Digital Harinezumi 2++:
Digitale Lomo im Test

Die Digital Harinezumi 2++ ist das aktuelle Modell einer kleinen Digitalkamera, die so etwas sein will wie eine digitale Lomo. Wir haben sie ausgiebig getestet.

Bei der Digital Harinezumi 2++ (Affiliate-Link) muss man immer auf Überraschungen gefasst sein. Die erste ist das Aussehen. Man merkt ihr an, dass sie nicht mit normalen Digicams konkurrieren will, sondern stolz auf ihr Anderssein ist.

Angefangen von der Form, die an einen analogen Pocketfilm erinnert bis hin zum kleinen Igel über dem Objektiv. Die Lomo LC-A hat da ein weißes Männchen.

Digital Harinezumi 2++
Fotostrecke starten: Klick auf ein Bild (8 Bilder)

Durch ihre Größe von 95,5 x 26,5 x 54,5 mm eignet sich die Digital Harinezumi 2++ gut dazu, wirklich immer dabei zu sein. Bevor es losgeht, kommt noch eine CR2 Batterie hinein sowie eine microSD-Karte. Ich habe eine SanDisk mit 16 GB Speicher (Affiliate-Link) verwendet, die problemlos erkannt wurde.

Der ausklappbare Rahmen sieht zwar schön retro aus, erfüllt aber meiner Meinung nach auch keine andere Funktion. Was man dadurch sieht unterscheidet sich doch zu sehr von dem, was auf dem Bildschirm auf der Rückseite der Kamera zu erkennen ist. Da schießt man besser gleich aus der Hüfte – ganz nach Lomo-Art.

Das erste Modell hatte scheinbar keinen Vorschau-Modus, doch bei der Digital Harinezumi 2++ kann man sich aussuchen, ob der Bildschirm die geschossenen Bilder anzeigen soll oder nicht. Wer sich überraschen lassen will, kann ihn auch ganz abschalten.

Generell hat man immer die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten. ISO 100 oder ISO 800, Fotos in Hi (2048×1536 px) oder Lo (1024 x 768 px), Fokus von 1 m – unendlich oder Makro (3 cm), Filme mit Ton oder ohne. Die Videoauflösung beträgt übrigens immer 640 x 480 Pixel, da gibt es keine Alternative. Hier ein kleiner Zusammenschnitt zur Veranschaulichung der Bildqualität:

Die Musik dazu heißt My happy little bass und stammt von den Fireproof Babies

Die Kamera ist innerhalb von 1-2 Sekunden startbereit. Durch die wenigen Knöpfe und Funktionen findet man sich schnell zurecht. Ein Knopfdruck, und man wechselt zwischen Film und Foto. Zum Wechsel zwischen Schwarzweiß und Farbe muss man zwar ins Menü, aber auch das ist sehr übersichtlich, da man ja immer nur die Wahl zwischen 2 Möglichkeiten hat.

Wie bei der Lomo darf man sich von den Bildern überraschen lassen. Bei schwachem Licht sind sie ziemlich verrauscht, mit verwaschenen Farben. Am anderen Ende der Skala finden sich knalligste Farben mit ausgerissenen Farbflächen. Ganz im Sinne der Macher, die betonen, „immer die unscharfen und bizarr gefärbten Bilder einer Spielzeugkamera den gestochen scharfen und schönen Bildern der Digitalkameras“ vorzuziehen.

Dann wiederum sind die Fotos und Filme erstaunlich klar und scharf, besser als bei manchen billigen Einsteiger-Digitalkameras. Auf jeden Fall hatte ich die Kamera im Kurzurlaub immer dabei und fand besonders angenehm, dass man auch beim Filmen nicht so außen vor ist wie üblicherweise. Kurzer Knopfdruck, kurzes Filmen aus der Hüfte – fertig. Sehr unaufdringlich.

Auch der Makromodus ist überraschend gut, wie man am Beispielbild sieht.

Die CR2-Batterie hat zumindest bei mir gut durchgehalten. Erst nach einer guten Woche Benutzung, 180 Bildern und Filmen sowie 1,75 GB auf der microSD-Karte verschwand der erste von 3 Balken der Batterieanzeige.

In Deutschland ist die Digital Harinezumi 2++ (Affiliate-Link) für 144 Euro erhältlich – exklusiv bei AA Records in Berlin und via Amazon, die uns auch das Testexemplar zur Verfügung gestellt haben.

Insgesamt ist der Eindruck der Digital Harinezumi 2++ durchaus positiv. Die Kamera hat was. Allerdings ist mir der Kultaufschlag zu hoch ausgefallen. Für den Preis würde ich wohl auf eine Kamera zurückgreifen, die weniger Charakter und mehr Pixel zu bieten hat. Wer sich aber schon in die analoge Lomo verliebt hat und sich von deren Preisen nicht abschrecken lässt, findet in der Digital Harinezumi 2++ eine würdige digitale Alternative.

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