«Kindle2» von amazon in Europa:
Erster Bote einer neuen Generation

Den E-Book-Reader «Kindle» von amazon haben wir hier bei neuerdings.com bereits getestet. Seit kurzem funktioniert das Gerät auch in Europa – und zeigt uns, wo die Reise hingeht.

Seit zwei Wochen teste ich nun den «Kindle» von amazon. Das Gerät, genau genommen heisst es ja «Kindle2», ist nicht neu, daher ist ein Test der Hardware und Software eigentlich für uns globale Geister etwas veraltet. Peter Sennhauser hatte im März schon einen ausführlichen, dreiteiligen Testbericht abgeliefert (hier der Teil I: «Auspacken und Staunen»).

Die Europäer testen ihn natürlich trotzdem jetzt noch. Gion Mathias Cavelty von der Schweizer «Weltwoche» zum Beispiel freut sich, etwas postpubertär, dass keine Schweizer Autoren im Kindle Store sind. Dann bringt er aber doch noch einen nützlichen Serviceteil:


Auf www.thekindlewarehouse.com findet man die Abteilung «Free Books for Your Kindle», dort sind neunzehn kostenlose und legale Bezugsquellen für E-Books aufgelistet, etwa www.freekindlebooks.org («1000s of Free Classic E-Books from Aristotle to Zola»), das gute alte www.gutenberg.org mit über 100 000 Gratis-E-Büchern (auf gutenberg.spiegel.de sind Tausende von deutschsprachigen und auf Deutsch übersetzte Klassiker zu finden) oder www.librivox.org mit aktuell 2396 vorgelesenen Texten im MP3-Format, die man sich auf dem Kindle anhören kann).

Und neuerdings gibt es auch einen PC-Reader für den Kindle. Nicht dass das für sich allein besonders praktisch oder bahnbrechend wäre, aber es ist nett von amazon, dass sie, wenn man schon mal einen hat (oder sich auf Weihnachten wünscht), die Möglichkeit bieten, die Bücher auch auf dem PC zu lesen.

Was mich wundert an den zahlreichen Testberichten, ist die Tatsache, dass sich niemand in den Tests gross darüber wundert, dass der Kindle2 in ganz Europa funktioniert. Ich habe ihn in Deutschland, Österreich und der Schweiz getestet und fand es grossartig. Auf einen Schlag bin ich mobiler als mit dem Handy, wo ich immer dicke Roaming-Gebühren fürchten muss. Der Kindle zeigt es nicht mal an, wenn man roamed, denn es ist eh egal. Damit ist er für mich der erste Bote einer neuen Mobilfunk-Generation: Irgendwann müssen die Operator uns auch globale oder zumindest europäische Verträge bieten, bei denen man ohne Angst in ein Nachbarland reisen kann. Dass der «Buchhändler» Jeff Bezos quasi noch nebenbei vormacht, dass sowas durchaus geht – Hut ab!

PS.: Das Testgerät, das wir verwenden, gibt es derzeit bei Zeeyoo zu gewinnen. Disclosure: Zeeyoo ist Blogwerk-Kunde.

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7 Kommentare

  1. dahlhauser
    schrieb am 17. November 2009 um 12:19 Uhr (#)

    Stell Dir vor: mein Buch kann ich auch in D, A und CH lesen!
    Und: ich kann es verleihen, verkaufen, im Zug am Platz liegen lassen und die Seiten als Klopapier oder Papierschwalbenbaumaterial verwenden. Probier das mal mit Kindchen-Dateien!
    Mal abgesehen davon, wie viele Bücher ich allein für den
    Anschaffungspreis der Plastiksemmel bekomme…
    Noch Fragen?

  2. stadtmensch
    schrieb am 17. November 2009 um 12:27 Uhr (#)

    Ja aber stell dir vor, du gehst 3 wochen in die ferien und willst, sagen wir 10 bücher mitnehmen. schonmal deinen koffer am schalter wieder ausgepackt, weil du die 20 kg gepäck überschritten hast und damit sonst 200 franken nachzahlen müsstest. Und stell dir vor, du kannst den neuesten bestseller gleich am tag des erscheinens auf deinem kindle lesen? Oder stell dir vor, du müsstest nicht mehr alle 2 wochen mühsam zeitungen zusammen binden, weil du deine zeitung auf dem kindle liest. mal davon abgesehen, dass du damit unzähligen bäumen das leben rettest. Noch Fragen? ;-)

  3. wmc17
    schrieb am 17. November 2009 um 20:34 Uhr (#)

    Könnte mich mal jemand aufklären, wie läuft das mit dem 3G download, brauch ich da ne simkarte? oder wie geht das? hab noch keine infos gefunden wie das in der schweiz funktioniert

  4. Im Kaffee
    schrieb am 18. November 2009 um 12:50 Uhr (#)

    Wer liest schon 10 Bücher in den Ferien. Ich gehe schließlich zum fitten und vögeln an den Strand.

  5. Amazon-Fanboyhasser 2.0
    schrieb am 24. November 2009 um 19:51 Uhr (#)

    Ja, der Kindle schon praktisch wenn dank der Buchpreisbindung nebst den überrissenen Anschaffungskosten für dieses Schrotteil die E-Bücher dann mind. nochmals soviel kosten wie normale Bücher ganz zu schweigen davon dass die DRM-Verkrüppelt sind und obendrein eine Funktion eingebaut haben, das Amazon ermöglicht Inhalte auf dem Löschle, ähm Kindle auch per Fernzugriff zu löschen wie diesen Frühling geschehen: http://heise.de/newsticke…dle-eBooks-6887.html :-P

    1984 lässt fürwahr grüssen…

  6. Schreibt hier auf dem Blog Peter Hogenkamp
    schrieb am 24. November 2009 um 20:04 Uhr (#)

    wmc17: Nein, Du brauchst keine SIM-Karte, das Ding funktioniert einfach, fast auf der ganzen Welt.

    Siehe den Textkasten auf dieser Seite: http://www.amazon.com/dp/B0015T963C

    Good news. Kindle can now be shipped to customers outside the U.S. Click here to see important information specific to your country:

    Dann “Switzerland” auswählen. Steht aber auch nur, dass es einfach funktioniert.

    Das ist wirklich ungewöhnlich für uns Roaming-Geschädigte, aber so sollte es eigentlich sein.

  7. Schreibt hier auf dem Blog Peter Hogenkamp
    schrieb am 24. November 2009 um 20:05 Uhr (#)

    Amazon-Fanboyhasser 2.0:

    Buchpreisbindung in den USA? Wusste ich gar nicht.

    Bin kein Fanboy, von nichts, auch nicht vom Kindle.

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