CASBliP Technology:
Das Auge hört mit

Kai Zantke, 16. Juli 2009 08:34 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

CASBliP ist eine Sehbrille die Gegenstände in Töne und Bilder umwandelt. Ziel ist es, dass auch Sehbehinderte sich ohne Hilfe bewegen können.

Das Gemeinschaftsprojekt zwischen Industrie und Universitäten hat einen ersten Prototyp entwickelt, mit dessen Hilfe man die Welt wie eine Fledermaus per Sonar erfassen kann.

Die Dunkelheit zu besiegen ist einer der urmenschlichsten Wünsche der Menschheit. Man machte sich das Feuer nutzbar, erfand die Glühbirne, Nachtsichtgeräte und machte so die Nacht zum Tage. Doch diejenigen die immer in Dunkelheit leben, stark Sehbeeinträchtigte oder Blinde blieben mehr oder minder auf der Strecke.

CASBliP, a Cognitive Aid System for Blind People, frei übersetzt ein Umweltverarbeitungs-Hilfe-System für Blinde Menschen, soll Abhilfe schaffen. Es nimmt die Umgebung mittels Infrarot-Sensor wahr, bereitet dieses Bild auf und gibt es in Form von Tönen und kontrastreicheren, vereinfachten Bildern wider.

Dabei besteht die Brille aus verschiedenen Einzelprojekten, die zu einem Ganzen zusammengefügt wurden. Ein Teil stammt aus der Automobilbranche, ein Infrarot-Laser, er misst in Echtzeit die Abstände vom Laser zum Objekt. Ursprünglich gedacht um Fussgänger in der Nähe eines Autos zu erkennen und zu schützen, kommt es hier als “Umgebungsabtaster” zum Einsatz (erinnert sich hier jemand an “Predator”?).

Danach wird das empfangene Signal ständig mittels Software in eine virtuelle Umgebung übersetzt. Die so entstandene virtuelle Realität kann nun von zwei Sinnen wahrgenommen werden. Entweder man nutzt die Brille und sieht die Welt grob und eckig, das kann man sich wie ein Computerspiel vorstellen, bei dem die Detailreiche und Auflösung drastisch gesenkt wurden, oder man hört die Welt indem weiter entfernte Objekte tiefe, näher gelegene Dinge hohe Töne erzeugen. Auch das kennt der geneigte Autofahrer, nämlich von der Einparkhilfe, wenn es hoch und schnell piepst ist die Wand nicht mehr weit, wenn es dumpf klingt, wars zu spät. Allerdings setzen die Forscher noch eins drauf und machen aus dem einfachen piepsen ein Stereosignal, dass auch durch Lautstärke die Entfernung unterscheidet (siehe Bild).

Bisher ist es noch ein Prototyp, doch nach Aussage von Peris-Fajarné könnte so ein Gerät bereits in sechs Monaten zu kaufen sein, finanzkräftige Investoren vorausgesetzt. Das Militär wird hier sicherlich auch sehr interessiert sein, so gibt es ja bereits Bodensonar und komplett computerberechnete Echtzeit-Grafiken der Umgebung für Nachtflüge.

Nähere Informationen dazu auf der Homepage von CASBliP

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2 Kommentare

  1. thorsten
    schrieb am 16. Juli 2009 um 15:26 Uhr (#)

    Total überflüssig, geht auch ohne:
    http://spiegel.de/wissens…,1518,633703,00.html

  2. René
    schrieb am 16. Juli 2009 um 22:42 Uhr (#)

    Mit Sicherheit eine super Sache aber leider noch lange nicht ausgereift.

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