Test HP mini 2140:
Netbook in Perfektion

Eine Hülle so stabil wie ein Panzer und eine Tastatur so ergonomisch wie die eines Desktops.

Der Hype um Netbooks nimmt kein Ende. Mittlerweile dürfte jeder Hersteller sein Modell im mobilen Kleinst-PC-Segment platziert haben. Sehr spät erst kam HP auf den Plan, merkte wohl, dass man auch da Geld verdienen kann. Doch der erste Mini 2133 war durch die schlechte VIA-CPU eher ein Reinfall. Mit der altbekannten Intel Atom-Platform läuft der neue Mini zum Maxi auf.

Wie seh’ ich aus?

Das HP besticht durch sein aussergewöhnliches Aussehen, wodurch es sich wohlwollend vom Rest abhebt. Die gesamte Aussenhaut besteht aus Metall gebürstetem Aluminium, lediglich kleine Teile an der Unterseite direkt am Akku sind aus Plastik. Das vermittelt den Eindruck von Eleganz und hoher Robustheit. Und dem ist auch so, der Displaydeckel läßt sich selbst mit größter Anstrengung nicht eindrücken und man hat das Gefühl als könne man sich jederzeit draufstellen um an die Keksdose oben zu kommen. Die Handballenauflage innen ist aus starkem Plastik, dass nur leicht bei Druck nachgibt. Unter dem Lack ist der Kunststoff weiss, starke Kratzer oder Handschweiß dürften bei längerer Nutzung unschöne Flecken preisgeben.

Der Bildschirm befindet sich hinter einer spiegelnden Acrylscheibe, die schützt zwar den LED-beleuchteten TFT vor Kratzern, spiegelt dafür aber enorm. Ganz in neuer Design-Manier erstreckt sich die Verglasung über die ganze Innenseite des Deckels, wenn man diesen öffnet hinterläßt man unweigerlich seine Spuren. Ich habe mir sagen lassen, dass dahinter ein matter TFT verborgen ist.

Links und rechts findet man jeweils einen USB-Port, dazu gesellen sich links noch ein VGA-Amschluss und die Audio-Löcher für Mikrofon und Kopfhörer. Die andere Seite zieren noch der Netzanschluss, ein Kensington-Lock, der Gigabit-Ethernet und der SD-Karten-Einschub. Überraschenderweise hat man einen ExpressCard 54-Slot verbaut.

Lass dich drücken!

Die Tasten sind das Beste was ich bisher auf einem Laptop gesehen habe. Zwar haben sie nur die Größe von 92% einer normalen Tastatur, doch sie sind plan, statt an den Seiten abgeflacht. Dadurch wird die Tippfläche größer und gepaart mit der leicht gewölbten Form der Tasten findet sich jeder 10-Fingerschreiber zurecht. Durch den enorm guten Anschlag, der einen klaren Druckpunkt und angenehmen Hub hat, tippt es sich spitzenmäßig, leise ist sie zudem auch noch. Bei starkem Druck gibt die rechte Seite leicht nach, nichts beunruhigendes. Wer auch immer die Möglichkeit hat, dass auszuprobieren wird begeistert sein, selbst IBMs Ingenieure würden vor Neid erblassen- und denen sagt man ja gute Tastaturen nach. Das Layout ist wie gewohnt und alles findet sich an den üblichen Stellen. Kritik gibt es für die winzige CAPS-Lock Leuchte, die schwach leuchtet und winzig in der linken oberen Ecke positioniert wurde.

Das Touchpad ist klein, länglich und hat zwei sehr angenehm zu bedienende Tasten. Zwar liegen diese an den Seiten statt darunter, doch nach ein zwei Stunden ist man sich dessen eher als Vorteil bewußt, man muß sich nur kurz umgewöhnen. Wer eine externe Maus nutzt oder oft versehentlich das Touchpad berührt, kann es per Taste deaktivieren.

Bin ich anders?

Auch bei diesem Netbook wird man nicht überrascht, die typischen Intel-Atom-Komponenten lassen grüßen: 1,6 GHz N270 CPU, 1 GB RAM, 160 GB Festplatte, aber nur 1024*576 Pixel Das ist zwar ein tolles 16:9 Format, aber auf einem ohnehin schon kleinen Dsiplay, wo wirklich jedes Pixel zählt, könnte man meinen der Entwickler ist Hirntot.

Um uns zu entschädigen hat HP ein paar Versöhnungsgeschenke gemacht, eines haben wir bereits angesprochen, den ExpressCard-Slot. Er ist vor allem dann nützlich, wenn man statt eines hervorstehenden USB-Sticks lieber ein UMTS-Modem im Gerät verschwinden lassen will. Doch auch SSD-Speicher können handlich versteckt werden und USB- oder FireWire-Erweiterungen sind eine feine Sache. Das andere ist der proprietäre USB-Anschluß, der neben normalen Geräten auch HP eigene Laufwerke verbindet und darüber Strom liefert. Doch das Beste kommt wie immer zum Schluß, die Festplatte ist durch die HP 3D DriveGuard Technologie geschützt, was nichts anderes als ein Beschleunigungssensor ist, der die Festplatte bei Stürzen parkt und somit Datenverlust effektiv verhindert. Das ist kein schnödes Gimmick, sondern eine echte Hilfe im alltäglichen Gerangel.

Lass rocken?!

Die Lautsprecher sind im unteren Teil des Displays versteckt, sie sind leise und schlecht, für die Hintergrundbeschallung beim surfen reichts allemal. Der Kopfhörerausgang klingt gut und rein ohne Störgeräusche, mancher Hersteller schleift da schon mal ein Rauschen mit- nicht wahr Dell?!

Hörst Du mich?

Ja, laut und deutlich. Der Lüfter springt nicht oft an, er läuft einfach ununterbrochen im Netzbetrieb. Bei meinem Exemplar half es nichts, die Option im BIOS Lüfter bei AC Betrieb immer an zu deaktivieren. Die Lautstärke ist nicht unangenehm, aber ein Leisetreter ist es nicht. Teilweise wird auch nur lauwarme Luft ausgeblasen. Wenn man davor sitzt hört man ihn gut und in einer stillen Bibliothek mag man damit nicht sitzen, aber es ist nicht störend. Unter Vollast dreht er auf, was aber sehr sehr selten der Fall ist, da das massive Metallgehäuse die Abwärme gut ableitet ohne dabei unangenehm warm zu werden. Mit Akkustrom ist es ein anderes Bild hier läuft der Quälgeist ebenfalls ständig, surrt aber nur leise vor sich hin. Wer zum Beispiel von der SD-Karte das kleine xPud startet, der wird den Rauschemann fast nie hören. xPud ist ein kleines schnelles Betriebssystem, dass binnen 20-30 Sekunden geladen ist und sofort einsatzfähig ist.

Kannst Du noch?

HP hat bei einem Kampfpreis von 350 € an manchen Stellen sparen müssen. Der Preis klingt auf den ersten Blick eher normal, statt konkurrenzfähig, doch man darf nicht vergessen, dass hier eine komplette Aluschale herumgebaut ist, ein Gigabit-LAN verbaut wurde und ein Festplattenschutz eingesetzt wird. Deshalb hat man kurzerhand am offensichtlichsten gespart, dem Akku. Der ist mit 3-Zellen selbst für einen Atom viel zu klein geraten. Bei normaler WLAN-Nutzung und etwas Schreibtätigkeit kommt man 2,5 Stunden ohne Strom zurecht, danach ist Sense. Für einen Aufpreis von 100 € ist dann auch ein 6-Zellen Akku drin, der wird schätzungsweise zwischen 4,5 und 6 Stunden liegen, wo wir schon bei 450 Euro wären.

Fazit – Und nun?

Das HP besticht durch sein aussergewöhnliches Äußere und die hervorragende Tastatur. Das elegante Metall hebt sich vom Einerlei ab und zeugt von Geschmack, wer will schon Plastik? Die Tastatur ist vom Feinsten, seitdem ich das erste Mal darauf getippt habe komme ich nicht mehr weg davon. Probieren sie es unbedingt aus. Alleine diese beiden Punkte sind schon Kaufargument genug. Doch wo Licht, da auch Schatten und so hinterlassen die schwache Akkulaufzeit und der unnötig laufende Lüfter einen fahlen Nachgeschmack.

Vielschreiber, die mit knapp 5 Stunden Laufzeit auskommen und noch 100 € mehr locker haben, greift zu!

Wer auf den Preis achtet oder achten muss, dem sei das NC10 von Samsung ans Herz gelegt, das eine ansehnliche Tastatur bietet, sehr viel mehr Akkulaufzeit, aber aus Plastik besteht.

Doch die HP Tastatur… *lechz

Für 350 € bei Amazon (Affiliate-Link) zu kaufen.

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1 Kommentar

  1. studi
    schrieb am 16. August 2009 um 15:35 Uhr (#)

    das ist jetzt aber ein schlechter witz oder?
    das gerät gibts ja schon bald ein jahr…

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