Google Latitude im App-Store:
Du kommsch hier net rein!

Kai Zantke, 29. Juli 2009 08:30 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Apple verweigert Google seine Anwendungen in den AppStore aufzunehmen.

Vor dem Gesetz sind wir alle gleich; vielleicht sind manche gleicher. Doch bei Apple sind wir wirklich alle gleich, man hat anscheinend weder Respekt vor kleinen Software-Entwicklern noch vor dem Suchmaschinen-Riesen Google. So mußte jetzt auch Googles Latitude App dran glauben. Im offiziellen Google Blog heißt es: “Wir arbeiteten sehr eng mit Apple zusammen, um Latitude auf das iPhone zu bringen, und zwar so, wie es Apple für seine iPhone-Nutzer für das Beste hielt. Nachdem wir eine Latitude-Applikation für das iPhone fertiggestellt hatten, verlangte Apple, dass wir Latitude als Web Applikation veröffentlichen, um Verwechslungen mit Maps auf dem iPhone zu vermeiden, welches ebenfalls Google nutzt, um Karten Material zu liefern.” [übersetztes Zitat GoogleMobileBlog]. Wie eng die Zusammenarbeit nun wirklich war bzw. wie streng Apple die Kontrolle über das iPhone ausübt, darüber darf jeder für sich selbst spekulieren.

Aber als wäre das nicht genug, wurde nun auch Google Voice zensiert und entfernt. Und es kommt noch dicker, dem privaten Entwickler Sean Kovacs zufolge hatte er eine persönliche Zusage von Phil Schiller, Apple Marketingchef weltweit, für seine Applikation GV Mobile – jetzt wurde sie zurückgewiesen, weil sie schon vorhandene iPhone Funktionen nachbildet.

Bereits in der Vergangenheit wurden Applikationen nicht in den AppStore aufgenommen. Es ist nicht lange her, da wurde ein lizensierter C64-Emulator von Apples AppStore abgewiesen – mit sehr fadenscheinigen Gründen, obwohl die Voraussetzungen eigentlich stimmten und Commodore seine Zustimmung zu dem Projekt gab. Andere Software-Projekte, denen der Zugang zum AppStore verweigert wurde, waren zum Beispiel alternative Browser. Wie sich das mit anderen erlaubten Apps verträgt, verstehen nicht viele. So wurde zum Beispiel eine App in den Store aufgenommen, das ein weinendes Baby imitiert. “Um es [vom Weinen] abzuhalten, muß man das iPhone wirklich stark schütteln, danach hört das schreien auf und zwei X sind über den Augen des Babys zu sehen” [To make it stop, you have to shake your iPhone really hard, after which the crying will stop and two X’s will be placed over the baby’s eyes — implying, of course, that the baby is dead. I’m not kidding.; Quelle: TechCrunch]. Kritiker spekulieren, dies nütze dem Umsatz, da die nicht zugelassenen Applikationen mehrere auf einmal ersetzen würden, so zum Beispiel das jüngste Beispiel mit dem C64-App. In den letzten Fällen sollen wohl auch die Provider ihre Finger im Spiel gehabt haben, vermutet die Engadget, da Google Voice über eine UMTS-Verbindung kostenlos telefonieren läßt.

Wie dem auch sei – wir haben natürlich bei Apple wegen der Google-Sache nach gefragt bekamen aber als Antwort leider nur ein “Kein Kommentar” zurück. Schade.

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3 Kommentare

  1. AlphaOrb
    schrieb am 29. Juli 2009 um 08:45 Uhr (#)

    Aber ganz wichtig: Schön weiter den *** von Apple kaufen und unterstützen. So eine Politik kann man nur mit einer Abstimmung mit den Füßen begegnen. Da sind aber die Leute wohl zu “cool” für. Grade die Journalie, die jedem Apple-Produkt mit heruntergelassener Hose und Sabberfäden am Mundwinkel hinter rennt.

  2. blubb
    schrieb am 29. Juli 2009 um 09:51 Uhr (#)

    Komm mal runter, ist nur ein Handy.

  3. Paxter
    schrieb am 29. Juli 2009 um 10:09 Uhr (#)

    Ja es ist nur ein Handy aber ein gutes Beispiel was mit der tollen Technik alles möglich ist wenn es den zugelassen würde.
    Ich will gar nicht wissen wieviel interessante Erfindungen in der Schublade verschwinden, weil es den großen nicht schmeckt.

    Andererseits wollen wir alle eine Arbeit und ein vernünftiges Einkommen. Wenn dann alle fast umsonst telefonieren werden bestimmt auch wieder Menschen entlassen.

    Wir brauchen ein anderes Wirtschaftssystem in dem alle beschäftigt werden.

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