Wireless Display:
Notebook funkt an HD-TV

Die Intel-Technik Wireless Display bringt das Bild auf dem Notebook per WiFi auf den TV.

Intel Wireless Display
Intel Wireless Display
Filmkonserven und Live-TV machen auf dem Notebook Spass. Wenn nur der Bildschirm nicht so schrecklich klein wäre. Mit Wireless Display (WiDi) von Intel verbindet sich der Mobilrechner drahtlos via eingebautem WiFi mit einem beliebigen HD-Fernseher und klotzt dann per 802.11n-Funk Video und Foto auf das Grossbild.

“Man kann doch ein gutes Notebook einfach per HDMI- oder DVI-Kabel an den Fernseher anschliessen”, werden nun die Besserwisser mäkeln. Zur Strafe dürfen diese drei Mal hinter den TV kriechen und stöpseln. Ferner müssen sie danach als “lebende Fernbedienung” permanent zwischen Sofa und dem mit 1-Meter-Kabel an den TV angeketteten Notebook hin und her rennen. Dann vergeht ihnen die Besserwisserei. Oder sie kaufen ein Produkt wie das Wireless Display von Philips (Affiliate-Link), das mit rund 75 Euro und einem Rückkanal Videos und Fernbedienung beamt. Aber jetzt kommt Intel mit der integrierten Lösung:

Da sassen wir einfach im Sofa, das Notebook auf den Knien, und genossen das Grossbild auf dem zwei Meter entfernten HD-TV. Ob Live-Glotze mit Wilmaa oder Zattoo oder Mediathekengeklicke bei ARD, SRG und ZDF, es funktioniert. Natürlich darf man auch durch YouTube schnipseln, den DVD-Schlitz des Notebooks mit Silberscheiben füllen oder Filmkopien ab Festplatte auf dem Grossformat-TV geniessen.

Das Beste an der Wireless Display Technik (WiDi) ist, dass es beim Notebook keinerlei Zusatzhardware benötigt. Aber – und das ist ein grosses Aber – es gibt bisher nur eine Handvoll Rechner, die WDT unterstützen. Dazu gehören Dell Studio 15z, Toshiba Satellite E205/A660 sowie das Vaio VPCS111FM/S von Sony. Denn damit WDT funktioniert, muss das Notebook folgende Kriterien erfüllen:

  • Prozessor: Intel Core i7-620M, i5-540M, i5-520M, i5-430M, i3-350M oder Intel i5-330M
  • Chipsatz: Intel HM57, HM55, QM57 oder QS57
  • Grafik: Intel HD Graphics
  • WLAN: Intel Centrino Advanced-N 6200, Centrino Advanced-N + WiMAX 6250 oder Centrino Ultimate-N 6300
  • Software: My WiFi Technology and Intel Wireless Display müssen vom Hersteller vorinstalliert werden
  • Betriebssystem: Windows 7 (64-bit) Home Premium, Ultimate oder Professional

Der Fernseher, jetzt kommt das Kleingedruckte, muss ebenfalls mit einem WiDi-Empfänger aufgerüstet werden. Der kommt aber praktischerweise als kleine Box von Netgear und passt an jeden HDMI-Anschluss. Netgear bezeichnet seine Box als Push2TV und liefert sie mit der Modellbezeichnung PTV1000 für rund 100 Dollar in den USA bereits aus.

WiDi unterstützt die Auflösungen 1280 x 800, 1280 x 768, oder 1280 x 720 mit jeweils 30 Frames pro Sekunde. Echtes Full-HD mit 1080 x 1920 und 50 Bildern ist also nicht möglich. Die Darstellung von 720p ist dagegen kein Problem.

 

Bei WiDi wird heftig gerechnet. Das Bildsignal wird von Grafikchip abgezweigt, komprimiert und dann an den WLAN-Chipsatz weitergereicht, der letztlich den Datenstrom an den Netgear-Empfänger schaufelt. Dabei waren bei unserer von Intel durchgeführten Demo Bild und Ton erstaunlich synchron. Was allerdings nur mit Verzögerung funktioniert, ist die Darstellung des Mauscursors auf dem TV. Durch die leichte Zeitverzögerung, welche die Rechnerei mit sich bringt, hinkt der Cursor auf dem TV den eigenen Steuerbewegungen immer leicht hinterher. Gamen mit WiDi macht also keinen Spass.

Welcher Notebook-Hersteller WiDi in Deutschland oder der Schweiz mit einem Kit aus Rechner und Netgear-Box zum Durchbruch verhelfen wird, ist nicht bekannt. Ein hübsches Video einer WiDi-Demo gibt es bei Hothardware.com zu sehen.

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2 Kommentare

  1. loons
    schrieb am 4. Mai 2010 um 19:39 Uhr (#)

    Coole Sache!
    Kann man das auch als Erweiterung des Schreibtisches nutzen, also als zusätzliches Display???

    1. Schreibt hier auf dem Blog Kurt Haupt
      schrieb am 4. Mai 2010 um 21:29 Uhr (#)

      Nach meinem Wissensstand funktioniert nur der Clone-Modus.

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