Beratung:
Lohnt sich eine SSD?

Welchen Vorteil hat eigentlich eine SSD gegenüber einer herkömmlichen Festplatte? Eine kleine Beratung mit Videos.

Supertalent SSD - Teuer, aber sehr schnell (Bild:Supertalent)

Supertalent SSD - Teuer, aber sehr schnell (Bild:Supertalent)

Solid State Disks (SSD), meistens basierend auf Flashspeicher, sind die Zukunft der Speichersysteme, darüber besteht eigentlich kein Zweifel. Noch aber hat die Harddisk auf Grund ihres Preises und der höheren verfügbaren Speichermenge die Nase deutlich vorne, aber das wird sich schnell ändern. 1-Terabyte SSD gibt es bereits, der Markt für SSD in den Größen 128 GB, 256 GB und 512 GB wächst so rasant, dass die Preise, eben noch astronomisch hoch, schnell fallen. Aber lohnt sich ein Umstieg jetzt schon?

Der größte Vorteil einer SSD liegt in der Geschwindigkeit, mit der Daten gelesen und geschrieben werden können. Man könnte jetzt sehr viele Zahlen zitieren und vergleichen, aber dieses – zugegeben nicht ganz uneigennützige – Video eines SSD-Herstellers zeigt die Vorteile mehr als deutlich:

Ebenfalls interessant: Der Vergleich mit einer schnellen 7200 rpm-HDD. Hier sieht man die Leistung einer SSD auf einem älteren Dell-Rechner, der versucht, das nicht eben für seine rasende Boot-Geschwindigkeit bekannte Windows XP hoch zu fahren:

Beide Videos belegen, dass man einiges an Zeit spart. Das gilt sowohl für die Boot-Sequenz, aber vor allem auch beim Start von großen Programmen, oder wenn man umfangreiche Datenmengen abspeichern, bzw. kopieren möchte. Der Faktor 3 ist da noch niedrig angesetzt.

Ein weiterer Vorteil des SSD ist, dass sie ohne bewegliche Teile arbeitet, also etwas weniger schnell kaputt gehen kann. Auch ist der Energieverbrauch einer SSD etwas kleiner, und leiser ist sie auch noch.

Doch es gibt nicht nur Vorteile. Zum einen “vergisst” die SSD Daten nach rund 10 Jahren. Während man eine steinalte Harddisk auch nach langer Zeit wieder an einen Rechner anschliessen kann um Daten zu extrahieren, können die auf einer SSD gelagerten Daten verschwinden. Ein weiterer Nachteil liegt in den Schreibzyklen. Moderne Festplatten haben einen (fast) unbegrenzten Schreibzyklus, das bedeutet, man kann sie beliebig oft beschreiben und löschen.

Die Hersteller der Festspeicher garantieren meist rund 100.000 Schreibzyklen pro Flashzelle. Das würde bedeuten, dass eine Zelle, ähnliches einem Block auf der Festplatte, nach dieser Zeit ihr “Gedächtnis” verliert, also unbrauchbar ist. Das Solid State Drive würde nach und nach immer mehr seiner Kapazität verlieren, bis sie praktisch nutzlos ist. Weswegen Serverhersteller lange auf den Einsatz von SSDs verzichtet haben, da dort oft schreibintensive Datenbanken gehostet werden. Allerdings hat sich in Tests gezeigt, dass einzelne SSDs mittlerweile bis zu 5 Millionen Zyklen durchhalten. Das reicht dann schon für ein paar Jahrzehnte Lebenzeit.

Lohnt sich der Umstieg?

Da gibt es ein klares: Jein. Ja, der Umstieg lohnt sich für alle jene, die es sich leisten können und die oft und viel mit speicherintensiven Dingen wie Photoshop oder Videoeditierprogrammen arbeiten. Hier ist der Vorteil nicht von der Hand zu weisen. Für den “normalen” Benutzer dagegen lohnt sich der Umstieg noch nicht. Wer mehr oder weniger ausschließlich mit Office-Anwendungen und im Internet hantiert, der wird vom Geschwindigkeitsgewinn kaum etwas merken. Und dafür sind die neuen Platten dann doch noch zu teuer, denn für ein 60-GB-Laufwerk muss heute immer noch mindestens 150 Euro auf den Tisch legen.

Welches Festspeicherlaufwerk soll man kaufen?

Bei der Frage nach dem SSD-Produkt, das empfohlen werden kann, ist auf die Schreib/Lesegeschwindigkeit zu achten. Je billiger das Drive, desto langsamer ist es meist. Wenn man ein SSD findet, bei dem ungefähr 90MB/s Schreiben und 55MB/s Lesen angegeben werden, ist das zwar immer noch schneller als eine herkömmliche Harddisk, aber vernünftige SSD schaffen, grob gesagt, 200 MB/s Lesen und 150 MB/s Schreiben (Maximalwerte). Je größer das angeschaffte SSD sein soll, desto schneller sollte es auch sein, damit der Geschwindigkeitsvorteil nicht verloren geht.

Die Preise sind aber weiterhin gesalzen. Eine kleines “Schnäppchen” ist die Samsung PM800 (Affiliate-Link) mit 126GB für 270 Euro. Auch die Super Talent (Affiliate-Link) mit 256GB ist ein gutes Angebot, auch wenn der Preis von 595 Euro erst einmal etwas abschreckt.

Unter 100 Euro findet man nur kleine, 32 GB große Festplatten. Die werden gerne als Systemplatte eingesetzt, weil sie das Betriebssystem schneller booten. Aber da würde ich doch lieber etwas mehr Geld in die Hand nehmen, um 64 GB zu installieren. Vor allem bei Windows, das sich im Laufe der Zeit gerne mal etwas mehr Datenspeicher nimmt, zum anderen kann man dann auch die “dicken” Programme wie Dreamweaver oder Photoshop unterbringen. Eine brauchbare Variante ist da die Super Talent UltraDrive GX SSD 64 GB (Affiliate-Link) für nicht ganz so schmerzhafte 151 Euro.

 

Mehr lesen

LaCie Fuel und Sphère: Festplatten für Multimedia-Fans und Schöngeister

9.1.2014, 1 KommentareLaCie Fuel und Sphère:
Festplatten für Multimedia-Fans und Schöngeister

Zur CES 2014 stellt LaCie zwei neue Festplatten vor, die sich aus dem Einerlei der Anbieter abheben. Die LaCie Fuel streamt über ein eigenes WLAN Multimedia-Inhalte an bis zu drei Geräte und bietet 1 TB Speicherplatz, die LaCie Sphère ist eine von Christophle versilberte Kugel und erst auf den zweiten Blick als Festplatte erkennbar

Schnellste und dünnste Festplatten: Buffalo und Western Digital brechen Rekorde

5.6.2013, 0 KommentareSchnellste und dünnste Festplatten:
Buffalo und Western Digital brechen Rekorde

Buffalo Technology und Western Digital haben beide jeweils einen Rekord gebrochen. Während Buffalo Technology die schnellste, externe Festplatte der Welt vorstellte, präsentierte Western Digital die dünnste 1TB Festplatte der Welt.

Buffalo MiniStation Slim: Mini-Festplatte in Smartphone-Größe

15.2.2013, 0 KommentareBuffalo MiniStation Slim:
Mini-Festplatte in Smartphone-Größe

Buffalos neueste tragbare USB-Festplatte misst und wiegt nur so viel wie ein Smartphone, ist aber eine HDD mit Platz für 500 GB. Die Datenübertragung soll durch die eigene TurboPC EX-Technik fast doppelt so schnell sein wie USB 3.0 alleine.

Kingston Wi-Drive SSD: Kabellose SSD-Festplatte streamt  auf vier iPads zugleich

4.6.2011, 8 KommentareKingston Wi-Drive SSD:
Kabellose SSD-Festplatte streamt auf vier iPads zugleich

Kingston hat eine neue externe SSD-Festplatte vorgestellt, die speziell für iPad-Nutzer mit Speichermangel interessant ist, da sie dank eingebautem Wi-Fi und einer eigenen iOS App Filme, Musik und andere Daten auf Apples Tablet streamen kann

Buffalo Microstation SSD: Schneller Zusatzfestspeicher

18.2.2010, 2 KommentareBuffalo Microstation SSD:
Schneller Zusatzfestspeicher

Die Buffalo Microstation SSD ist eine externe SSD eine externe SSD mit USB-2.0-Schnittstelle.

Jetzt verfügbar: Kolossal-SSD, Marantz-Player,  Tux-Roboter, Kassetten-Wandler

29.11.2009, 0 KommentareJetzt verfügbar:
Kolossal-SSD, Marantz-Player, Tux-Roboter, Kassetten-Wandler

Die folgenden Produkte sind seit ihrer Vorstellung auf neuerdings.com anderswo online erhältlich oder vorbestellbar geworden.

LyveHome: Ehemaliger Apple-Manager stellt den wohl ungewöhnlichsten digitalen Bilderrahmen der Welt vor

28.4.2014, 5 KommentareLyveHome:
Ehemaliger Apple-Manager stellt den wohl ungewöhnlichsten digitalen Bilderrahmen der Welt vor

Nein nein nein, das ist nicht bloß ein digitaler Bilderrahmen! Diese Bezeichnung zumindest wäre eine Beleidigung für den früheren Apple-Manager Tim Bucher. Seine Kiste LyveHome erfüllt zwar genau diese Funktion, soll aber natürlich mehr sein: ein digitales Gedächtnis für alle Bilder und Videos. Teuer genug dafür zumindest ist sie.

ODrive: Bis zu 192 GB mehr Speicher für Smartphones und Tablets

3.2.2014, 4 KommentareODrive:
Bis zu 192 GB mehr Speicher für Smartphones und Tablets

ODrive ist ein kleiner Kartenleser für bis zu drei Micro-SD-Karten, der als externes Laufwerk für Mobilgeräte dienen soll. Nicht nur für Android-Tablets und Smartphones, sondern auch für Apple-Geräte mit Lightning-Anschluss

SanDisk Connect Wireless Flash Drive: Kabellose Speichererweiterung für iOS, Android und Kindle Fire

29.1.2014, 2 KommentareSanDisk Connect Wireless Flash Drive:
Kabellose Speichererweiterung für iOS, Android und Kindle Fire

Sandisk Connect Wireless Flash Drive ist ein Micro-SD-Kartenleser mit integriertem WLAN-Modul, verpackt in Form eines USB-Sticks. Wir haben ihn ausprobiert

Brinell Drive SSD im Test: Rasante Schönheit

13.10.2013, 2 KommentareBrinell Drive SSD im Test:
Rasante Schönheit

Brinell ist ein deutsches Designbüro mit Ingenieur-Knowhow und Sitz in Karlsruhe. Das Unternehmen produziert externe Festplatten, USB-Sticks und seit neuestem auch externe SSD-Festplatten, die man sofort am ganz eigenen Stil erkennt. Wir haben eine der neuen Brinell Drive SSDs ausprobiert.

Brinell Drive SSD externe Festplatte USB 3.0: Schlank, schön und schnell

18.9.2013, 4 KommentareBrinell Drive SSD externe Festplatte USB 3.0:
Schlank, schön und schnell

Das Karlsruher Design- und Ingenieurbüro brinell hat seine Reihe extravagant gestalteter externer USB-3.0-Festplatten um externe SSDs im gleichen Look erweitert. Wie bei den herkömmlichen brinell Drive Festplatten sind in den brinell Drive SSD Materialien wie Edelstahl, Makassar-Ebenholz, Rindnappaleder oder Carbon verarbeitet.

Kingston Wi-Drive im Test Teil 2: Das Missing Link zwischen iOS und Rechner

4.10.2011, 5 KommentareKingston Wi-Drive im Test Teil 2:
Das Missing Link zwischen iOS und Rechner

Kingston Wi-Drive ist ein SSD-Speicher mit eingebautem WLAN-Server und eigener iOS-App. In diesem zweiten Teil unseres Tests berichten wir, wie sich der Wi-Drive im Alltag bewährt.

16 Kommentare

  1. Vielleicht sollte man noch dazu sagen, dass Windows 7 eine Trim-Funktion implemeniert hat, welche die Lebensdauer der SSD verlängert. OSX hat diese Funktion nicht, deshalb wird in Foren oft zu den Intel-SSD geraten, da diese ohne diesen Befehl erfahrungsgemäß am Wenigsten an Geschwindigkeit verlieren.

  2. Mich verwundert der Test der MacBooks Pro.
    Ich habe nur ein MacBook – kein Pro. Aber auch 2,4 GHz und bin überrascht wie langsam der Pro hier läd.
    Mein Rechner startet genauso schnell wie der mit der SSD.
    So langsam wie der mit der HDD habe ich noch nie einen Mac booten gesehen. Meine Vermutung hier ist, die Platte ist randvoll und es kann nichts zwischengelagert werden. Da wurde mein Mac auch mal langsamer, aber nicht so wie in dem Vergleich.
    Meine Vermutung hier wurde extra nachgeholfen ;)

    • Das liegt wohl daran, dass die Tester die Rechner so eingestellt haben, dass beim Bootvorgang fünf Adobe Produkte automatisch geladen werden.

    • Der Bootvorgang der 5 Adobe Produkte passiert aber erst nach dem Desktop-Screen. Und selbst mit diesem Bootvorgang ist mein Rechner schneller.
      Daher Marketing-Fake (wie immer).

    • Das stimmt so nicht.
      Während des Bootvorgangs werden die Programme bereits gestartet. Der Rest, der dann erscheint ist nur noch die Oberfläche. Alle rechenintensiven Vorgänge sind zu diesem Zeitpunkt bereits zum größten Teil abgeschlossen.

  3. Ich habe insgesamt 6 SSDs verbaut von Runcore, SuperTalent und Corsair und ich möchte als Arbeitsplatte nichts mehr anderes haben. Die haben jeden Rechner nochmal ordentlich Schub gegeben und laufen ohne jegliche Fehler fast rund um die Uhr durch.

    Man sollte aber Testberichte dazu lesen und sich vor allem die 4k Werte ansehen, die sind entscheidend. Die maximal Lese- und Schreibgeschwindigkeit alleine sagt nicht sehr viel aus.

    • Zwischen-/verständnisfrage: Was hat es mit den 4k-Werten auf sich?

      Inwiefern sind die entscheidender als Lese-/Schreibgeschwindigkeiten?

  4. @sebastian

    der gedanke kam mir auch sofort, das da was nicht ganz flott ist. mein macbook pro (2,26ghz, 2gb ram, 10.6.3) brauch vom powertaste drücken bis fertig gebootet auch nur eine halbe minute. habe allerdings auch eine schnelle samsung HM500JI drin, nicht die langsame original.

  5. Hallo,

    bin auch am überlegen ob ich mir eine SSD anschaffen soll. Allerdings möchte ich eher eine kleinere Platte (128GB o.ä). Darauf ist dann natürlich nicht für alles Platz. Reicht es wenn ich auf die Platte einfach nur das BS installiere und Programme,Daten,etc auf meinen älteren Speichermedien ablege?

    Viele Grüße

    • Hallo Michael,

      Reicht es wenn ich auf die Platte einfach nur das BS installiere und Programme,Daten,etc auf meinen älteren Speichermedien ablege?

      Ja, reich vollkommen aus, habe ein WIN7 System mit einer 60 GB
      OCZ Vertex 2 Ex gebastelt ( Kostet z.Z. mit Versand um die 100 €)
      Ich kann nur sagen, das ist der Hammer :-)

      Einige Tips, worauf man bei einer SSD Installation achten sollte, stehen hier:
      http://pc-experience.de/w…d.php?threadid=30040

      Danach rennt das Ding wie Hölle:-)

      mfg
      Olaf

  6. Schneller ?
    auf meinem asus eeePC T91tablet hat die 32er SSD eine geradezu unerhörte Langsamkeit zu bieten (WinXP). Hat jmd. einen tipp, oder liegts an veralteter SSD?

    • Ist nicht vielleicht die CPU der Flaschenhals? In der c’t wurden kürzlich SSDs getestet und sie kamen zum Schluss dass sich der Einsatz in Rechnern mit Atom-CPU meist nicht lohnt.

  7. @Christian

    4 k Wert ist die kleinste Einheit das heißt kleine Dateien werden am schnellsten geladen je höher dieser Wert ist und mit kleinen Dateien arbeitet ja der User.

    Große Dateien hin und her schieben macht man zwar auch, aber beim booten des OS sind es überwiegend kleine Dateien.

    Das mit der Atom CPU stimmt aber nur bedingt.

    Ich kann jedem nur empfehlen die Seiten von JKK zu besuchen und sich dort mal darüber zu informieren. Der SSD Experte schlechthin aus meiner Sicht. http://jkkmobile.blogspot.com

  8. Bei meinem Vaio TZ bräuchte ich eine 1,8″ SSD mit ZIF-Schnittstelle. Bei der Vaio-Serie ist zudem Windows 7 nicht lauffähig. Also je nach System auch mal weniger lohnenswert.

  9. Hier hab ich nen guten Artikel der ein Vor und Nachher Vergleich macht mit SSD in einem HP Probook…

Ein Pingback

Kommentar schreiben

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.

* Pflichtfelder