Jay-tech Jay-Book 9901 im Test (1 von 2):
Anspruchsloses Mini-Netbook mit Wlan

Das spottbillige Jay-tech Jay-Book 9901 bringt rudimentäres Netbookfeeling zu einem unschlagbaren Preis.

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“Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile” heißt es frei nach Aristoteles, und so verhält es sich auch mit dem Mini-Netbook mit Wlan “Jay-Book”, wie es Jay-tech liebevoll nennt. Viele Forenkommentatoren und selbsternannte Gurus, die dieses Gerät nicht besitzen, fällen ihr Urteil aufgrund der Hardwareliste. Für die Wissenschaft habe ich mich geopfert und mir dieses Winz-Netbook einmal gekauft; wie es sich tatsächlich schlägt, werden wir nun gemeinsam untersuchen.

Die Hardware

Alleine die Abbildung auf dem kleinen Karton macht einen billigen und wenig einladenden Eindruck, hält man es in der Hand, ist das Jay-Book 9901 mit seinen fragilen 600 Gramm federleicht, das harte Plastik erscheint billig und leicht brüchig. Aber man soll ein Buch nicht nach seinem Einband beurteilen. So widmen wir uns den Spezifikationen und lesen enttäuscht:

  • Via 8505 300MHz CPU,
  • 128MB DDR II RAM,
  • 2 GB NAND Flash,
  • 7 Zoll Display mit 800*480 Pixeln,
  • Windows CE 6.0,
  • WLAN nach b-/g-Standard,
  • 10/100 MB Ethernet,
  • 3 USB-Ports und ein
  • SDHC-Kartenleser.

Das klingt, als habe man einen uralten PC ausgeschlachtet, doch wie bereits zu Anfang angedeutet, läuft das Gerät schneller als man denkt – und das ohne Lüfter (bei nur 300MHz auch kein Wunder…).

Die Software

Die “Geschwindigkeit” ist vor allem dem genügsamen Windows CE 6.0 zu verdanken, laut dem Info-Tab in der Systemsteuerung eine Entwicklung aus dem Jahre 2006 – aktuell ist es bei 6.0 R3 (2009) angekommen. Als Dreingabe gibt es das SoftMaker Office Paket 2008, eine angenehm zu bedienende Office Suite inklusive Foxit PDF Reader und Email-Client, für Unterhaltung sorgen unter anderem der gut konfigurierbare Core-Video-Player und zwei simple Kartenspiele. Eine eigenständige YouTube-Applikation ermöglicht es sogar, den einen oder anderen Internetstream zu bestaunen, HD-Videos sind natürlich ausgeschlossen.

Die Reste

Das Display ist, wie auf den Fotos zu erkennen, selbst bei direktem Sonnenlicht ablesbar und farbenfroh. Lange wird man das jedoch nicht genießen können, denn der Akku ist mit seinen 8,4V bei 1,8A knapp bemessen und bringt eine reale Laufzeit von um die drei Stunden. Und dann heißt es erstmal warten: Ungefähr 5-6 Stunden benötigt eine volle Akkuladung. Durch die kleinen Display-Abmessungen bedingt, fällt auch die Tastatur winzig aus und das Layout ist gewöhnungsbedürftig. Mit etwas Übung trifft man die meisten Tasten auf Anhieb, doch große Finger fühlen sich hier einfach nicht wohl. Für den stationären Betrieb kann man eine externe Maus mit Tastatur anschließen, anstatt den heimischen PC zu bemühen, diese sind ohne lästiges Treibergehampel sofort erkannt und einsatzfähig.

Klare Nachteile

Eine Akkulaufzeit von nur vier Stunden bei einem so genügsamen Prozessor und derart kleinem Display ist unerklärlich. Bei der geringen Speicherkapazität von nur 2 GB kann man aufgrund der SDHC-Speichererweiterungsmöglichkeit noch ein Auge zudrücken, doch beim Ein-/Ausschalter hört der Spass auf. Dieser wurde exponiert genau am rechten ä-u-ß-e-r-e-n Displayscharnier positioniert, klappt man das Display auf, so verdeckt die Unterkante den Taster, ist es geschlossen, so kann jede noch so leichte Berührung das Gerät einschalten. Und als wäre das nicht schon tragisch genug, erkennt die Hardware das Schließen des Deckels nicht – versehentlich eingeschaltete Geräte sind nach 3 Stunden leergesaugt.

Erstes Fazit:

Wie nicht anders zu erwarten, erhält man, was man bereit ist auszugeben. Nach den ersten Tests merkt man schnell, dass sich das Jay-Book 9901 verhält wie ein aufgeblasener PDA. Zwar besteht eine optische Verwandschaft zu Windows, doch Softwaretitel für Win CE müssen extra programmiert werden, das heimische Thunderbird oder Outlook werden darauf nicht laufen. Die Auswahl an Zusatzsoftware ist über die Zeit gewachsen und bietet für jeden Geschmack etwas.

Wem würde ich das Jay-Book 9901 empfehlen? Kindern als Einstieg in die PC-Welt, anspruchslosen Nutzern, die nur Emails und kurze Texte verfassen, im Internet ein bisschen herumsurfen oder schnell ein paar Bilder auf einem größeren Bildschirm sehen wollen. Vor dem Kauf sollte auf jeden Fall klar sein: Die Ansprüche dürfen nicht über Officeaufgaben und einfaches, textlastiges Internet herauswachsen – dann findet man hier den idealen Partner.

Im zweiten Teil werden wir die Geschwindigkeit der Software und deren Tauglichkeit überprüfen und mit den Unkenrufen der Internetforen über das Jay-tech Jay-Book 9901 (Affiliate-Link) abgleichen.

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16 Kommentare

  1. wowow
    schrieb am 21. Juli 2010 um 19:34 Uhr (#)

    Diese Dings soll 100 Euro kosten. 100 Euro für “kann nichts” sind 100 Euro zuviel. Preiswert wäre gut, aber das Dings ist selbst diesen Preis nicht wert. Shopping-Channel Schrott.

  2. Marc
    schrieb am 22. Juli 2010 um 08:58 Uhr (#)

    Kann man darüber MP3s von einer Festplatte abspielen und das dann an die Stereoanlage anschließen?

    1. Schreibt hier auf dem Blog Kai Zantke
      schrieb am 22. Juli 2010 um 11:09 Uhr (#)

      Ja, prinzipiell ist es möglich.
      Bestätigen kann ich dies mit einer externen 3,5 Zoll Buffalo und Seagate Festplatte mit eigener Stromversorgung. Es gibt auch Nutzer, die darüber klagen es funktioniere nicht, vielleicht sind das kleine 2,5 Zoll Platten, die ihren Strom über USB beziehen – hier sollte man über einen USB-Hub mit Netzteil nachdenken.

    2. himmellaeufer
      schrieb am 5. August 2010 um 20:54 Uhr (#)

      wäre es nicht sinnvoller einfach einen ipod touch (wenn mit display) an die steroanlage zu schließen? der kostet nicht so viel mehr in der kleinsten version bzw macht es wenn es ums geld geht auch eine andere version.

    3. Mathias
      schrieb am 22. August 2010 um 21:42 Uhr (#)

      Mit dem Core-Player und anderen (GSPlayer2E…) lassen sich MP3 und Internatradio hören.
      Als Internetradio über LAN oder WLAN und angeschlossen an eine Stereoanlage ist das Mini bestens geeignet! Viele Internetradios kosten bedeutend mehr als das JAY-book. Durch die einfache Bedienung über verschiedene Browser (IExplorer, ich nutze den Browser von IRIS, jetzt Torch von RIM) ist das kleine Gerät den teuren Netradios gegenüber klar im Vorteil!
      Externe Festplatten funktionieren, wenn sie mit FAT32 formatiert wurden. NTFS beherrscht das Mini nicht.

    4. Schreibt hier auf dem Blog Kai Zantke
      schrieb am 22. August 2010 um 23:47 Uhr (#)

      Super, wenn das Gerät bei Dir einwandfrei läuft und seine Bestimmung gefunden hat.
      Dabei wird deutlich: Für Speizialisten hat das Jay-Book seine Berechtigung, die breite Masse kann damit nichts anfangen.

    5. Mathias
      schrieb am 22. August 2010 um 23:55 Uhr (#)

      Traurig ist eben, dass mit dem Gerät, der Werbung und dem Preis bei gewissen Bevölkerungsschichten eine “Begehrlichkeit” geweckt wurde! Aber eben diese Bevölkerungsschicht wird daran keine Freude haben, denn für einen Laien ist es fast unmöglich, von der Couch aus und ohne jedes Hintergrundwissen mal so locker ‘ne Mail zu empfangen oder im Internet zu surfen. Und als Einstieg in die Netz- und Multimediawelt (siehe Werbekampagne der Discounter) ist das Ding ja nun wahrlich nicht geeignet – zumindest in der von JAY-tech auf den Markt geschossenen Form.

    6. Mathias
      schrieb am 23. August 2010 um 00:00 Uhr (#)

      Für alle die Menschen, die an weiteren Infos und an Tipps zu dem Mini interessiert sind, kann ich auf diesen Blog verweisen:

      http://blog.fohrn.com/?p=2771

      Dieser Blog fing auch so an, wie die meisten Kommentare im Netz, doch daraus entwickelte sich eine kleine Diskussion mit vielen nützlichen Hinweisen.

  3. chris
    schrieb am 22. Juli 2010 um 16:07 Uhr (#)

    Das sohl wohl 1,8Ah heissen.

    1. linda
      schrieb am 28. Juli 2010 um 13:37 Uhr (#)

      dieses scheiß ding kann nichts und die kundenfreundlichkeit lässt auch zu wünschen übrig selbst die nehmen ihn nicht zurück und sagen man soll ihn weiter verkaufen

  4. Jürgen
    schrieb am 28. September 2010 um 11:03 Uhr (#)

    Ich habe mich auch dazu hinreisen lassen so ein Teil zu kaufen. Außer die Software die dabei ist, habe ich noch keine weitere zum laufen gebracht. Wichtig wäre mir Team
    Speak RC2. Jetzt liegt er in einer ECKE HI.

  5. Paule
    schrieb am 30. April 2011 um 19:55 Uhr (#)

    Hallo Jeytech-Fans!
    Ich habe daS Ding und schriebe auch diesen Kommentar drauf. Ich habe Aktivboxen angeschlossen und höre wav-Dateien, gesteuert über den Equalizer des CORE-Players. Internet-Radio kann ich ebenfalls hören sowie Googln. Word-Dateien sowie Exel-Dateien lassen sich ebenso bearbeiten und lassen sich über Stick portier problemlos ausdrucken.Im Internet habe ich ein APP namens resinfo.exe gefunden. Diese Funktion lässt sich problemlos downloaden. Sie zeigt Leistungsdaten wie Speicherbelegung, Prozessolast usw. an. Nun viel Spass!

  6. MR.X??
    schrieb am 2. Juli 2011 um 12:14 Uhr (#)

    Läuft wehnigstens windows xp auf diesem teil?
    (vorraussetzungen eigentlich erfüllt)

    1. Tom
      schrieb am 3. Juli 2011 um 11:51 Uhr (#)

      Der kam jetzt aber echt gut, ROTFL!

      Im Ernst: Lieber einen gebrauchten Laptop mit XP kaufen als in so ein Gerümpel auch nur einen Cent investieren …

    2. Schreibt hier auf dem Blog Kai Zantke
      schrieb am 3. Juli 2011 um 13:11 Uhr (#)

      Definitiv nicht, das ist ein ARM-Prozessor und Windows XP kann damit nichts anfangen. Vlt. Win8 aber da ist die Frage ob die Leistung ausreichend ist, das ist fast ein Ding der Unmöglichkeit

  7. Lenny
    schrieb am 22. Mai 2012 um 20:51 Uhr (#)

    Hallo haben mir ebenfalls ein jay-book gekauft doch leider komme ich nicht ins internet, es heist: fehler beim zuordnen und office kann ich auch nicht öffnen weil ich da irgendeine seriennummer eingeben muss um es freizuschalten wie mach ich das???

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