Improv Electronics Boogie Board:
Digitale Schiefertafel

Das Boogie Board von Improv Electronics ist ein wiederbeschreibbarer Monochrom-Touchscreen für Memos zum Spottpreis

Der Kampf zwischen Technik und Papier geht in die dritte Runde. Der Platzhirsch konnte sich wacker gegen die Tablet-PCs verteidigen; während die eBook-Reader den Printmedien stark zusetzen, wartet in der dritten Runde schon der nächste Gegner: Das Boogie Board.

Das Boogie Board tritt mit leichter Handhabung, geringem Stromverbrauch und kleinem Preis in den Ring, während Papier der klare Favorit ist: Es ist billig, überall und in allen erdenklichen Formen & Größen verfügbar und selbst mit (Herz-) Blut beschreibbar.

Die Geheimwaffe des Boogie Boards von Improv Eletronics ist der monochrome Touchscreen. Ein Bildschirm, der nur beim Löschen der Aufschriebe Strom verbraucht, deshalb reicht ihm eine kleine Knopfzellenbatterie, wie man sie aus Taschenrechnern oder Uhren kennt. Angeblich sind die Notizen bis zu 10 Jahre lesbar, und eine Batterie schafft bis zu 50’000 Löschvorgänge, danach muss man das Board wegwerfen.

Damit ist das Boogie Board sofort einsatzbereit und muß nicht ein- oder ausgeschaltet werden, man nimmt den Stylus, einen Stift oder Finger und schreibt drauflos. Der (resistive) Bildschirm ist zudem drucksensitiv, so dass man durch Variation des Druckes dickere oder dünnere Linien zeichnen kann – jedoch nur in einer Farbe, nämlich grün auf schwarz.

Das ist aber nicht die einzige Einschränkung: Hat man sich verschrieben oder einen Strich falsch gesetzt, kann man diesen nicht wegradieren. Stattdessen muss das ganze Board mit einem Tastendruck geleert werden – ach ja, speichern kann man seine Aufzeichnungen auch nicht.

Würde man also Notizen während einer längeren Besprechung machen wollen, so sollte man gleich mehrere von diesen Boogie Boards kaufen, bei einem Preis von ungefähr 20 € ein kleinerer finanzieller Aufwand.

Man erkennt schnell, dass sich hier kein substantieller Mehrwert erschließt. Es ist lediglich der Versuch den Notizzettel durch einen schlechteren digitalen Ersatz zu verdrängen. Auch wenn es nur 20 € kostet, so ist ein Notizblock vielseitiger und billiger.

Improv Electronics scheint dies auch zu erkennen – und appelliert an den ökologischen Gedanken. Durch Nutzung dieses Tablets spare man Papier und schone die Umwelt. Das ist jedoch eine Logik, die nur in Amerika funktionieren dürfte. Der Energieaufwand zur Herstellung des Displays, verlöten der Platine und so weiter übersteigt wohl den Papierverbrauch und dessen Schaden an der Natur.

Und übrigens: Eine Schiefertafel mit Kreide erfüllt den gleichen Zweck und ist sogar kompatibel zum Schulunterricht.

Für alle Unverbesserlichen, hier der Link zum Boogie Board.

6 Kommentare

  1. SCORPiON
    schrieb am 25. Januar 2010 um 01:27 Uhr (#)

    Ich hätte noch einen negativen Aspekt aufzuzeigen: Wie sieht es mit der Portabilität aus? Steckt man das Teil in die Hosen- oder Handtasche, würden sämtliche Notizen verloren gehen.
     
    Alleine wegen der hohen Druckempfindlichkeit sollten Notizen schon nach kurzer Tragedauer in oben genannter Umgebung ausreichen, um dieses Tool spätestens nach Sicht im Kaufhaus in den nächsten Mülleimer wandern zu lassen.
     
    mfg SCORPiON

  2. Name
    schrieb am 25. September 2010 um 20:57 Uhr (#)

    Nun ja, für bestimmte Dinge mag es doch sinnvoll sein. Wer z. B. Chinesisch lernt, kann dieses Board sehr schön zum Üben der Schriftzeichen verwenden – ohne massenhaft Papier verbrauchen zu müssen. Die Übungen müssen ja nicht für die Ewigkeit bestehen bleiben. Das war mir das Geld auf jeden Fall wert.

  3. Blesinger Michael
    schrieb am 24. Oktober 2010 um 23:13 Uhr (#)

    Vieleicht lässt es sich mit einem Digitalen Stift kombinieren. Z. B. Aiptek my Note Premium 2 oder andere digitale Stifte. Beim Aiptek darf es aber keine Magnetfelder abschirmen. Mal testen.
    Oder mit dem Handy Abfotografieren. Für Notizen reichts doch.

  4. Kopfschütteln
    schrieb am 27. Juni 2011 um 14:07 Uhr (#)

    Habe so ein Ding geschenkt bekommen, und ehrlich: was soll so’n Scheiss?

    Industriell vorproduzierter Sondermüll. Mehrwert im negativen Bereich.
    Einen Notizzettel aus Papier kann man immerhin noch zusammenknüllen und damit Fußball spielen

  5. Dirk Smrsk
    schrieb am 28. Juli 2011 um 10:50 Uhr (#)

    Schon lustig diese “Ich kanns nicht gebrauchen, also ist es scheiße” Kommentare. Die haben nämlich einen Mehrwert im negativen Bereich ;)

  6. Koyaa
    schrieb am 8. September 2011 um 00:26 Uhr (#)

    “Endlich etwas, um chinesische Zeichen üben zu können!!” war (auch) mein erster Gedanke als ich es mal in den Händen hielt ;) Auch fürs Lernen für Mathematik bestimmt sehr praktisch (und Einkaufslisten etcpp). Gerade wenn ich mir meinen Schmierzettelstapel anschaue.

    Ob es nun ökologisch besser oder schlechter ist als Papier, kommt auf viele Faktoren an (Energiequellen, Bezug und Transport der Rohstoffe, Recyclingmöglichkeiten,…). Nicht vergessen sollte man allerdings, dass beim “Papierschreiben” auch die Stifte als Abfall anfallen.

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