Casio DS-5500:
Spycam im Taschenrechner

Der Casio Tischrechner DS-5500 kann mehr als man denkt, die integrierte Spycam zeichnet auch Videos auf.

Die drei großen im Taschenrechner-Markt dürften Texas Instruments, Casio und Sharp sein. Wenn man deren Logos sieht, vermutet man kaum, es könnte sich mehr als eine Rechenmaschine unter der Haube befinden. Doch allzu unbekümmert darf man nicht sein: Beim geringsten Verdacht sollte man sich den Rechner nochmals ganz genau ansehen. Es könnte einer mit integrierter Spycam sein, wie der Casio DS-5500 von Chinavision.

Der unscheinbare Rechner hat mächtig was auf dem Kasten: Addition, Subtraktion, Division und Multiplikation. Spaß beiseite, bei diesem Gadget vergeht jedem Datenschützer der Spaß: An der rechten Seite befindet sich ein winziges Loch, die Linse, die für Videos in VGA-Qualität (640*480) sorgt. Laut FAQ soll auch für Tonaufnahmen gesorgt sein. Man sollte seinen Ohren einen Gefallen tun und während der Aufnahme nicht zu sehr auf den Tischrechner einhacken. Die Aufnahme wird dummerweise durch ein kleines, aber verräterisches Lichtlein angezeigt.

Der Taschenrechner arbeitet wahlweise nur durch die eingebaute Solarzelle oder zusätzlich mit einer Mignon oder Micro-Batterie. Der Videofunktion wurde ein eigener Lithium-Ionen Akku spendiert. Dieser hält konsequenterweise fast genau so lange durch, wie man auch Videos auf dem 4GB internen Speicher unterbringt. Es ist allerdings auch möglich den internen Speicher mit Fotos zu zumüllen, dann erhöht sich die Auflösung auf 1280*960 Pixel.

Die Daten werden über USB 2.0 Schnittstelle an den PC übertragen. Diskret versteckt sich die Schnittstelle vor neugierigen Blicken im Batteriefach, gleichzeitig lädt man damit den Li-Ion-Akku wieder auf. Das dauert ebenfalls zwei bis drei Stunden.

Der Rechner ist täuschend echt und wäre sicherlich eine Bereicherung für jeden James Bond-Anwärter. Rechtlich bewegt man sich auf ganz dünnem Eis mit unerlaubten Aufnahmen, die bei so einem kleinen Loch auch nur in hellen Räumen ausreichend gut werden. Zudem frage ich mich, wie Casio zur (erlaubten?) Nutzung seiner Marke steht.

Schlappe 31 Euro will Chinavision für den Casio-Spionage-Rechner.

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