Tunebug Vibe und Shake:
Töne sind auch nur Gerüttel

SurfaceSound heisst die Technologie, mit der die Tunebugs “Vibe” und “Shake” fast beliebige Oberflächen zum klingen bringen – und wenn’s ein Schädel ist.

Dass Lautsprecher nicht unbedingt eine eigene Membran haben müssen, ist keine neue Nachricht. Es gibt schliesslich schon Beschallungssysteme, welche Fassadenteile zu Boxen machen sollen.

Die “Melodienkäfer” (Tunebugs) der Firma Silicon Valley Global allerdings sind genau umgekehrt ausgerichtet: Sie sollen hervorragenden Klang an Orten erlauben, an denen man normalerweise eben weder Fläche noch Energie noch sonst was für den tollen Sound zur Verfügung hat.

Wozu, habe ich gefragt, schliesslich gibt es Kopfhörer? Die Antwort war so simpel wie einleuchtend: Die Ohrstöpsel kapseln einen aber eben von der Umwelt ab.

So hört der Musikliebhaber weder, was um ihn herum vorgeht, noch kann er den Sound mit den Freunden teilen.

Hier kommen die Tunebugs ins Spiel. Das erste Modell, der “Vibe”, soll genau das verbreiten:

Auf eine beliebige, als Resonanzkörper funktionierende Oberfläche gelegt, macht das mit einem LiPoly-Akku mit 5 Stunden Abspieldauer bestückte Gerät dank 3.5mm Klinkenstecker jedes Musikgerät zum Ghettoblaster.

Nicht ganz, wie das Video zeigt (oder besser hören lässt), aber immerhin: Die kleine Kartonschachtel hatte im überlauten Showroom der “Digital Experience” an der CES doch dem Krach etwas entgegenzusetzen. Ob ich sie als Lautsprecher irgendwo einsetzen würde – ich weiss nicht. Vielleicht um einen Film ab Smartphone via Pico-Beamer zu gucken…

Das zweite Produkt heisst Shake und schüttelt etwas heftiger als das Vibe: Es ist grundsätzlich das gleiche Gerät, aber ausgestattet mit Bluetooth für die Musikübertragung (wobei auch die Klinkenbuchse verfügbar ist), und es vibriert etwas heftiger als Vibe – denn es ist für den Einsatz auf Helmen jeder Art konzipiert: Auf Fahrrad- Snowboard- oder Skateboardhelmen erzeugt es für den Träger angeblich ein Surround-Soundgefühl (obwohl ich mal behaupten würde, dass die Musikausgabe über eine Vibrationsoberfläche grundsätzlich Mono ist).

Ich hab die beiden Helme ausprobiert und kann bestätigen, dass man die Musik spürt hört. Wie lautstark unter normalen Umgebungslärmbedingungen, kann ich allerdings aufgrund des Messehallenkrachs nicht sagen. Auf der andern Seite ist ja eben die Idee des Tunebug Shake, dass man auch während des Musikhörens im Strassen- oder Sportlärm (?) noch was von der Umwelt mitkriegt.

Aber auch wenn es zu leise sein sollte, besteht Hoffnung. Denn Silicon Valley Global hat den nächsten Tunebug in der Pipeline, von dem erst der Name preisgegeben wird: Auf Vibe und Shake folgt – es reimt, passt zu San Francisco und lässt Grosses erwarten – Quake. Beben.

Na denn. Die kleinen Melodiekäfer sind bezahlbar. Der Tunebug Vibe kostet rund 70, das Bluetooth-Modell für die Birne knapp 120.

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3 Kommentare

  1. found4you
    schrieb am 10. Mai 2010 um 11:54 Uhr (#)

    Ein wirklich sehr geiles Gadget!
    Können den Test von chip.de (http://bit.ly/9n8COA) nur bestätigen und haben den Tunebug auch gleich mit in unser Sortiment mit aufgenommen ;-)

  2. Fred from Jupiter
    schrieb am 26. August 2010 um 10:25 Uhr (#)

    Nachdem ich nun gelernt hatte, dass es nicht immer riesen Boxen im Wohnzimmer sein müssen, um perfekten sound zu erzeugen, beschloß ich mal dieses Teil zu testen. Wenn sich bei diesem Produkt die Tuner / Entwickler euphorisch zeigen, kann es nur daran liegen, dass sie zum ersten mal Schall auf dem elektrischen Weg erzeugt haben. Wer die Metall-Drehorgeln mit Pickelwalze von früher kennt, ist besser bedient sich ein solches Teil mit Elektroantrieb auf den Helm zu schnallen. Zum Glück sagt der Hersteller auch nur etwas von Suround-Sound und nicht Raumklang. Man wird nämlich wirklich nur umgeben von dem leisen Krach, aber hat keinen Klang der Kopfhörern etc. ähnelt. So verabschiedete ich mich am gleichen Tag – aber trotzdem mit eine Lächeln – von diesem ausbaufähigen Zwerg. Das Ding war zuletzt noch für einen Gimmick an der Post gut.. Eingeschaltet eingepackt und Handyplayer auf Pause. Nach dem die Dame hinter dem Postschalter das Paket in die Ecke legte – kurz Play gedrückt – und schon lebte das Paket.. Aber für solche Gags sind 100 Euro einfach zu teuer. Fazit: Stöpsel ins Ohr, Handy mit internem Lautsprecher auf den Helm oder das gute alte Kofferradio an den Lenker. Krächzst genauso und hat noch ein bißchen Retro-Style..

  3. Tadeusz
    schrieb am 27. August 2010 um 16:34 Uhr (#)

    Leider hat der Tunebug auch den gleichen Effekt wie kreischende Handy-Boxen:
    http://bike-blog.info/151…em-helm-lautsprecher

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