Misa Digital Guitar:
Slowhand im 21. Jahrhundert

Kai Zantke, 24. Januar 2010 16:12 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Der Hersteller Misa hat seine ganz eigenen Vorstellungen von einer E-Gitarre – sie muss nämlich ein Touchpad besitzen.

E-Gitarren haben sich seit ihrem Schöpfer Fender weit verbreitet und ihren Platz in der modernen Musik eingenommen.

Doch dabei bleibt die Musik natürlich nicht stehen. Neben dem Keyboard fordert auch die digitale Gitarre ihren Platz in den Reihen moderner Musikinstrumente ein.
Misa wagt diesen Schritt, und was dabei herauskommt spaltet die Geister:

Dieses “Musikinstrument”, wenn man es denn so nennen darf, hat mit dem Original nur noch äusserlich Ähnlichkeit und zeigt keine beweglichen Teile mehr.
Statt eines Loches in der Mitte des Korpus prangt dort ein 8,4 Zoll großes MultiTouchpad, während die Bünde leer ausgehen, Saiten gibt es nämlich keine mehr. Der Schritt zur digitalen Klangwelt macht diese überflüssig, so wird auch der Hohlraum von einem Midi-Controller ausgefüllt.

Dieses Multitouchpad mit einer Auflösung von 800*600 Pixeln nutzt der Musiker nicht nur zum Erzeugen von Klängen, sondern auch zur Veränderung von Klangfarbe, Tonhöhe oder Lautstärke. Darauf beschränkt es sich freilich nicht, denn bei der Konzeption wurde viel Wert auf Open Source gelegt, alles ist nachvollziehbar und dokumentiert. Als arbeitendes System kommt Linux (Gentoo, Kernel 2.6.31) zum Zuge, es hat den Ruf, sehr modular und enorm anpassbar zu sein. Dadurch sind alle Klänge modifizierbar, vielleicht ersetzt man die Gitarrenklänge durch Trompetensound oder Hundegebell.

Den MIDI-Controller im Inneren der Gitarre spricht man entweder wie gewohnt per MIDI-Out oder per Ethernet – und dann sogar über SSH – an. Dies ermöglicht nicht nur den Datenaustausch und das Abgreifen des Sounds, es macht auch das Aufspielen eines neuen Kernels leichter.

Letztlich ist es aber auch nichts anderes als ein MIDI-Eingabegerät, das statt Tasten eben Berührung nutzt, somit funktioniert es an allen PCs, die eine MIDI-Schnittstelle aufweisen, also MacOS, Windows und Linux gleichermaßen. Für eine umfassende Klangpalette stehen dem Gitarristen 24 Bünde zur Verfügung, ausreichend um eine ganze Ballade zu füllen.

Wer also Hornhaut auf den Fingern scheut, vom vielen Spielen auf den Metallsaiten, der schaut bei Misa mal vorbei.

Einen Preis will man in den nächsten Tagen bekanntgeben.

Update: Michael Z, der Mann hinter dem Produkt, hat mittlerweile verlautbart, dass erst nach Produktionsstart ein Preis fest stehen wird.

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2 Kommentare

  1. Jürgen
    schrieb am 25. Januar 2010 um 08:06 Uhr (#)

    Die Möglichkeiten beim spielen sind ja nicht schlecht, aber der eingestellte Sound in dem Video war ja eher zum abschalten. Ist der immer so schlecht oder absichtlich so eingestellt?

  2. keen4000
    schrieb am 25. Januar 2010 um 15:02 Uhr (#)

    Wer hats erfunden??
    Natürlich: die Schweizer ;)

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