Test Vodafone HTC Magic II:
Es gibt Schwachpunkte

Das HTC Magic scheint besser geworden zu sein, als man nach dem G1 erwarten durfte.

Im ersten Teil unseres Tests zeichnete sich schon ab, dass das Magic ein wirklich gutes Handy ist. Schuld daran ist aber nicht nur das etwas bessere Handy, sondern auch die vielen kleinen Verbesserungen, die die Android-Entwickler ihrer Software mitgegeben haben. Wenn man es böse sagen will: Erst jetzt ist Android wirklich marktreif. Die Versionen, die man davor hatte, verdienen allerhöchstens das Wort “Beta”. Da haben einge Früh-Käufer viel Entwicklungsarbeit mit geleistet, was aber am Ende ja allen zu Gute kommt. Im zweiten Teil unseres ausführlichen Tests haben wir uns die Software etwas genauer vorgeknöpft:

Der Browser:
Hauptbestandteil des HTC Magic (Affiliate-Link) ist der Browser. Der ist, wie oben schon beschrieben, nicht immer ganz leicht zu bedienen. Aber die neue Android 1.5 Version ist doch deutlich besser, als der Vorgänger. Das Scrollen im Browser funktioniert nun weich und ohne zu haken, man kann verschiedene Fenster aufmachen und mittels einer Lupe kann man Webseiten vergrößern. Android hat kein Multitouch. Man kann also nicht, wie beim iPhone, mit zwei Fingern eine Seite vergrößern oder verkleinern. Dabei ist es durchaus möglich, dass Android Multitouch beherrscht, aber die Entwickler haben es nicht implantiert. Über die Gründe kann man nur spekulieren, aber es könnte etwas mit Patentrechten zu tun haben.

Ich bin mit dem Google Browser gut klargekommen. Es fehlt leider noch eine Schnittstelle mit Xmarks, sodass man seine Bookmark abgleichen könnte, aber ansonsten funktionierte alles tadellos und vor allem sehr schnell. Flashseiten gehen hier natürlich auch nicht, aber das ist ein Problem von Adobe, die seit einer gefühlten Ewigkeit an einer mobilen Version basteln. Das Problem ist hier wohl, wie man Flash so “klein” bekommt, dass es den Arbeitsspeicher und den Prozessor nicht zum Glühen bekommt.

Die Tastatur:

Im Gegensatz zum G1 muss das Magic mit einer On-Screen Tastatur auskommen. Hier hat man also mit dem iPhone gleich gezogenen. Eines der Dinge, die ich am G1 wirklich gemocht habe, war die sehr massive Tastatur, die ein gutes Feedback gab. Im Magic hat man das Problem mit dem Tasten dadurch gelöst, dass man das Gerät nach erfolgtem Tastendruck leicht vibrieren lässt. Das ist eine gute Lösung, die das Tippen, nach ein wenig Gewöhnung sehr schnell macht. Das Handy macht beim Tippen auch Wortvorschläge. Diese werden aber nicht im Text angezeigt, sondern in einer Leiste unter dem Textfeld. Diese Methode hat was und macht die Arbeit noch mal ein wenig schneller. So muss man nicht auf dem Keyboard die Umlaute suchen, sondern kann Worte wie “über” einfach aus der unten angezeigten Liste aussuchen.
Sowohl in der Schmalen, wie in der breiten Version kann man über die Tastatur nicht meckern. Sie ist leicht zu bedienen und man vermisst ein “richtiges” Keyboard kaum.

Die Kamera:

Die eingebaute Kamera macht ganz okaye Bilder. Mehr kann man dazu aber leider auch nicht sagen. In der vollen Auflösung sehen sie aber grundsätzlich eher mau aus. Auch die Schärfe lässt zu wünschen übrig. Verglichen mit dem, was Nokia und Sony Ericsson in dem Bereich liefern, ist man bei HTC schlecht bedient. Auf der anderen Seite: immer noch besser, als das iPhone. Einen Zoom gibt es nicht, aber dafür funktioniert der Autofokus wirklich sehr gut. Selbst in der Nacht schafft er es, dass die Bilder einigermaßen scharf werden. Da muss selbst meine DSLR manchmal passen. Die gemachten Bilder werden kurz angezeigt, verschwinden dann aber nicht. Stattdessen öffnet sich ein kleines Bild im Bild. Darüber kann man das Foto dann aufrufen und sofort verschicken.

Der Akku:
Hauptkritikpunkt am G1 war die unterirdische Akku-Leistung. Zwei Stunden rumgespielt und schon schaltete die Akkuanzeige auf “rot”. Man konnte die Probleme einigermaßen in den Griff bekommen, wenn man die Applikation “Power Manager” installiert hat. Die machte nichts anderes, als nach und nach alle Verbindungen des Handys zu kappen, wenn der Akku immer leerer wurde. Bluetooth, GPS und sonstige Aktivitäten wurden einfach unterbunden. Das verlängerte zwar die Stand-by-Zeit des Handys um einige Stunden, aber die beste Lösung war da auch nicht.

Das Magic schaut da schon deutlich besser aus. Sicher – in den ersten Tagen, wenn man sehr viel mit dem Gerät rumspielt, ist der Akku flott leer. Auf einer (langweiligen) Konferenz hielt das Gerät aber immerhin bis zum späten Nachmittag durch, obwohl ich fast durchgehend im Netz war. Mit dem “Power Manager” kann man die Lebenszeit dann noch weiter verlängern, aber bisher habe ich das nicht als nötig empfunden. Liegt das Telefon einfach rum, hält der Akku auch mal gerne ein paar Tage durch, was deutlich besser ist.

Das HTC Magic hat zu dem den Vorteil, dass man den Akku schnell wechseln kann. Ersatzakkus gibt es recht günstig, also kann man immer zwei oder drei Stück dabei haben, sollte man mit einem Engpass in Sachen Strom rechnen.

Fazit:
Das Fazit muss man in Gerät und Software trennen:

Android:
Mit der 1.5 Version ist Android da angekommen, wo es im Winter bei der ersten Veröffentlichung eigentlich sein sollte. Es läuft sehr stabil (kein Absturz im Test), es ist leicht zu bedienen, die Integration der Google Dienste ist hervorragend und lässt selbst Menschen mit der Oberfläche klarkommen, die es mit der Technik nicht so haben. Die Akku-Laufzeit wurde erheblich verbessert, ebenso die Bedienung von Browser und den Mailprogrammen. Das stärkste Argument für Android ist die Eigenschaft, die Mailordner permanent zu aktualisieren. Manchmal waren die Mails schneller auf dem Handy gemeldet, als im Browser.

Das funktioniert natürlich nur mit einer Daten-Flatrate. Ohne wird es auf Dauer teuer, es sei denn, man schaltet die Dienste ab, womit man aber auch die Stärken des Handys beschneidet. Problematisch sind die permanenten Nachfragen nach Daten aber im Urlaub, oder wenn man sich in einem Grenzgebiet aufhält, wo man sich unbemerkt man schnell ein ausländischer Provider einloggt. Hier sollte man alle Dienste im Einstellungsmenü komplett abstellen. Wahlweise kann man auch den Flugmodus auswählen, der das ebenfalls macht.

Android ist erwachsen geworden, auch wenn es an einigen Ecken noch knrischt. Die komplizierte Navigation muss man verbessern, ebenso kann der Stromverbrauch sicher noch gesenkt werden. Auch der App-Store, bei Google “Market” genannt, ist verglichen mit den Angeboten, die es für das iPhone und die andere Konkurrenz gibt, noch extrem klein. Es findet sich zwar alles, was man so braucht, aber vor allem bei den Spielen sehen die Regale noch sehr leer aus. Hier wird man abwarten müssen, bis Android auf mehr Handys läuft und sich genügend Programmierer gefunden haben, die auf dem System Geld verdienen wollen.

Das Handy:

Das HTC Magic ist schon sehr gut auf Android eingestellt, aber so 100%ig glücklich war ich im Test nicht. Zum einen ist da der schicke schwarze Lack. Sieht gut aus, aber auch nur, wenn man das Gerät mit Handschuhen anfasst. Vor allem der Touchscreen braucht auf jeden Fall eine Schutzfolie und das schreibt hier ein Schutzfolien-Hasser. Die Verarbeitungsqualität ist, wie man es von HTC gewohnt ist, gut. Es knarzt und quietscht nichts, die Rückdeckel ist, obwohl nur aus dünnem Plastik, erstaunlich stabil. Die Tasten am unteren Rand des Handys sind gut zu bedienen, könnten aber noch ein Stück hervor gehoben sein, damit man sich auch besser erspüren kann.

Die Kamera ist in Ordnung, wenn man keine hohen Ansprüche stellt, denn die Qualität der Bilder hält sich einem engen Rahmen. Der Trackball wirkt allerdings wie ein Fremdkörper. Beim G1 hab ich ihn oft genutzt. Obwohl er beim Magic größer ist, hatte ich nur selten meine Finger drauf. Er fühlt sich billig an und ist auch nicht so genau, wie man sich das wünschen würde.
Was mich erstaunt hat: Das glänzende Plastik verkratzt nicht. Ich hab das Handy in der Hosentasche, auf dem Tisch und sonst wo verstaut, einmal ist es mir aus 30 Zentimeter Höhe hingefallen, aber es findet sich kein Kratzer.

Zusammenfassung:

Das HTC Magic eröffnet einen vermutlich turbulenten Sommer in Sachen Smartphones. In der ersten Woche des Juni sollen das Palm Pre (in den USA) und das Nokia N97 erscheinen. Danach folgt das Samsung I7500 bei O2, ebenfalls ein Android-Phone. Mitte Juli erscheint dann wohl das runderneuerte iPhone und Sony hat ebenfalls das Idou für den Sommer angekündigt.

Auf der anderen Seite – das HTC Magic ist ein gutes Telefon, ohne viel Schwächen. Android ist ziemlich ausgereift, das Telefon bietet alles, was man im Moment technisch so haben kann. Es ist kompakt, sieht gut, wenn auch etwas unauffällig, aus, der Akku liefert, ein zufriedenstellendes Ergebnis und die Bedienung ist kinderleicht. Auf der negativen Seite steht die Kamera, das etwas zu kleine Display und die manchmal umständliche Unterteilung der Bedienung zwischen Tasten und Touchscreen.
Der Kauf des Magic lohnt sich durchaus, trotz der Schwächen. Wer seine Google Konten bündeln möchte, macht hier sicher nichts falsch. Vodafone bietet es mit der sogenannten Superflat Internet an. Die bietet kostenlose Telefonate ins Festnetz und zu Vodafone, 3000 SMS / 1500 MMS kostenlos, und 1GB Bandbreite an (danach 64 KBit/s). Die Grundgebühr beträgt aber nach drei Monaten happige 60 Euro. Bei Amazon und Konsorten ist das HTC Magic (Affiliate-Link) im Moment für rund 400 Euro zu bekommen. Der Wiederverkaufswert dürfte aber angesichts der kommenden Smartphone-Schwemme nicht allzu groß sein.

Vodafone HTC Magic
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HTC Magic 5 mini
HTC Magic 5 mini
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2 Kommentare

  1. David Hellmann
    schrieb am 21. Mai 2009 um 13:14 Uhr (#)

    Ich finde das Magic optisch sehr schön, hier würde ich sogar die weise variante kaufen. Aber die Tastatur am g1 ist schon ziemlich gut und die möchte ich auch nicht mehr missen.

    aber mal schauen was bis ende des jahres noch so passiert.

  2. HTC-MASTER
    schrieb am 23. Mai 2009 um 15:16 Uhr (#)

    Wenn man mit dem handy in weiss durch die stadt läuft und telefoniert, merkt man schon das viele leute auf einmal aufs ohr gucken.

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