Social Bike SoBi:
Fahrrad-Sharing per GPS

Das Social Bike SoBi soll eine billige Alternative zum Aufbau von Fahrrad Fuhrparks darstellen.

Jeder spricht von Co2-Reduktion, fährt jedoch auch kurze Strecken weiterhin mit dem Auto. Metropolen wie Paris oder London setzen daher auf Leihfahrräder, die helfen sollen, den Strassenverkehr zu entlasten, und auch die Deutsche Bahn bietet einen ähnlichen Service an. Zu diesem Zweck werden Automaten aufgestellt und eine Vielzahl von Fahrrädern eingekauft. In Paris kann man mit einer Kreditkarte sofort ein Fahrrad ausleihen und an vorgesehenen Stationen wieder einschließen.

Sobi knüpft an diese Idee an, will aber mehr High-Tech, Interaktivität und Anreiz liefern. Ein finanzieller Vorteil liegt in der leichten Umrüstung bereits vorhandener Fahrräder, denn die Sobi-Lockbox kann auf allen herkömmlichen Fahrradrahmen montiert werden und funktioniert gleichzeitig als elektronisches Schloss. Somit entfällt auch die Errichtung spezieller Stationen, an denen die Räder angeschlossen werden müssen. Und damit die anderen wissen, wo das nächste Fahrrad steht, versorgt die Box die Zentrale ständig mit einem GPS-Signal.

Die Vision ist, mit dem Handy per Anruf, SMS oder Smartphone-Software das nächstgelegene Rad anhand der GPS-Koordinaten zu ermitteln. Die Aufzeichnung der Route kann auch vom Nutzer aufgerufen werden, er wäre dann in der Lage Distanz, Geschwindigkeit und Kalorienverbrauch abzulesen.

Die Idee ist nett, hat für Städte dank DB und stadtmobil (Car sharing) jedoch wenig Anreiz. Das elektronische Schloss, die ständige Funkverbindung zur Zentrale und auch die GPS-Funktion verbrauchen Strom, die von einem Dynamo geliefert werden sollen. Dazu müssen alte Räder erst aufgearbeitet werden. Zudem benötigen unterschiedliche Räder unterschiedliche Ersatzteile, ganz zu Schweigen davon, dass der Kunde nie weiß, was für ein Rad er erhält – das senkt die Akzeptanz.

Das größte Problem dürfte jedoch das Wetter sein: Bei bewölktem Himmel kann die Abweichung in bebauten Städten durchaus 20 Meter und mehr betragen – dann fängt die Schnitzeljagd an. Bestehende Lösungen sind einfach und für jedermann verfügbar, ganz ohne Internet und Technik-Schnickschnack.

Den Stand der Entwicklungen kann man bei Sobi verfolgen.

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5 Kommentare

  1. Sven
    schrieb am 30. September 2010 um 14:18 Uhr (#)

    Naja ich glaube das man dieser Idee schon ein wenig offener Gegenüber stehen kann und sollte. Die Fahrräder der Deutschen Bahn sind auch nicht Flächendeckend verfügbar und auch hier weiß man nie, ob es ganz ist oder einen Defekt vorweist. Und warum sollte eine Alternative zur Bahn denn keine Chance haben in einer großen Stadt?

  2. Schreibt hier auf dem Blog Kai Zantke
    schrieb am 30. September 2010 um 21:01 Uhr (#)

    Du hast vielleicht Recht, umweltfreundlichen Alternativen sollte man immer mehr Unterstützung bieten.

    Aber wieso muss es technisch so anspruchsvoll sein? Wo Elektronik, da auch Elektronik-Schrott. Ein Automat und jede Menge “analoger” Fahrräder macht auf mich einen ökologischeren Eindruck.
    Außerdem bleibt das Argument: Ein bewölkter Himmel führt unweigerlich zu ungenauen Standort-Daten und damit zu einem schlecht auffindbaren Rad.

    In meinen Augen, ist die beste Alternative das “Car Sharing”/ “Stadtmobil”, so ein Konzept muss nur auf Leihräder umgesetzt werden.

  3. falk
    schrieb am 1. Oktober 2010 um 09:34 Uhr (#)

    man sollte sich vorher besser informieren! für die db braucht es keinen speziellen station, die räder stehen überall in der stadt verteilt und werden da abgestellt wo man hin will. finde es sehr praktisch. es wäre als nix anderes als das car sharing der db.

    1. Schreibt hier auf dem Blog Kai Zantke
      schrieb am 2. Oktober 2010 um 11:07 Uhr (#)

      Stimmt, danke für den Hinweis. Habe mich da etwas missverständlich ausgedrückt (und verbessert), bezog mich auf Paris.
      Räder werden bei Call a Bike sowohl an Stationen, als auch an freien Orten geliehen – hier werden also beide Möglichkeiten genutzt. Die Standortangabe erfolgt glüclicherweise herkömmlich per Telefon, was die GPS-Ungenauigkeit vermeidet.

  4. Harlenber
    schrieb am 29. Mai 2011 um 18:24 Uhr (#)

    die Leute machen Fahrräder (wie Licht, Reifen, Bremsen) und Sachen, wie Kleidung und Schuhe kaputt

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