Elgato EyeTV Sat im Test (I):
Vernetztes HD-TV ab Satellit für Macs

Die kleine weisse Box EyeTV Sat von Elgato verbindet per USB Rechner unter MacOS oder Windows mit der Sat-Schüssel.

Die kleine weisse Box EyeTV Sat von Elgato verbindet per USB Rechner unter MacOS oder Windows mit der Sat-Schüssel. Die Lösung funktioniert sogar mit dem Windows Media Center und dem verschlüsselten Schweizer Fernsehen in HD-Qualität.

Wer eine Satellitenschüssel installiert hat volle Empfangsfreiheit unter tausenden Sendern und perfekte Bildqualität. Verbindet man das Ganze mit einem PC erhält man einen luxuriösen Videorekorder.

Elgato EyeTV Sat stellt genau diese Verbindung zwischen Rechner und Satellitenschüssel her. Die kleine Box wird per USB-Kabel an Mac oder Windows angekoppelt und schluckt dank einem CI-Slot sogar die Decoderkarten von verschlüsselten Sendern wie dem Schweizer Landes-TV SRG.

Elgato ist eigentlich für TV-Lösungen im Apple-Umfeld bekannt. Denn Cupertion liefert die Macs noch immer ohne jegliche TV-Tuner aus. Elgato füllt mit Empfängern für DVB-T oder das satellitengestützte DVB-S diese Lücke. Auf dem Mac bietet Elgato eine perfekte netzwerkfähig Lösung, mit der man im ganzen Haus und auf iPhones und iPods live Fernsehen oder Konserven geniessen kann. Im ersten Teil des Beitrages werden wir diese Lösung umfassend beschreiben.

Wenig bekannt ist, dass Elgato seine Produkte auch mit Software für Windows-PC verkauft. Und hier ist den Deutschen eine kleine Sensation gelungen. Sie bieten als erste eine funktionierende Sat-Lösung für das Media Center und Windows 7 an, das zuverlässig auch verschlüsselte Sender wie beispielsweise SF-DRS empfangen und aufzeichnen kann. Dieser Lösung widmet sich der 2. Beitrag.

Der iMac ist ein schöner, leiser und stubentauglicher All-in-One-PC, der aber leider über keine Fernsehfunktionen verfügt. Wir haben das 27-Zoll-Modell mit dem Satellitenempfänger von Elgato aufgerüstet und den Apfel in ein HD-TV mit Digitalrekorder verwandelt.

Schönling als TV
Der neue 27-Zoll-iMac mit schlichtem Aludesign verschönert jedes Designerwohnzimmer. Im rund drei Zentimeter dicken Bildschirmgehäuse haben ein Terabyte Festplattenspeicher, vier Gigabyte Arbeitsspeicher, ein flinker Vierkernprozessor und ein DVD-Laufwerk Platz gefunden.

 

Bei allen Macs fehlt aber ein integrierter Fernsehempfänger. Da aber der 27-Zöller mit seinen 2560 x 1440 Pixeln Auflösung geradezu nach HD-TV lechzt, rüsteten wird das Testgerät mit einem Elgato EyeTV Satellitenreceiver auf. Die taschenbuchgrosse Box wird per USB-Dose mit dem Mac verbunden und erhält per Koaxkabel Fernsehsignale von der Satellitenschüssel. Den Schlitz für das Common Access Modul (CAM) füllten wir mit einem Alphacrypt Light Lesegerät und der kostenlosen Keycard von Broadcast.ch, damit auch die verschlüsselten Kanäle des Schweizer Fernsehens empfangen werden können.
Durch die gesamte Konfiguration führt ein einfacher Dialog. Nach 30 Minuten begrüsste uns der iMac mit knackigscharfen Bildern von HD suisse und erklärte stolz, er kenne auch noch weitere 2965 Sender. Diese immense Senderliste zu säubern und zu sortieren war dann allerdings zeitraubende Knochenarbeit. Wir wünschen uns, dass Elgato fertige Listen mit den gängigsten 50 deutschsprachigen Sendern per Internet anliefert.

Einfach fernsehen, pausieren und aufnehmen
Nachdem die Lieblingssender aber den richtigen Kategorien zugeordnet waren, macht der Umgang mit EyeTV Spass. Schade nur, dass Elgato eine billige Infrarotfernbedienung beipackt, die neben dem iMac wie ein Abfallcontainer neben einem Maserati aussieht. Sie bietet die nötigsten Tasten: Man kann durch Sender zappen, eine Sendung per Pausentaste anhalten und nach dem Kühlschrankbesuch weiterlaufen lassen (Timeshift) oder mit einem Tastendruck auf die Mac-Festplatte aufnehmen.

Die elektronische Programmzeitschrift stammt von Tvtv.de und glänzt mit gezielten Spielfilmtipps, sauberen Rubriken und komplettem Senderangebot. Serienaufnahmen lassen sich wenigen Klicks programmieren. Über Suchfunktionen kann man sogar sicherstellen, dass inskünftig alle Filme mit Brad Pitt automatisch aufgezeichnet werden. Über die Internetseite von tvtv.de kann man aus dem Büro eine Aufnahme planen, der Mac zu Hause holt sich sporadisch solche Aufträge von der Internetseite ab. Nach einem Jahr kostet tvtv jährlich rund 20 Euro.

Vernetztes Live-TV und iPhone-Integration
Vorbildlich sind die Vernetzungsfunktionen, die Elgato integriert hat. Jeder Mac im Netz kann Live-Fernsehen abspielen und auch Sender wechseln. Filmaufzeichnungen lassen sich auf allen Macs im LAN abspielen. Das funktioniert auch im Multitasking, im Kinderzimmer kann also der aufgezeichnete Kinderfilm ablaufen, während man in der Stube live die Tagesschau sieht. Macs ab OS X 10.6 können diese Funktionen direkt im Browser nutzen, bei älteren Äpfeln muss EyeTV installiert werden. Windowsrechner sind leider ausgeschlossen.

Auch iPod-Touch und iPhones können auf Live-TV und Konserven zugreifen. Will man dazu das heimische Wireless-LAN nutzen, muss man ein rund 5 Franken teures Programm aus dem Appstore kaufen. Wer Geld und Geduld hat, kann auf seinen Fernseher auch über das Handy-Netz zugreifen. Ohne HSDPA-Versorgung macht das wenig Spass, ferner „verheizt“ man pro Minute 2,4 Megabyte Datenvolumen. Mehr Sinn macht, mit mobilen Geräten Aufnahmen aus der Ferne zu programmieren.

Fazit: Ein iMac mit dem Elgato EyeTV Sat (Affiliate-Link) -Fernsehtuner braucht sich vor einem Mediacenter-PC unter Windows 7 nicht zu verstecken. Vor allem glänzt EyeTV mit perfekten Netzwerkfunktionen innerhalb der Apple Welt. Im Gegensatz zu einem modernen Windows-Media-Center wie dem Sony Vaio lassen sich auf dem Mac aber keine Blu-Ray-Filmscheiben abspielen.

2. Teil: Sat-Empfang im Windows 7 Media Center mit Schlüsselkarte

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2 Kommentare

  1. Sinaria
    schrieb am 7. Mai 2010 um 08:45 Uhr (#)

    Das Gerät macht einen interessanten Eindruck. Weiß jemand, ob man hier in Deutschland auch koreanische bzw. japanisches Programme damit dem oben genannten Gerät empfangen kann???

  2. Blancblue
    schrieb am 7. Mai 2010 um 11:26 Uhr (#)

    Ja – haben die Hotels auch schon entdeckt:

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