txtr:
E-Reader aus Deutschland

Mit txtr erscheint der erste E-Book-Reader aus Deutschland, der dem Kindle Konkurrenz machen könnte.

Ich bin mir noch nicht so ganz sicher, ob E-Books ein Hype sind, oder ob sich da eine echte Nische auftut. Aber der Menge an neuen E-Readern ( Endless Ideas BeBook (Affiliate-Link), Kindle, Sony Digital Reader (Affiliate-Link), Barnes& Noble Nook) nach zu urteilen, schient sich ein durchaus großer Markt zu entwickeln. Wer viel Fachbücher lesen muss wird einen E-Reader schnell zu schätzen wissen, aber auch darüber hinaus sind die Geräte interessant. Wie wäre es, wenn man seine Zeitungsabo über den E-Reader bekommt? Der txtr erweitert die Funktionalitäten der E-Book-Reader um den Bereich Mobilfunk, was die Sache mit dem Abo wie beim Kindle leichter macht.

6 Zoll misst das Display des txtr, das auf E-Ink setzt und die Texte in Graustufen anzeigt. Es gibt einen Lagesensor, der den Text ins Querformat dreht, wenn man das Display dementsprechend hält, einen Micro-SD-Karten-Slot, USB und Bluetooth. Aber viel wichtiger: es gibt WLAN und GPRS/EDGE.

Seine Bücher kann man im txtr Store kaufen, und auf diesen greift man via Mobilfunk umsonst zu. Auch die Downloads auf den txtr kosten nichts. Möglich wird das durch eine Kooperation mit E-Plus – es entstehen dem Kunden also keine weiteren Kosten. Allerdings funktioniert das im Moment nur in Deutschland, aber Österreich und die Schweiz sollen bald auch folgen. Will man per Mobilfunk auch ins Netz gehen, kostet das dann aber extra.

Die Firmware des txtr basiert auf Linux, ist also offen. Man hofft wohl, dass eine Fangemeinde Browser und andere Programme nachliefert. Ob man da nicht zu sehr aufs crowd sourcing setzt?

320 Euro wird der txtr kosten, wenn er im Dezember auf den Markt kommt. Das ist ungefähr das, was auch der Kindle kostet, aber der funktioniert ja im Moment nur mit dem US-Store von Amazon. Also könnte txtr, vorbehaltlich der Tests, ein gute Alternative sein. Allerdings stehen auch dort vorerst nur 10’000 Titel, bis Ende Jahr nach Angaben des Herstellers 20’000 Titel zur Verfügung – und wieviele davon aus dem Gutenberg-Projekt der Literatur mit verjährtem Urheberrechtsschutz stammen, steht auf einem andern Blatt.

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3 Kommentare

  1. Hans
    schrieb am 18. Oktober 2009 um 11:49 Uhr (#)

    Auf dem amerikanischen Markt gibt es viele Geeks, die sich ihre Technikbegeisterung gerne ein paar Dollar kosten lassen und dadurch wurde der Kindle in den USA ein leidlicher Erfolg. Nicht so in Deutschland: der Deutsche Michel muss immer ganz genau wissen, dass sich jeder ausgegebene Euro rechnet. Wieso soll ich einen Reader zu einem Preis kaufen, für den allein ich schon 20-30 Bücher haben kann? Und anschließend für jedes eBook genauso viel berappen wie für die Printausgabe?
    Während die letzte Frage durchaus berechtigt ist führt die erste dazu, dass es txtr & Co. schon an der Startlinie schwer haben in good ole Germany. Unser zweiter Vorname ist eben nicht “Innovationsbereit” und wenn wir etwas wagen, dann darf es wenigstens nicht viel kosten. Der eBook Markt wird hier erst dann funktionieren, wenn Geräte + Inhalte deutlich billiger werden. Das werden die Anbieter noch merken.

  2. Michael
    schrieb am 18. Oktober 2009 um 23:32 Uhr (#)

    Ich sehe als Käufer in der frühen Phase höchstens noch diejenigen unter uns, die sich Ebooks umsonst besorgen, sie aber nicht am Bildschirm lesen wollen. Gerade wenn es um Fachbücher geht sind die Anschaffungskosten im Vergleich zum wirklichen Werk schnell wieder drin.

    Wenn jetzt ein geschicktes Händchen dank des offenen Systems eine Gigapedia-Anbindung bastelt könnte das durchaus funktionierten. Außerdem kaufe ich immer lieber “offene” Produkte, mit ein Grund warum mir ein iPhone nicht ins Haus kommt. Wenn ich etwas direkt nach dem Kauf erstmal illegal entsperren muss, um es wirklich nutzen zu können (Appstore “erlaubt” viele Anwendungen ja nicht), dann tut es mir leid…

  3. Hans
    schrieb am 19. Oktober 2009 um 12:02 Uhr (#)

    @Michael: Ja, zum Thema offene Produkte kann man vortrefflich debattieren. Ich besitze ein nicht “ge-jailbreak-tes” iPhone und kann sagen, dass es in meinen Augen einfach das zur Zeit beste SmartPhone ist – trotz Preiswahnsinn, Apple Appstore-Hochnäsigkeit, Zwangs-Verdongelung an iTunes etc..

    Was hilft mir alle Offenheit, wenn das Gesamtpaket dadurch nicht besser ist? Ich hatte im Lauf der letzten 6 Jahre diverse andere, in diesem Sinne “offene” SmartPhones mit Pocket PC und Palm OS im Einsatz: Windows auf dem Handy mitsamt der unsäglichen ActiveSync-Soße sind einfach nur die Pest und Palm hatte irgendwann 2005++ leider, leider den Anschluss verloren.
    Was ich brauche, gibt es im Appstore und das i.d.R. zu sehr vernünftigen Preisen oder gar for free. Wieso sollte ich das iPhone entsperren wollen? Letztendlich interessiert bei Technik, was für den User rauskommt und weniger die Ideologie dahinter.

    Zurück zum txtr. Ich finde es super, dass ein deutschen Unternehmen hier die Zeichen der Zeit erkennt und auf eine -in meinen Augen völlig richtige- Technik mit Zukunft setzt. eBook Reader werden Print ablösen, da bin ich mir ziemlich sicher.
    Doch auch hier wieder: die reine Ideologie allein (Offenheit, deutsche Entwicklung) ist Wurst, das Ding muss sich verkaufen und der Markt für junge Technik ist bei uns halt besonders zäh. Ich frage mich, ob sie das nötige Durchhaltevermögen haben oder dann doch von einem Big Player gekauft werden und in der Versenkung verschwinden…

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