Navigon Mobile Navigator für Android im Test (2/2):
Daumen runter beim Kartenupdate

Im zweiten Teil unseres Test der Mobil Navigator Software für Android geht es um die wichtigen Kartenupdates.

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Im ersten Teil unseres Test machte der Mobile Navigator von Navigon nur in Teilbereichen einen gute Figur. Bemerkenswert gut war der GPS-Empfang, der auch nach einer Tunneldurchfahrt innerhalb von Sekunden wieder da war. Auch zeigte sich die Navigation stabil und verlor nur selten den Weg. Neustarts waren so gut wie nie nötig.

Der Radarwarner wusste ebenfalls zu gefallen, zeigt er doch auch feste Blitzanlagen an Ampeln an. Im Test war die Navigationsleistung manchmal etwas bescheiden, doch ans Ziel kam man immer ohne Probleme. Praktisch auch, dass man eine Fussgängernavigation hat. Doch die Software an sich machte in einigen Bereichen nicht den Eindruck, als sei wirklich schon komplett fertig – richtig schlimm wurde es im Test, als wir die Karten mal updaten wollten:

Geradezu grauenhaft ist die Verwaltung der Karten und die dazu gehörigen Kartenupdates. Die können ausschließlich über ein Programm namens “Navigon Fresh” verwaltet werden, was man auf seinem PC oder Mac installieren muss. Offenbar hat niemand bei Navigon daran gedacht, dass Smartphones mit einer WLAN-Funktion ausgestattet sind, und die Updates auch auf Wunsch des Users direkt laden könnten. Eine “Nach Kartenupdate suchen” Funktion sucht man im Handy vergebens.

Stattdessen muss man die “Navigon Fresh” Software starten, sein Handy per USB anschliessen und vor allem daran denken, den Zugriff auf die SD-Karte zu gestatten. Macht man das nicht, wird die Software erst gar nicht gefunden. Dann muss man sich einloggen, sein Gerät registrieren, und wenn alles klappt, dann kann man Updates installieren.

Komischerweise klappte sowohl die Erstregistrierung wie auch der Download aller Karten direkt nach dem Kauf mit der Software problemlos. Doch danach ging nichts mehr.

Update-Chaos

Nach vier Monaten, und weil ich den Test beenden wollte, kam ich auf die Idee, diese Updatefunktion auszuprobieren. Doch in meinem Fall funktionierte sie nicht. Das Gerät und die SD-Karte wurden erkannt, dann sagte mir die Software, dass mein Gerät nicht registriert sei. Das stimmt aber nicht, da das Handy auf der Webseite von Navigon in meinem Account angezeigt wird. Aber was soll’s, registriere ich es halt noch mal, den Aktivierungscode habe ich ja auch noch, dachte ich leichtfertig. Doch kaum sage ich, dass ich mein Gerät neu registrieren möchte, antwortet mir die Software, dass mein Handy schon registriert ist und bricht den Vorgang ab. Will ich dann ein Kartenupdate ziehen, kommt die Meldung – man ahnt es – das mein Gerät nicht registriert ist.

Ein Anruf bei der wirklich nervigen Hotline von Navigon erbrachte außer der Erkenntnis, dass das Call Center wirklich keine Ahnung hat, dann auch nicht mehr viel. Und dass es 14 Cent die Minute kostet. Man empfahl mir, das Programm auf dem Handy zu löschen und die SD-Karte zu formatieren, damit alles neuinstalliert werden könnte. Dazu hatte ich dann wegen ein paar geänderten Geschwindigkeitsbereichen wirklich keine Lust mehr. Ärgerlich ist es aber schon – wenn ich mal sehr viel Geduld habe, klemme ich mich vielleicht noch mal dahinter. Aber wie gesagt: dieser Fehler betraf erst mal nur uns, wäre aber spannend zu hören, ob es Leser gibt, die ähnliche Probleme hatten.

Fazit:

Navigon bietet eine bezahlbare und brauchbare Navigation. Das Handling der Software in Sachen Update ist, zumindest in unserem Fall, eine Katastrophe. Verglichen mit dem 5 Jahre alten Programm meines Nokias, erscheint die Navigon Software auch in einigen Bereichen geradezu rückständig. Keine Textanzeige der Route, kein TCM – das ist schon etwas dürftig. Man kann nur hoffen, dass Navigon die Speicherprobleme mit einem neuen Update behebt und man zusätzlich die Funktion einbaut, dass man seine Karten auch per WLAN im Gerät updaten kann.

Zumal es mittlerweile zumindest für die Navigation in Deutschland etliche Alternativen gibt. Google Maps ist eine davon, allerdings verbrät das Nachladen der Karten pro 20 Minuten rund 2 bis 3 MB der teuren Datenrate. Weite Autobahnfahren sollte man damit also nicht starten. Besser ist da schon das gerade mal 5 Euro teure NavDroyd, das auf Open Street Maps setzt und ebenfalls eine Offline Navigation anbietet. Die Karten werden auf der SD-Karte gelagert, und es gibt Material aus allen Teilen der Welt, auch Ozeanien. Dafür muss man allerdings auf fast alle Feature verzichten, die man sonst so gewohnt ist. Aber für die reine Navigation reichte es bei mir (in einem Schnelltest) durchaus aus.

Navigon sollte schnell nachlegen, denn das gesamte Programm erscheint irgendwie halbherzig umgesetzt. Wenn sie die Updatefunktion verbessern, eine Textanzeige für die Route anbieten und ein TCM System einbauen, wäre man zumindest auf dem neusten Stand der Technik angekommen.

Navigon bietet einen 30 Tage Trail an, in der man zumindest in Deutschland navigieren kann.

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