Test Tesla Roadster:
Leistung ohne Ende

Der Tesla Roadster kommt nach Europa und wir hatten die Gelegenheit, eine Probefahrt zu unternehmen. Teil Zwei unseres kurzen Tests.

Von Gastautor Nando Bosshart

Im ersten Teil unseres Testberichtes über den Tesla Roadster haben wir den Wagen vorgestellt, im zweiten Teil soll es mehr um die Dynamik des Wagens gehen. Elektromotoren haben eine deutlich andere Leistungscharakteristik als jene, die mit Benzin betrieben werden. Denn E-Motoren reagieren sofort und brauchen deutlich weniger Zeit, um ihre volle Leistung zu entwickeln. Das führt dann auch zu den enormen Beschleunigungswerten. Die vier Sekunden, die der Tesla benötigt um auf 100 km/h zu kommen, hängen sogar einen Bugatti Veyron ab, der mit 1001 PS etwas größer motorisiert ist:

Beeindruckend ist das enorme Drehmoment von 375 Newtonmeter, welches dem Roadster im Gegensatz zu Benzin-getriebenen Fahrzeugen jederzeit (also über den gesamten Drehzalbereich!) zur Verfügung steht. Diese gewaltige Sprungkraft demonstriert der Roadster beim Überholen von altmodischen Benzinkutschen aufs Eindrücklichste. Bei 60km/h genügt ein kurzes Antippen des “Strompedals” und innert Sekundenbruchteilen werden die nachfolgenden Autos im Rückspiegel mikroskopisch klein. Ein Auto mit einer derartigen Beschleunigung zu fahren, macht eindeutig süchtig.

Rekord-Reichweite

Mit der zur Verfügung stehenden Batterie-Kapazität wurde vor Kurzem bei der Monte Carlo e-Rally eine Strecke von 390 Kilometern am Stück gefahren, man kann also durchaus mit einer einzigen Ladung ein ganzes Wochenende auf der Strasse verbringen. Der Fahrspass ist angesichts der beschriebenen Leistungsdaten extrem hoch, der Tesla Roadster liegt ausserordentlich gut auf der Strasse und fährt wie auf Schienen durch die Kurven. Die eher harte und direkte Federung gibt dem Fahrer ein gutes Gefühl für die Strasse und angesichts des räumlich gut ausgenutzten Cockpits (in der Mittelkonsole muss schliesslich kein mechanischer Schalthebel respektive kein Getriebe Platz finden) steht dem Fahrer genügend Platz zur Verfügung, so dass auch längere Fahrten einigermassen angenehm zu überstehen sein sollten.

Da ich an diesem Wochenende nicht der Erste (und auch nicht der Letzte) war, der mit dem Roadster fahren durfte, war es nicht weiter erstaunlich, dass ich bei der Rückkehr auf dem Parkplatz mit den Worten “another smiling face” empfangen wurde. Das breite Grinsen, das ich zwar gar nicht so schnell loswerden will, klebte selbst Stunden nach der Fahrt noch in meinem Gesicht.

Der Fahrspass hat seinen Preis

Der überaus positive Gesamteindruck vom “Tesla Roadster” wird aus meiner Sicht nur durch einen einzigen Schönheitsfehler gemindert:
Für Öko-Geeks mit kleinem Geldbeutel wird der umweltfreundliche Supersportler wohl ein Wunschtraum bleiben, denn wer den Tesla Roadster sein Eigen nennen möchte, muss dafür mindestens 89’000 Euro abgeben – somit bleibt diese Testfahrt für mich vorläufig nicht mehr als eine wunderbare Erinnerung.

Wesentlich budgetfreundlicher und damit auch für die breite Masse interessant wird das voraussichtlich ab 2012 erhältliche “Modell S” sein, welches basierend auf der gleichen Akku- und Motorentechnologie bis zu sieben Personen Platz bieten und die Insassen rund 480 Kilometer weit transportieren soll. Hier liegt der von Tesla Motos angepeilte Verkaufspreise bei circa 40’000 Euro.
Das Sparkonto dazu habe ich auf jeden Fall schon eingerichtet.

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9 Kommentare

  1. cokol
    schrieb am 30. April 2009 um 13:09 Uhr (#)

    “Die vier Sekunden, die der Tesla benötigt um auf 100 km/h zu kommen, hängen sogar einen Bugatti Veyron ab”

    Von “Anbhängen” kann hier aber nicht die Rede sein, denn der Bugatti beschleunigt in 2,8 sek von 0 auf 100.

  2. David
    schrieb am 30. April 2009 um 14:55 Uhr (#)

    Ich finde es super das Automobillobby mehr und mehr vom alten Verbrennungsmotor-Prinzip abrückt und neue Technologien entwickelt, welche nicht nur umweltfreundlich sind, sondern auch sportliche Fahrleistungen erbringen können. :)

  3. Dr. Azrael Tod
    schrieb am 30. April 2009 um 16:03 Uhr (#)

    bleibt nur ein kleiner Schönheitsfehler: ökologisch sind Elektromotoren nicht automatisch sinnvoll. Man verwendet im Normalfall die gleiche Verbrennungsenergie (Kohle/Öl/Erdgas), wandelt diese in Strom um, sendet sie über etliche km Kabel zum Auto, speichert die Energie in einem Akku und was dann noch davon übrig ist wird irgendwann mal in Bewegungsenergie umgewandelt.
    Besser noch: die Akkus müssen alle paar Jahre ausgetauscht werden und schädigen die Umwelt fast noch mehr als das was wir so weiterhin durch unsere Kats pusten.
    Natürlich könnten wir das Auto mit Wind- oder Wasserkraft aufladen.. aber eben könnten.

    Aber Umweltfreundlich zu sein war ja auch nie das Ziel von Tesla, hier geht es um Spielzeuge für Geeks mit richtig viel Geld in der Tasche. Viel interessanter als den Antrieb an sich finde ich eh die Leichtbauweise und die Akkuleistung pro kg.

  4. Schreibt hier auf dem Blog Nam Chu Hoai
    schrieb am 30. April 2009 um 19:21 Uhr (#)

    Zu der Umweltfreundlichkeit des Autos bzw. des Stroms:
    Ich denke schon, dass er zumindest einen Vorteil gegenüber den normalen Autos hat, denn Kraftwerke können sicherlich besser die fossilen Brennstoffe ausnutzen als es die Autos tun. Außerdem kommen in diese Rechnung ja auch die alternativen Energien mit rein, bei der Wahl des Ökostroms ist also durchaus eine Umweltentlastung erkennbar.
    Um konkrete Werte zu erhalten werden wir wahrscheinlich auf Studien zu E-Autos warten müssen.
    Was ich mich frage:
    Benutzt der Tesla auch die gleiche Technik um im Stadtverkehr beim Bremsen die Akkus aufzuladen? Das fand ich immer eine geniale Idee. Im Idealfall hat mat ja einen guten Wirkungsgrad dann beim Bremsen oder verstehe ich das falsch?

  5. MarkusB
    schrieb am 30. April 2009 um 20:36 Uhr (#)

    So ein Schrott! Natuerlich hat ein El. Motor bessere Beschleunigung. Das ist die Physik im El. Motor. So und? Da haben wir ein Auto das mit Stom betrieben wird der mit einem max. Wirkungsgrad von 33% hergestllt wird, und bis der im Auto ist sind es noch 29% oder weniger.. Ein Diesel faehrt mit 36% herum.

  6. Gabriel
    schrieb am 30. April 2009 um 22:51 Uhr (#)

    Benutzt der Tesla auch die gleiche Technik um im Stadtverkehr beim Bremsen die Akkus aufzuladen?

    Nach ausführlichem DMAX-Motor Report, kann ich das bestätigen ;). Mehr ist leider auch nicht hängengeblieben, ich kann dir nur sagen das beim Bremsen eine Energierückgewinnung (über Induktion?) stattfindet.

  7. Moritz Adler
    schrieb am 1. Mai 2009 um 00:47 Uhr (#)

    Der Tesla-CEO Elon Musk war am 29.4. bei David Lettermann(Video). Lettermans grösste Angst: “I was worried that it would magnetize my nuts”.

  8. Pascal
    schrieb am 1. Mai 2009 um 08:03 Uhr (#)

    Das mit dem Dehmoment stimmt so nicht ganz. Das maximale Drehmoment wird ist zu beginn da, nimmt aber mit grösser werdender Drehzahl ab!

  9. Seba
    schrieb am 1. Mai 2009 um 22:38 Uhr (#)

    @ Nam Chu Hoai, @ Gabriel

    Laut Wikipedia heißt die Technik Nutzbremse oder Rekuperationsbremse und wird auch im Toyota Prius eingesetzt. Siehe hier

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