Test Palm Pre II:
Geniale Software

Der Palm Pre ist mit einer komplett neuen Software ausgestattet, die das Leben leichter machen soll. Unser Test zeigt, ob das stimmt.

Palm Pre - Was kann die Software? (Bild: DD)

Palm Pre - Was kann die Software? (Bild: DD)

Im ersten Teil unserer Tests des Palm Pre (Affiliate-Link) haben wir uns mit der Hardware beschäftigt. Die macht teilweise den Eindruck, als sei sie nicht zu 100% durchdacht. Missfallen hat mir vor allem die rutschige Hülle und die Tastatur, die zwar trotz ihrer geringen Größe gut zu bedienen ist, aber es ist schwer an die Zahlentastatur heran zu kommen. Ansonsten machte das Handy einen soliden Eindruck, ohne das man das Wort “sensationell” in den Mund nehmen würde. Das sieht bei der Software, die Palm WebOS nennt, schon anders aus:
Palm Pre
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1. Der Desktop

Palm Pre - Es gibt eine Icons auf dem Desktop

Palm Pre - Es gibt eine Icons auf dem Desktop

Der Desktop wirkt nach dem ersten Start sehr aufgeräumt. Die wichtigsten Programme liegen in der Taskleiste unten. Man hat Zugriff auf die Mails, den Kalender, das Telefon und die Einstellungsebene, die mit einem Pfeil dargestellt wird. Mehr wird es auch nicht.

Und da ist dann schon die erste Besonderheit des WebOS. Bei Android-Handys oder dem iPhone ist man gewöhnt, dass man Icons auf dem Desktop hat. Die starten die Programme und sind leicht aufzurufen. Diese Eigenschaft hat der Palm Pre nicht. Stattdessen ist das WebOS multitasking-fähig. Man ruft ein Programm auf und kann es im Hintergrund laufen lassen, wenn man ein anderes Programm benötigt. Die geöffneten Programme liegen als eine Karte auf dem Desktop. Mit einem Wisch über den Touchscreen kann dann seitlich durch die geöffneten Programme scrollen.

Das ist im ersten Moment sehr ungewohnt, weil es unpraktisch erscheint, immer über das Einstellungsmenü seine Programme zu holen. Aber man muss umdenken, denn das ist gar nicht nötig. Man kann die Programme, die man dauernd braucht, einfach offen lassen und sie dann aufrufen, wenn man sie braucht.

Sehr praktisch, hat aber auch ein paar Nachteile, wie ich noch merken sollte.

2. Das Einstellungs Menü

Palm Pre - Manche Dinge sind nicht leicht zu finden

Palm Pre - Manche Dinge sind nicht leicht zu finden

Auch hier hat Palm in Sachen Navigation eine kleine Überraschung parat. Wer den Ordner “Einstellungen” sucht, der wird lange suchen. Es gibt ihn nicht. Stattdessen findet man die Icons für unterschiedliche Einstellungsmöglichkeiten, wenn man seitlich durch die Seiten im Menü scrollt. Auch hier gilt: Gewöhnungssache. Die wichtigen Programme, auf die man direkt Zugriff haben möchte, liegen auf der ersten Seite, die Einstellungen für das Telefon verbergen sich auf der letzten Seite. Dort gibt es dann viele Möglichkeiten, sein Telefon anzupassen.

Die Menüs sind sehr übersichtlich und aufgeräumt, verfügen also über eine gute Struktur, die leicht verständlich ist. Man muss wenig tippen, sondern kann die meisten Sachen mit Schieberegelern einstellen. Das kennt man so auch vom iPhone.

Positiv aufgefallen ist mir das WLAN Menü. Es reagiert schnell, das nötige Passwort ist schnell eingeben. Vor allem aber dauert es nicht lange, bis sich das Telefon auch ins Netz einwählt. Und dort auch bleibt, denn auch wenn es in den Ruhezustand fällt, bleibt es einloggt und spart der UMTS-Flatrate ein paar MB.

3. Updates

Palm Pre - Gute Update Funktion

Palm Pre - Gute Update Funktion

Auch Palm schickt die Updates über das Netz. Die bekommt man aber erst, wenn man das Update Programm aufruft. Dort bekommt man die Nachricht, dass ein Update vorhanden ist. Man kann das sofort installieren, oder warten, bis das Telefon nicht in Gebrauch ist. Das Handy lädt dann zunächst das Update runter. Man muss die Installation dann noch einmal bestätigen. Während des Updates geht natürlich nichts und man sollte auch einen vollen Akku haben, oder besser noch, den Netzstecker nutzen. Alles weitere läuft im Hintergrund ab, man muss sich um nichts mehr kümmern.

Man sollte häufiger überprüfen, ob ein Update vorliegt, denn meist handelt es sich um Sicherheitsupdates.

4. Bedienung

Wenn man seine Programme im Hintergrund laufen lässt, hat man also schnellen Zugriff. Palm hat zu dem eine Hintergrund Synchronisation. Das bedeutet, dass alle Inhalte permanent auf den neusten Stand gehalten werden. Das kennt man von Android und bedeutet, dass es ohne eine Datenflatrate auch beim Pre nicht geht. Und auch, dass man vorsichtig sein sollte, wenn man im Grenzgebiet wohnt, wo sich das Handy schnell mal in ein ausländisches Netz einwählen kann.

Palm Pre - Alles ist klar strukturiert

Palm Pre - Alles ist klar strukturiert

Läuft das Mailprogramm im Hintergrund kann es mit einen Fingertipp auf das Programm nach vorne holen. Will man es in den Hintergrund schicken, klickt man auf den Trackball und es liegt in Kartenreihe auf dem Desktop.

Ich gebe zu, ich hatte nicht in die Bedienungsanleitung geschaut. Ich dachte mir halt, dass man manche Dinge einfach intuitiv zu erlernen sind. Aber ich habe beim Programmpunkt “Wie schliesse ich ein Programm” dann doch aufgegeben. Weder langes Drücken, noch in den Einstellungen habe ich was gefunden. Die Lösung (nach dem Blick in die Anleitung): liegt ein Programm als Karte auf dem Desktop, schnippt man es einfach nach oben weg. Das war es schon.

Diese kleinen Überraschungen erlebt man immer wieder beim WebOS von Palm. Ich kann jetzt nicht alle kleinen Dinge aufführen, aber ein Blick in die Anleitung ist durchaus hilfreich. Palm hat sich sehr viel einfallen lassen, aber das sind alles Dinge, die man sich erst einmal merken muss.

5. Performance

Palm Pre - Die Synchronisierung kann man abschalten

Palm Pre - Die Synchronisierung kann man abschalten

Es gibt einige Palm-User, die sich über ein lahmes Interface beschweren. Das kann ich zumindest im Moment nicht bestätigen. Ja, manche Programme brauchen einen Augenblick bis sie gestartet sind. Aber nicht so lange, dass man ungeduldig werden würde. Die kleine Verzögerung ist in Ordnung und erduldbar.

Das Handy reagiert gut auf alle Befehle, Multitouch funktioniert auch bestens. Einen Haken habe ich allerdings gefunden. In den Ecken ist der Touchscreen nicht sehr empfindlich. Doch genau da sitzen beim Palm das Klickfeld für die Einstellungen der jeweiligen Programme. Manchmal dauert es sehr lange, bis der Bildschirm mitbekommen hat, dass man oben rechts in der Ecke gerade etwas machen möchte. Das ist ein großes Ärgernis, weil da auch die Punkte “Copy and Paste” sitzen. Hier muss Palm dringend nacharbeiten.

Telefonieren kann man mit dem Handy ja auch noch. Das geht beim Palm gut. Um wählen zu können bekommt man eine Onscreen-Tastatur, den Rest kennt. Die Sprachqualität ist gut, das Telefon wird zwar ziemlich warm, aber es lässt sich aushalten.

6. Akku

Palm Pre - Noch wenig los im App-Store

Palm Pre - Noch wenig los im App-Store

Eines der wichtigsten Kriterien für den Kauf eines neuen Handys ist der Akku. Und da habe ich keine guten Nachrichten. Wenn man das Handy wirklich braucht, also viel ins Netz geht, Mails abruft und telefoniert wird es knapp mit der Laufzeit von einem Arbeitstag. Vor allem das Display kostet mächtig Leistung. Man kann die Helligkeit runter drehen und, wie bei den ersten Android-Handys, WLAN, Bluetooth, UMTS, GPS usw., aber eigentlich hatte man sich das Handy gekauft, weil man den ganzen Krempel nutzen wollte. Nur anschauen ist dann doch etwas wenig. Dazu kommt, dass die Sache mit dem Multitasking zwar toll ist, aber vermutlich jede Menge Akku-Power kostet.

Auch wird Akku nicht nur beim Telefonieren warm, sondern auch, wenn man mal ein paar Mails verschickt. Gut fühlt sich das leider nicht an.

7. Fazit

Kurz gesagt – Hardware geht so. Software ist super.

Das WebOS ist für iPhone und Android User sicher ungewohnt. Es fehlt etwas die intuitive Bedienung, die man vom iPhone und von Android kennt. Bei beiden Handys habe ich nicht einmal in die Anleitung schauen müssen, bei Palm Pre war sie unerlässlich.

Das muss aber kein Nachteil sein, denn die Möglichkeiten, die WebOS bietet mögen ungewohnt sein, aber man möchte sich auch schnell nicht mehr missen. Vor allem die “Vor” und “Zurück” Navigation über den Trackball ist sehr hilfreich. Es sind viele Kleinigkeiten, die WebOS sehr gut machen und einem zeigen, dass andere Hersteller noch mal nachdenken sollten. Palm hat vor allem nicht den Fehler gemacht, das iPhone zu kopieren, so wie man das dem Blackberry Storm nach sagt.

Palm Pre - Fürs Office ist alles dabei

Palm Pre - Fürs Office ist alles dabei

Wer ein Handy anschalten und sofort arbeiten möchte, ist mit dem Palm Pre gut bedient. Mails und andere Dinge sind sofort da, Teil der Software ist auch ein Programm um Office-Dokumente und pdfs ansehen zu können.

Nicht erwähnt habe ich den App-Store von Palm, was aber eine bewusste Entscheidung ist. Das Gerät ist erst ein paar Monate auf dem Markt, man findet noch nicht viele Apps, was aber normal ist. Auch bei Android hat es ein wenig gedauert, bis man eine reichhaltige Auswahl hatte. Ein paar Dinge, wie einen guten Twitter-Client, findet man schon, aber ansonsten sieht es dünn aus. Facebook fehlt allerdings noch komplett.

So toll die Software ist, so sehr fällt die Hardware ab. Das Handy sieht gut aus, aber es gibt doch ein paar Dinge, die nerven. Der fummelige Slot für den USB-Anschluss ist da nur eine Sache. Die scharfen Kanten, die sich billig anfühlende Rückseite und der nicht sonderlich gute Akku sind weitere Nachteile. Über die Tastatur kann man sicher streiten. Mich persönlich hat sie nicht richtig überzeugt. Allein die Tatsache, dass man die Zahlen nur über eine Zusatztaste erreicht, und die nicht feststellbar ist, hat mich genervt. Wirklich oft habe ich mir eine Display-Tastatur gewünscht, einfach, weil es schneller geht.

Palm ist aber insgesamt ein sehr beeindruckendes Comeback gelungen. Das WebOS ist sehr gut, das Handy macht all das, was man von einem modernen Smartphone erwartet. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es zeigt der Konkurrenz, wo die Probleme im User-Interface liegen und was noch alles verbessert werden kann. Wenn da nicht die Hardware wäre, die einen zweifeln lässt.

Palm wird es auch mit dem Pre schwer haben, sich gegen die Blackberrys und Android Handys durchzusetzen. Man macht einige Dinge besser, aber auch nicht so, dass man jetzt sofort “Haben wollen” schreit. Wäre Palm vor Android auf den Markt gekommen sähe die Sache vielleicht anders aus. Aber jetzt hat sich das Google Betriebssystem schon durch gesetzt und seine Flexibilität vor allem bei der Entwicklungsgeschwindigkeit dürfte Palm das Leben schwer machen. Auch wenn Apple dem iPhone nicht nur ein Update, sondern ein echtes Redesign verpasst, dürfte es nicht leichter werden.

Trotzdem – wer nicht der 27ste sein will, der sein iPhone auf den Tisch legt, wem Android wegen Google zu suspekt ist, der ist bei Palm Pre (Affiliate-Link) sehr gut aufgehoben.

 

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4 Kommentare

  1. Android beherrscht auch Multitasking, wie die Programme gestartet werden hat damit nichts zu tun. Wie man mit WebOS Programme startet wird nicht mal erwähnt, aber vermutlich hat es ein einfaches Menu wie Andrioid und iphone oder eine etwas komplexere Struktur wie Windows Mobile?

  2. Dieser Artikel ist zu einfach verfasst. Das Palm Pre Handy hat mehr Mängel als das erlaubt ist. Angefangen bei Bluetooth. Mittels Bluetooth lässt sich nichts übertragen von einem anderen Handy oder PC. SMS schreiben ist sehr mühsam. Bei Treo Pro und seiner virtuellen Tastatur ging dies 3 mal schneller. Es ist nicht möglich Textpassagen aus erhaltenen Mails oder SMS zu kopieren. Man kann SMS auch nicht in einem Ordner Entwürfe ablegen. Der Kalender lässt ebenfalls viel zu wünschen übrig. Ein Office Programm fehlt ebenfalls etc. Mindestens hätte ich erwartet, dass die Softwareausstattung dasselbe bietet wie beim Treo Pro. Wobei dieser schon nicht super ist. Dass die übrige Software so ist wie sie ist, kann ja im Jahre 2009 wohl erwartet werden. Im App Katalog besteht die Software praktisch nur aus einfältigen Spielen. Generell gesagt ist der Palm Pre ein nettes Spielzeug für kleine Kinder. Dasselbe kann aber auch vom iPhone und Samsung gesagt werden. Wer das Handy als Arbeitswerkzeug brauchen möchte, kann dies nicht und ist daher immer noch darauf angewiesen mit einem 1,2 kg schweren Laptop herumzulaufen. Ich frage mich manchmal ob die Entwickler und Tester eine Ahnung haben, was der Anwender braucht. Im übrigen bin ich 59 Jahre alt.

  3. Der, die, das Pre steht ja genau wie WebOS erst am Anfang der Entwicklung. Dem iPhone haben am Anfang auch noch einige Funktionen gefehlt. Bei Android ist das auch nicht anders.

    Diesen Bericht fand ich allerdings auch sehr oberflächlich. Und mehrere Dinge stehen dort auch falsch drin. Der Pre hat z.B. gar keinen Trackball. Das ist nur ein Knopf. Und natürlich gibt es eben eine Ansicht, in der alle Programme sichtbar sind und man diese starten kann. Das wird hier im Bericht “Einstellungsmenü” genannt.

    Ich hoffe, dass WebOs seinen Weg machen wird und ein würdier Nachfolger vom PalmOS wird.

  4. Hab dank dem Programm Backgrounder auch Multitasking aufm iPhone, danke ciao!

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