ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Und wir sprechen hier von einem Idealfall an einem sonnigen Sommertag. Meist verkriecht man sich dann an einen schattigen Ort, um das Display noch ablesen zu können. Und um mein Gerät aufzuladen, bin ich mir nicht sicher, ob ich die empfindliche Elektronik in die brennende Sonne legen möchte.

AUO wird am 10. November seine ersten Gehversuche auf der FPD International 2010 in Chiba, Japan vorstellen. Wann die Massenproduktion losgeht, ist somit noch unklar.

Via Digitimes.

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2 Kommentare

  1. kristijan kroflin
    schrieb am 5. November 2010 um 11:14 Uhr (#)

    Man könnte zusätzlich die Anschläge auf der Tastatur in elektrische Energie umwandeln, wie auch die Handbewegungen mit der Maus. Es stellt sich auch die Frage, wieviel der Energie des Displays der Mensch wirklich nutzt. Der Rest wiederum könnte ebenfalls wieder absorbiert werden – oder man fängt an, daran zu arbeiten, Display und Lautsprecher differenzierter werden zu lassen, so daß sie nur noch den Anteil produzieren, der auch wirklich von einer oder mehreren Personen aufgenommen/absorbiert wird.

    1. Schreibt hier auf dem Blog Kai Zantke
      schrieb am 6. November 2010 um 00:23 Uhr (#)

      Das ist richtig erkannt, es gibt bei PCs noch zuviel Verlustleistung. Einbauten um verlorene Energie wieder einzufangen, erhöhen meiner Meinung nach nur unnötig das Gewicht. Demnach wäre eine höhere Effizienz anzustreben, wie wir sie z.B. mit LED-Backlights teilweise erreicht haben.

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