T-Mobile kastriert Apple-Handys:
iPhone-1G-Kunden sind empört

Don Dahlmann, 22. September 2009 01:07 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Kunden der ersten iPhone-Generation bei T-Mobile gehen gerade auf die Barrikaden. Man hat ihnen die Modemoption gestrichen.

Die Stimmung zwischen T-Mobile und seinen iPhone Kunden ist gerade etwas angespannt. Zumindest, was die “early adopters” angeht, also jene Kunden, die schon die erste Generation des iPhones erworben hatten. Nicht nur, dass das Upgrade auf das nur knapp ein Jahr später veröffentlichte iPhone mit UMTS nicht gerade günstig war, jetzt hat man den Benutzern auch noch die Modemoption (Tethering) gesperrt, obwohl diese schon freigeschaltet war. Es braut sich ein PR-Desaster zusammen:

Bisher war die Sache so: Kunden, die noch einen alten Complete-Tarif hatten, konnten das iPhone ohne Einschränkung als Modem im Netz zu benutzen. Daran sollte sich eigentlich auch nichts mit der neuen Tethering-Option ändern, doch die Modemfunktion wurde vor einigen Tagen mittels eines Softwareupdates einfach abgeklemmt.

Man könne, so T-Mobile, das leider nicht anders regeln, weil man nicht mehr heraus finden könne, welcher Alt-Kunde mit welchem Vertrag unterwegs sei. Die Zwangskastrierung des Handys wollen sich aber nicht alle Kunden gefallen lassen. Einer engagierte den Rechtsanwalt Udo Vetter, der in seinem Blog einen Brief an T-Mobile veröffentlichte. In dem heißt es unter anderem:

Eine einseitige Änderung des Vertragsinhaltes, wie von Ihnen vorgenommen, ist nicht zulässig. Sie erbringen derzeit Ihre vertragliche Leistung nicht hinreichend, indem Sie unserem Mandanten eine für ihn wichtige Nutzungsmöglichkeit des iPhones vereiteln.

Derweil bildet sich auch Widerstand im Netz. Eine Facebook-Gruppe hat in kurzer Zeit über 2000 Mitglieder gewonnen, die ihren Frust deutlich zum Ausdruck bringen. Das für T-Mobile unangenehme an der Sache: Bei den Kunden, die früh zum iPhone gegriffen haben, handelte es sich meist um die zu vor schon genannten “early adopter”. Medienexperten, Blogger, Werbefachleute, Agenten – kurz, viele Menschen, die als Multiplikatoren gelten, weil sie stark vernetzt sind und einen großen Einfluss auf ihre Umwelt haben. Die als Kunden zu verärgern ist nicht so geschickt, zu mal es das iPhone ja mittlerweile auch an jeder Ecke ohne die Verträge mit T-Mobile gibt.

Die Sache könnte sich schnell zu einem kleinen Desaster für T-Mobile entwickeln, sollte man nicht bald zu einer Lösung finden.

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4 Kommentare

  1. Britta
    schrieb am 22. September 2009 um 08:04 Uhr (#)

    Wieder einmal eine haarsträubende Aktion der T-Firma. Und dass man nicht mehr unterscheiden könne, welcher Kunde mit welchem Vertrag unterwegs ist, spricht nicht gerade für die Kompetenz und Integrität des Unternehmens.

  2. Schtonk!
    schrieb am 22. September 2009 um 09:01 Uhr (#)

    Tja, mit Vodafone wär das nicht passiert…trotz Sascha Lobo…

  3. slum
    schrieb am 22. September 2009 um 16:49 Uhr (#)

    Na, was bin ich froh, dass ich von Anfang an auf ein jailbreak-Modell gesetzt habe. Wieder ein weiterer Beweis dafür, dass es besser ist, nichts, aber auch gar nichts mit der Telekom zu tun zu haben.

    q.e.d.

  4. maddog
    schrieb am 22. September 2009 um 17:02 Uhr (#)

    yo, abeer man muss auch sagen, dass die iPhones der ersten Generation Tethering softwareseitig nicht unterstützen. Das hat TiMo von Anfang an nur für 3G und 3GS geplant

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