Motorola Milestone im Test (II):
Ein Stabiler Alleskönner

Das Motorola Milestone (Droid) steht vielenorts ganz oben auf der Wunschliste. Wir sagen, ob zu recht.

Schon beim ersten Eindruck machte das Motorola Milestone (Affiliate-Link) einen richtig guten ebensolchen. Aber es fiel auch auf, dass das Telefon arg groß geworden ist, vor allem, wenn man es mit dem Palm oder dem HTC Magic vergleicht. Allerdings kann man die Größenverhältnisse auch leicht verzeihen: Immerhin hat das Milestone einen 3.7-Zoll großen Bildschirm und überragt damit und mit der Auflösung die Konkurrenz um Längen. Dazu kommt, dass es enorm flach ist, wie man auf den Bilder schon sehen kann. Aber stört die Größe im Alltag und wie sieht es mit der Tastatur aus?

Motorola Milestone
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Look & Feel
Das Milestone ist ein richtiger Klotz. Immerhin hat man die Ecken einigermaßen abgerundet, so dass sich das Handy nicht dauernd irgendwo reinbohrt und hängen bleibt. Mit dem Design hat sich Motorola nicht allzu lange aufgehalten.

Das stimmt aber nicht ganz, denn Motorola ist doch bei einigen Dingen einen völlig neuen Weg gegangen. Da ist zum einem die Tastatur, die unter dem Display wartet, und zum anderen die untere Navigationsleiste. Die ist Teil des Touchscreens, was Vor- und Nachteile hat.

Auch das Gewicht des Milestone ist gewöhnungsbedürftig. Wer die Plastikhandys der letzten Jahre gewöhnt ist, wird sich wundern, wie schwer das Motorola ist. 165 Gramm wiegt das Telefon, um die 50 Gramm mehr als die Konkurrenz. Das Gewicht stört im ersten Moment, aber man hat sich auch schnell daran gewöhnt. Metallabdeckungen wiegen halt etwas. Vergleicht man das Milestone mit einem etwas älteren Nokia N70, relativeren sich Gewicht und Größe auch schnell wieder.

Insgesamt macht das Motorola einen massiven und stabilen Eindruck. Das hohe Gewicht ist nur am Anfang störend. Das Design ist unauffällig puristisch und gefällt.

Die Tastatur
Eine der Nachteile der bisherigen Android-Handys (mit Ausnahme des G1) ist die fehlende feste Tastatur. Zwar ist die Onscreen-Tastatur von Android nicht schlecht, aber viele Benutzer hätten eben doch lieber eine mit richtigen Tasten. Motorola hat das Kunststück fertig gebracht, in das nur 1.3 Zentimeter hohe Handy auch noch eine Keyboard einzubauen. Auf den ersten Blick gefällt auch das. Die Tasten stehen zwar nicht einzeln, was eine Eingabe etwas erleichtern würde, sind aber groß, und eine Art Joystick gibt es auch noch.

Die flache Bauweise des Handys hat allerdings auch einen Nachteil. Weil so wenig Platz vorhanden war, konnte Motorola die einzelnen tasten nicht spürbar anheben. So rutschen die Finger über eine fast ebene Fläche, die einzelnen Tasten sind schwer zu erfühlen. Das gibt sich zwar mit der Zeit, weil man sich an die Lage der Buchstaben und Sonderzeichen gewöhnt, aber in den ersten Tagen fühlt man sich etwas verloren. Man muss sich direkt zwingen, die Tastatur zu nutzen, aber nach einer Zeit geht es einigermaßen. Der Joystick hingegen ist groß genug geraten und arbeitet sehr exakt. Unverständlich: wenn man mit der festen Tastatur arbeitet, gibt Android keine Wortempfehlungen, bzw. Rechtschreibkorrektur.

Die Tastatur ist brauchbar, aber es gibt deutlich bessere. Dennoch ist sie ein Gewinn, wenn man sich an die flachen Tasten gewöhnt hat. Lange Texte lassen sich gut und sauber schreiben. Nur die Rechtschreibkontrolle fehlt unverständlicherweise.

Android 2.0 und Geschwindigkeit

Ehrlich gesagt: Der Sprung von Android 1.6 zu 2.0 ist nicht so groß, wie man vielleicht im ersten Moment denken würde. Die Icons haben sich verändert und sind eckiger geworden.

Die Menüs sind nach unten noch etwas verschachtelter geworden. Das bedarf am Anfang etwas Gewöhnung, aber im Grunde ist alles da geblieben, wo es auch vorher war. Deutlich besser ist die Einrichtung eines zweiten Google-Kontos geworden. Während das bei den alten Versionen ein echter Krampf war, geht es nun richtig schnell. Das wird vor allem die Nutzer von Google Apps freuen. Android beherrscht Push-Google-Konten, Push-Exchange, POP3 und IMAP, was ausreichen sollte. Auch der Google Kalender ist schnell synchronisiert.

Der hier auf den Bildern zu sehende Desktop ist von mir schon angepasst worden. Der Screen oben stammt von der Applikation “Beautiful Widgets” die man im Android Market findet. Aber auch der normale Homescreen ist durchaus brauchbar und hübsch.

Das Milestone hat einen 550MHz-Prozessor. Der kommt mit Android 2.0 relativ gut zurecht: Es kommt zu weniger Zwangspausen als bei anderen Android-Handys. Da man die Verwaltung der Applikationen verbessert hat, lassen sich die auch besser entfernen.

Insgesamt ist Android 2.0 schon ein Schritt nach vorne. Es wirkt erwachsener, reifer und vor allem deutlich stabiler.

Display:
Der Bildschirm hat eine Größe von 480 x 854 Pixel (16:9). Ein Touchscreen, der auch Multitouch beherrscht (was das Milestone angeblich dem amerikanischen Droid voraus hat). Es gibt mittels Vibration ein haptisches Feedback, was allerdings nicht immer nötig ist.

Interessant ist die automatische Helligkeitseinstellung. Man kann unter “Einstellungen / Sound & Display / Helligkeit” eine automatische Erkennung einstellen, so dass das Display immer die optimale Helligkeitseinstellung wählt. Das klappte bei meinem Milestone relativ gut, allerdings finden sich Berichte von anderen Benutzern über Probleme.

Das Display liefert eine gute Auflösung, die Schärfe ist in Ordnung. Es scheint, trotz seiner Größe, auch den Akku nicht allzu sehr zu belasten. Die Berührungsempfindlichkeit ist gut, die Reaktionsgeschwindigkeit auch. Unterhalb des Screens liegen die vier Android-üblichen Tasten “Zurück”, “Menü”, “Home” und “Suche”. Es sind allerdings keine “richtigen” Tasten. Sie sind, wie beim Palm Pre, eher Sensoren.

Im zweiten Teil folgt ein Blick auf die Kamera, das GPS und den Akku des Motorola Milestone (Affiliate-Link). Plus auf ein paar kleine Ärgernisse.

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6 Kommentare

  1. 21.dezember
    schrieb am 22. Dezember 2009 um 00:04 Uhr (#)

    der link zu teil II dieses tests führt wieder auf diese seite hier …

    1. Schreibt hier auf dem Blog Peter Sennhauser
      schrieb am 22. Dezember 2009 um 01:31 Uhr (#)

      Das liegt daran, dass dies der zweite Teil des Tests ist (wie man schon im Titel ersehen kann). Der Dritte folgt.

  2. Viktor
    schrieb am 22. Dezember 2009 um 10:35 Uhr (#)

    leider leider ist die USB Buchse nicht so gut verarbeitet wie der Rest des Telefons :( Ich habe manchmal das Gefühl, dass sie sogar nur locker angelötet ist…

  3. soulpatrol
    schrieb am 22. Dezember 2009 um 10:48 Uhr (#)

    wer hat die fotos zu diesem artikel gemacht? wurde mit dem milestone zuvor im sandkasten gespielt?

  4. 21.dezember
    schrieb am 22. Dezember 2009 um 14:02 Uhr (#)

    @ peter sennhauser

    ähmmm – und wozu soll das gut sein, auf einer seite auf die seite selbst zu verlinken ? (excel würde sowas in ‘ner tabelle als zirkelfehler monieren…)

    1. Schreibt hier auf dem Blog Peter Sennhauser
      schrieb am 23. Dezember 2009 um 03:40 Uhr (#)

      Ich finde Zirkelfehler sexy ;-)

      Es ist zum Beispiel dazu gut, dass Du die gesamte Liste aller Teile eines Tests vor Dir hast und mit einem Copy/Paste irgendwohin copypasten kannst. Komplette Liste halt. Aber ich red mal mit unserer IT…

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