Acadalus CPS-H1:
Bilder perfekt in der Horizontalen

Das CPS-H1 von Acadalus richtet sich an professionelle Fotografen, die ihre Kamera schnell perfekt waagerecht ausrichten wollen oder müssen.

Heutzutage verschwendet man beim Fotografieren selten einen Gedanken an ein verwackeltes, über-/unterbelichtetes Bild oder fehlende Tiefenschärfe. Man sieht ja gleich das Ergebnis, wenns nicht gefällt schießt man ein neues. Und ist der Schnappschuß nicht ganz sauber gelungen, so helfen Photoshop und Konsorten beim Nachbessern. Das kann allerdings sehr aufwändig werden, aufwändiger als ein neues Foto zu schießen. Wer über genügend Finanzen verfügt kann sich mit dem CPS-H1 von Acadalus eine Stolperfalle ersparen – im wahrsten Sinne des Wortes.

Denn der selbstaufrichtende Kamerafuss kostet stolze 5000 US Dollar, in der billigsten Variante. Damit wird gleich klar, wer hier angesprochen wird: Professionelle Fotografen die viel Wert auf Details legen. Und was kann dieses Kamera-Accessoire? Es hilft bessere Bilder zu machen; also berechnet es die perfekte Beleuchtung? – Nein. Es bestimmt die genaue Distanz zum Objekt und berechnet die Tiefenschärfe? – Nein. Rote Augen Effekt? Nö. Es ermöglicht per Knopfdruck die Kamera perfekt waagerecht zum Boden auszurichten, das war es, und das soll es recht schnell können.

Im Studio wird dazu der Mikroprozessor mit Strom aus der Steckdose versorgt (Studio Kit für 5000 USD) und ein Neigungssensor berechnet die totale Waagerechte, unterwegs verlässt man sich auf das 500 g schwere Akkupack(Location Kit 5500 USD), das mit dem motorgetriebenen Kamerafuss zusammen 3 kg auf die Waage stemmt und für zwei Stunden ununterbrochene Ausrichtung sorgt. Sehr einleuchtend kostet denn auch der Akkupack 500 USD extra, pro Gramm einen Dollar. Fairerweise muss man erwähnen, dass noch ein Akkuladegerät im Preis enthalten ist, nicht jedoch das Netzteil, man muss sich also vorher entscheiden.

Das Stativ ist selbstverständlich nicht im Lieferumfang enthalten, und will man sowohl im Studio und draussen fotografieren so sollte man 5600 USD investieren um alles zu bekommen.
Präzise Sensoren sind sehr teuer und auch ein Motor, der Millimeter genau arbeitet, ist gleich mal um Faktor 10 teurer als ein normaler. Aber für den extra Akkupack 500 USD zu verlangen grenzt an Wucher. Einziger Zweck könnte in Aufnahmen liegen, die für Plakatwände genutzt werden, wo man also eine scheinbar gerade Linie als schräg entlarven würde.

Andererseits erfordert dies enorm hohe Präzision, die Plakate in der Stadt genauso engagiert und präzise auf zu leimen; dass der erfahrene Fotograf keine Ahnung von Photoshop besitzen darf und den Bildausschnitt zu klein gewählt haben muss um noch eine Korrektur mit “cropping” durchzuführen, verschweigen wir mal, denn die Geometrie relativ zu den anderen Objekten stimmt ja.
Vor allem ist mir nicht eingängig, wieso ein Künstler vor Ort keine fünf Minuten zum ausrichten seiner Kamera anhand einer Wasserwaage aufbringen kann. Bevor er sekundenschnell seine Position per Knopfdruck erreicht, baut er erst mal 30 Minuten lang seine Ausrüstung auf. Vielleicht kann sich ein Betroffener zu Wort melden.

Via PDN.
Direkter Link zu Acadalus.

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2 Kommentare

  1. wowow
    schrieb am 2. Mai 2010 um 22:02 Uhr (#)

    Man braucht aus meiner Sicht weder dieses absolut überteuerte Ding noch extra eine Wasserwaage mitschleppen.
    Gute Stative haben eine Libelle eingebaut, diese sollte bei fast allen Anwendungszwecken für eine ausreichende Ausrichtung der Camera genügen.
    Außer ich möchte vielleicht bei einem Erdbeben live draufhalten, aber da hätte ich dann wohl andere Sorgen…

  2. plexynote
    schrieb am 3. Mai 2010 um 12:06 Uhr (#)

    5000 Euro für ne autoamtische Wasserwaage? Wer denkt sich sowas aus? Und vor allem: wer kauft so was?

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