FRITZ!WLAN Repeater N/G von AVM im Test:
Soundiger Reichweitenverlängerer

Der FRITZ!WLAN Repeater N/G erhöht nicht nur die Reichweite eines WLAN-Routers sondern dient auch als digitales Abspielgerät an der Stereoanlage und als Internetradio.

Wenn es stottert, ruckelt und anderweitig hapert liegt es oft am zu schwachen Drahtlosnetzwerk (WLAN). Dessen Reichweite ist nicht nur von Wänden sondern auch von Nachbarn abhängig, die oftmals das eigene Signal “wegfunken”. Ein WLAN-Repeater verdoppelt die Reichweite eines Netzwerkes. Das Modell von AVM wird dabei einfach in eine Steckdose gestöpselt und vergrössert danach mit wenigen Mausklicks auch ein verschlüsseltes WLAN. Dank UKW-Radiosender und sowie digitalem und analogem Tonausgang versorgt es nebenbei auch noch die Stereoanlage mit Musikkonserven aus dem Netzwerk oder Internetradiostationen.

Man muss sie einfach mögen, diese AVM-Leute aus Berlin. Denn sie machen sie mit FritzBox und Co. leistungsstarke und zuverlässige Kommunikationsprodukte. Ferner pflegen sie alle Geräte über Jahre mit liebevoll programmierten und vor allem kostenlosen Softwareupdates. Während also fernöstliche Billigware innert weniger Jahre wegen Inkompatibilität zum Elektroschrott wird, begeistern die AVM-Geräte regelmäßig mit neuen Funktionen, ohne dass dafür der Kunde einen Rappen oder Eurocent zu zahlen braucht. Lediglich ein Update alle paar Monate ist nötig (und selbst das geht so einfach, dass es auch weniger Technikaffine hinbekommen).

Einstecken, rausgehen
Das ist beim FRITZ!WLAN Repeater N/G nicht anders. Bereits seit Jahren erfüllt er seine Kernaufgabe als Funk-Repeater klaglos. Dabei empfängt er ein Datenpaket von WLAN-ADSL-Router (natürlich eine Fritzbox) und schickt dieses Datenpaket sozusagen “aufgefrischt” wieder mit voller Funkleistung in die Luft. In der Praxis lässt sich damit die Reichweite meist verdoppeln. Während ich also früher auf der Terrasse kein WLAN aus dem Büro hatte, darf ich nun im Liegestuhl surfen, weil der Repeater im Wohnzimmer das Funksignal aus dem Büro empfängt und mit genügend Saft auf die Terasse schickt.

Theoretisch lassen sich viele WLAN-Router auch als Repeater einsetzen. Die entsprechende Konfiguration ist aber meist knifflig, insbesondere wenn ein mit WPA2, WPA oder WEP verschlüsseltes Funknetz erweitert werden soll. Beim Repeater von AVM ist das einfacher, weil er auf diese Aufgabe spezialisiert ist und AVM sowohl Installationssoftware für Windows mitliefert als auch eine Konfiguration über den Browser ermöglicht. Dies stellt sicher, dass sich der Repeater problemlos in WLAN verschiedener Hersteller einklinkt und diese erweitert.

LAN-Anschluss für Hi-Fi-Anlage
Besonders clevere Funktionen zeigen sich im Menü Audio. Hier macht man nämlich den Repeater zum Musik-Renderer nach UPnP-Standard. Das heisst, er spielt Musikkonserven (MP3 und WMA, aber leider kein OGG) aus dem Netzwerk ab. Dazu verbindet man ihn als Erstes mit der Stereoanlage. Das kann digital (S/P-DIF), analog (Klinke) oder per UKW sein. Im letzten Fall wird der Repeater zum UKW-Sender und speist sich so in jeden UKW-Empfänger ein.

Nun muss man am PC unter Windows 7 nur noch im Media Player einen beliebigen Song auswählen und mit der rechten Maustaste anklicken. Im Menü “Wiedergeben auf” wählt man nun den Repeater an und schon dudelt es aus dem Hi-Fi-Verstärker. Der Repeater arbeitet also im Netzwerk als UPnP-Renderer. Dadurch lässt er sich beispielsweise auch von einem iPhone oder iPod Touch aus über die Software PlugPlayer mit Musik von einer UPnP-Festplatte (Synology und Co.) versorgen.

Neben Windows 7 unterstützen auch andere Medienplayer wie Twonky solche Renderer im Netz.

Ferner lässt sich der Repeater auch als Internetradio nutzen. Dazu wählt man im Browserfenster eine vordefinierte Station aus und spielt diese direkt via Repeater an der Stereoanlage ab. Eigene Stationen können problemlos dazugefügt werden. Theoretisch lässt sich die Wiedergabe auch direkt auf dem Touchdisplay des Repeaters ohne Browser steuern. Ich persönlich bin allerdings ais dessen Symbolsprache nie schlau geworden.

Als dritte Variante lässt sich der Repeater wie eine Soundkarte am PC nutzen. Dazu muss des von AVM kostenlos verteilte Programm “USB-Fernanschluss” installiert und gestartet werden. Danach leiten alle Windowsprogramme ihre Tonausgabe statt auf die interne Soundkarte auf den Repeater um. Damit lassen sich sämtliche am PC abspielbaren Audioformate auch via Repeater wiedergeben.

Fazit: AVM hat mit der neuen Software für ihren Repeater den kleinen Reichweitenerweiterer zum wertvollen Helfer in der vernetzten Heimunterhaltung gemacht. Zwar hat Apple mit dem AirPort Express ebenfalls einen audiofähigen WLAN-Access-Point im Angebot, der aber bezüglich Funktionen und Offenheit nicht mit der AVM-Lösung konkurrenzieren kann.

Mit Strassenpreisen um 120 Franken (85 Euro) ist der Repeater schon beinahe ein Schnäppchen.

Ein ausführliches Datenblatt zum FRITZ!WLAN Repeater N/G findet sich bei AVM.

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5 Kommentare

  1. Josef
    schrieb am 21. Mai 2010 um 13:33 Uhr (#)

    Ich habe drei Fritz Boxen und einen Repeater und die Geräte sind wirklich gut. Allerdings darf man von dem kleinen Repeater keine Reichtweitenwunder erwarten. Innerhalb einer Etage sehr gut, aber über ein Stockwerk hinweg wird es eng.

    Ich würde mir auch kein anderes Gerät mehr holen außer denen von AVM.

  2. Windows glanz
    schrieb am 21. Mai 2010 um 13:44 Uhr (#)

    Naja ein Schnäppchen finde ich es nicht gerade. Eine Airport Express vom Abzocker schlechthin kostet CHF 119.- kann bis auf den UKW Transmitter das selbe und ist zudem flexibler einsetzbar.

    Wer Musik in guter Qualität hören möchte setzt sowieso auf den Digital-Ausgang und kann mit UKW nichts anfangen. Das nur MP3 und WMA unterstützt werden ist auch nicht schön.

  3. pmuc
    schrieb am 21. Mai 2010 um 22:32 Uhr (#)

    Ich habe den Repeater in Kombination mit einer Fritzbox 7270 nun seit ca. 8 Monaten im Einsatz. Grundsätzlich tut der Repeater was er soll.
    Mir fällt nur auf, dass beim Verschieben von großen Datenmengen im WLAN Netzwerk häufig ein Fehler entsteht, so dass die WLAN Verbindung zwar noch besteht, jedoch kein Datendurchsatz mehr möglich ist. Insbes. bei Time Machine Backups ist das derweil sehr nervig und nur ein Reboot des Repeaters hilft…
    Grundsätzlich halte ich viel von AVM Produkten, aber hier scheint das Qualitätsziel noch nicht ganz erreicht zu sein. Ggf. schafft ja ein zukünftiges Firmwareupdate abhilfe.

  4. Kahni
    schrieb am 25. Mai 2010 um 23:49 Uhr (#)

    ich hab atm eine 2. fritz box als repeater für eine fritz box 3270 eingestellt, was sehr sehr sehr schwierig war und bisweilen immer noch harpert und abstürzt, wenn man zB mehrere tage ununterbrochen eine verbindung aufgebaut hat.

    darum freu ich mich erstmal über diesen test, der mir endlich die ukw und musikstreaming funktion erklärt hat :D

    mit dem reapeater wird mein netzwerk hoffentlich stabiler und durchsatzstärker.

  5. Peter Wirth
    schrieb am 1. März 2011 um 18:42 Uhr (#)

    Habe den Repeater seit gut zwei Jahren in Betrieb und bin damit vollauf zufrieden. Habe zuvor diverse Produkte amerikanischer resp. fernöstlicher Provenienz ausprobiert und es war ein Debakel. Verstärkung geht bei mir auch über ein Stockwerk hinweg sehr gut und hat meiner Squeezebox damit endlich den notwendigen Stream besorgt. Konfiguration fand ich etwas mühsam und war erst nach diversen Anläufen erfolgreich. Geholfen hat auch der sehr gute Support der Firma.

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