Solarbetriebene Microbots:
Invasion der Miniroboter

Kai Zantke, 2. September 2009 08:34 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Der Alptraum aller Datenschützer und Privatssphären-Phobiker ist wahr geworden: Kleine Roboter werden bald unerkannt alles ausspähen können.

Schwarmintelligenz ist in aller Munde, wenige einfache Regeln, angewendet von vielen einzelnen Individuen kann zu einer komplexen und Arterhaltenden Reaktion führen. Man beobachtet sie bei Fischschwärmen, bei Vogelschwärmen, Insektenschwärmen. Kurzum alles, was sich ein paar simple Regeln “merken” und sich anhäufen kann, kann auf einen Beobachter intelligent wirken – so auch Roboter. Europäische Wissenschaftler, unter anderem auch aus Deutschland, haben ihre Prototypen von weniger als 4 Millimeter großen Robotern vorgestellt.

Die kleinen Micro-Roboter haben ein Solarpanel auf dem Rücken, das sie mit 3,7 Volt versorgt. Dieses Panel liefert einem einzelnen Chip Strom, in welchen alles integriert ist: Kleine Module für Kommunikation, Bewegung, Energiespeicherung und so weiter sind auf dem Chip nicht etwa aufgelötet, nein, sie werden mittels elektrisch leitendem Klebstoff darauf festgeklebt. (Wir erinnern uns an die leitfähige Körper-Farbe?!). Dadurch kann die gesamte Elektronik problemlos zusammenrücken – ohne irgendwelche Einbußen.

Nachdem die Platine beklebt wurde, wird sie gefaltet, um weiter Platz einzusparen. Das Resultat ist ein ca. 4*4*4 mm grosses Klötzchen. Die Fortbewegung erfolgt durch drei kleine Beinchen, die den Korpus durch Vibrationen in eine Richtung rattern lassen. Das vierte Beinchen ist ein Druckfühler, um ein Hindernis zu erkennen – immerhin hat der kleine Roboter keine Augen, ist also vollkommen blind. Ein einzelner Roboter ist dabei ein ziemlich nutzloses Ding, erst im Verbund mit anderen kann sich die Schwarmintelligenz ausbilden, und es werden auch anspruchsvollere Aufgaben möglich. Die Forscher sehen Überwachung oder Einsatz in der Medizin als denkbar. Möglich wird dies durch einen Infrarot-Sensor, über den die kleinen Dinger sich austauschen können.

Noch sind die Roboter weit von der Serienreife entfernt: Die kleinen Teile werden in mühevoller Handarbeit gefaltet, und es fehlt ihnen noch an anwendungsspezifischen Schaltkreisen (ASIC).

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1 Kommentar

  1. Robert
    schrieb am 2. September 2009 um 17:28 Uhr (#)

    cool
    Das is ja echt klasse was die wissenschaft so alles machen kann. Ich bin immer wieder beeindruckt..

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