Video-in-Print von Americhip:
Weltweit erste Zeitschriftenwerbung mit eingebettetem Video

Bis eines Tages die digitale Tinte weitläufig nutzbar gemacht wird, müssen wir wohl mit dieser Idee vorlieb nehmen.

Der amerikanische Kabelsender CBS und der Limonadenhersteller Pepsi haben sich für eine überaus ungewöhnliche und bis dato einzigartige Werbekampagne zusammengeschlossen. In der Entertainment Weekly-Ausgabe vom 18. September 2009 begrüßt den Leser nach dem aufklappen ein 2,7 mm dicker TFT LCD-Bildschirm mit einer Auflösung von 320×240, entwickelt von der Firma Americhip. Dies ist Teil der “Monday to the Max” getauften Kampagne, die über den neuen Montag Abend des Senders informiert. Nach einer kurzen Einführung durch drei Darsteller der Comedyserie The Big Bang Theory, kann sich der Leser mit Hilfe von fünf Knöpfen durch das gebotene Programm schalten.

Neben Video-Montagen der etablierten Serien How I Met Your Mother, Two and a Half Men und The Big Bang Theory, sind ein Werbespot für Pepsi Max und Previews zu den drei neuen Serien NCIS: Los Angeles, The Good Wife und Three Rivers zu sehen. Eine Erklärung der Steuereinheiten zeigt dieses YouTube-Video, hier erfahren wir auch, dass sich die Batterie mit einem USB-Kabel aufladen lässt und eventuell weitere gespeicherte Daten auf diesem Weg auch auf den heimischen Rechner ziehen lassen. Der in das Magazin integrierte Akku hält etwa siebzig Minuten, je nach installiertem Speicher beträgt die Gesamtlaufzeit der Videos zwischen 45 Minuten und zwei Stunden.

Da diese Art der Werbung sicher nicht gerade günstigste ist (die involvierten Firmen wollten keine Angaben zu den Kosten machen), wird die Distribution zunächst beschränkt auf Abonnenten in Los Angeles und New York. Ob sich das Ganze durchsetzen und in Zukunft ein fester Bestandteil unserer Werbekultur werden kann, halte ich für ausgeschlossen. In manchen Broschüren, etwa im Schulungsbereich, würde das Verfahren vielleicht noch Sinn machen, aber auf keinen Fall in Massenmedien wie Lifestyle-Magazinen. Dafür ist die Belastung für die Umwelt einfach zu hoch, das wird wohl jeder einsehen.

Aber ob diese Technologie eine Zukunft hat und über den Status eines verblüffenden Gimmicks hinauskommt, liegt nicht in meinem Ermessen. In den folgenden Monaten und Jahren wird es sich herausstellen.

(via adage, cnet, americhip)

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5 Kommentare

  1. christian
    schrieb am 27. August 2009 um 10:14 Uhr (#)

    Umweltschutz my ass, wen kümmert das? Ich will so ein Teil und will es auseinander nehmen. Die einzige Frage dich ich mir wirklich stelle: Ist es hackbar? Kriege ich eigene Filme drauf? Kann ich das Display zum Basteln verwenden?

    (Mal sehen ob das Heft inklusive der Elektronik auch in Europa erhältlich ist.)

  2. christian
    schrieb am 27. August 2009 um 10:40 Uhr (#)

    Seufz, wird wohl nichts: Ich habe überlesen dass diese Ausgabe nur an einen Teil der Abonnenten geht.

    Laut einer Schätzung in einem Artikel in der Financial Times schlägt eine solche Anzeige übrigens auf ca. 7$ pro Exemplar zu Buche.

  3. Barbara
    schrieb am 27. August 2009 um 14:24 Uhr (#)

    Ich würde diese Form der Information nicht so schnell abwerten. Wenn man dieses Medium in Hinsicht auf Wiederverwendbarkeit betrachtet, sollte es langfristig umweltschonender als kiloweise Zeitungspapier (pro Kopf pro Woche) sein… Die Produktionskosten sind auch nur eine Variable. Je mehr Nachfrage dahinter steckt und Konkurrenz sich in der Produktion beteiligt, desto effizienter wird sich diese langfristig gestalten. Nur halt nicht schon morgen.

  4. Zicu
    schrieb am 27. August 2009 um 21:36 Uhr (#)

    Haha Sheldon :)

  5. Patrick
    schrieb am 8. Januar 2010 um 12:15 Uhr (#)

    Gabs jetzt auch erstmals in Deutschland von OTTO so ein Video in Print Ding =)

    Echt schick!

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