Franzis Lernpaket Laser-Experimente im Test:
Laser-Abhöranlage selbst gebaut

Die modernere Version des Elektronikbaukastens bietet Franzis inzwischen mit den “Lernpaketen” an. Wir haben uns die “Laser-Experimente” vorgeknöpft.

Zumindest bei mir kam das erste Interesse an der Elektronik mit einem Elektronikbaukasten. Allerdings keinem eigenen, sondern einem eines Freundes. Damit baute ich eine Lichtschranke zusammen, montierte die auf einem Stuhl – beim Hinsetzen fiepte es.

Die Begeisterung bei den Gastgebern hielt sich in Grenzen: Die Schaltung wurde sofort zerrupft und der Baukasten landete wieder ganz hinten im Schrank.

Jetzt kann man auch Laser-Lichtschranken bauen – oder gar mit dem Laserstrahl das Fenster des Nachbarn anpeilen, um den abzuhören:

Das Franzis-Lernpaket “Laser-Experimente” enthält einen für den Preis von knapp 40 Euro reichhaltigen Bauteilefundus: Unter anderem den Kopf eines Laserpointers, zwei Experimentierplatinen, auf denen man auch andere Schaltungen zusammenstecken kann, LED, Transistoren, ein Thyristor, Operationsverstärker 741, Widerstände, Dioden, Kondensatoren, Fotowiderstand, Lautsprecher, weiße Ohrhörer im iPod-Stil und ein Electret-Mikrofon.

Daraus kann man Hundere von Schaltungen zusammenbauen. Es geht allerdings speziell um Lasertechnik.

Etwas ulkig die Kombination aus Laser und vergleichweise riesigem Fotowiderstand – auf kurze Entfernung dürfte dies gar nicht funktionieren, da der Laser nur einen kleinen Teil des Fotowiderstands erreichen kann.

Merkwürdiger noch, wie der Autor auf geschlagenen zehn Seiten beschreibt, wie er ein dem Lernpaket gar nicht beiliegendes Lasermodul zersägt und mit der Rohrzange verkratzt hat – sowie, was man mit diesem zersägten Lasermodul zusammen mit ebenfalls nicht beiliegenden Bauteilen so alles anstellen kann. Hier wäre es sinnvoller gewesen, sich auf die tatsächlich beiliegenden Teile zu konzentrieren.

Derartige Exkurse wiederholen sich später, unter anderem mit für Nicht-Bastler eher schwer beschaffbaren Audio-Transformatoren, und dürften den Käufer frustrieren, wo doch mit den wirklich beiliegenden Teilen genug Experimente möglich wären.

Der Höhepunkt ist schließlich das Abhören von Gesprächen mit einem auf die Fensterscheibe gerichteten Laserstrahl. Doch dies wird simuliert – mit einem (nicht beiliegenden) Spiegel auf dem Lautsprecher. Die Empfindlichkeit der Schaltung dürfte zum echten Abhören nicht ausreichen – und außerdem ist das natürlich verboten. Doch wurde der Autor Günter Wahl mit unzähligen Büchern über Abhörschaltungen (“Mini-Spione” I bis XI) bekannt und dachte wohl so, den Umsatz ankurbeln zu können.

Zum Abschluß wird es esoterisch: Psychokinese mit viel Ooohmmmm statt Ohm und der Beeinflussung von Elektronik durch Gedanken.

Dies legt nahe, daß es sich eher um Spielsachen für Erwachsene als für Kinder handelt. Für die ist ein Laser ohnehin nicht wirklich sinnvoll – das kann wortwörtlich ins Auge gehen.

Franzis Lernpaket Laser-Experimente

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6 Kommentare

  1. Pan
    schrieb am 6. April 2009 um 20:08 Uhr (#)

    und kann man das nicht sehen das da ein laser auf meine fensterscheibe gerichtet ist ?
    na ja ich möchte lieber nicht wissen was meine nachbarn so reden.
    kinder können lernen mir einem laser richtig umzugehen es gibt ja auch chemiebaukästen die gefährlich seien können

  2. TheTeaser
    schrieb am 6. April 2009 um 21:44 Uhr (#)

    @pan kommt auf den laser an der verwendet wird.aber bei 3 oder gar 4 fach schallisolier verglasung ist die abhörmassnahme sogut wie wirkungslos.
    und falls du angst hast das du so abgehört wirst öffnest du eine kopfhörerund klebst die darin enthaltenen schwingungserzeuger mit klebeband aufs glas und stöpselst den stecker in’s radio ein und lässt das laufen.dann kann der angreifer nur das radio hören

  3. Schreibt hier auf dem Blog Wolf-Dieter Roth
    schrieb am 6. April 2009 um 23:39 Uhr (#)

    @Pan: Gibt auch Infrarotlaser. Ist allerdings gefährlich, weil die dann jemand im Auge landen können, ohne daß er es merkt. Der Winkel dürfte aber eher flach sein, senkrecht aufs Fenster gezielt kann der Laser ja nicht abgelenkt werden von Vibrationen. Ist also eher gefährlich, wenn jemand seitlich vom Fenster steht.

    Bei den Kindern denke ich halt dran, daß die ev. auf andere zielen. Wo selbst Erwachsene auf Flugzeuge zielen… Ist aber sicher eine Altersfrage,

    Chemiebaukästen werden übrigens immer rarer. Führt so leicht zur Hausdurchsuchung, wenn eine der Chemikalien zu denen gehört, die inzwischen wg. Bombenbasteln verfolgt werden. Insbesondere bei der Ersatzbeschaffung. Kritisch sind schon Calciumchlorid, Kupfersulfat, Natriumhydroxid, Zinkstaub oder Eisenfeilspäne, eigentlich keine typischen Stoffe zum Explosivstoffherstellen. Salpetersäue, Kaliumpermanganat, da dürfte es noch mehr Ärger geben, das waren früher Standardsachen (und eine Apotheke war so blöd, die Salpetesäure in Plastikflaschen zu tun, die hat meinem Mitschüler dann durchs ganze Regal geätzt…). Früher gabs eine Apotheke in München, die hatte alles, was man brauchte.

  4. Pan
    schrieb am 7. April 2009 um 09:38 Uhr (#)

    @Teaser/W.D.Roth danke für die guten infos … meine nachbarn sind schon okay da brauche ich mir keine sorgen machen.aber gut zu wissen was da möglich ist.

  5. Mark
    schrieb am 16. April 2009 um 12:01 Uhr (#)

    So richtig wirkungsvoll ist dann sicher erst sowas oder? http://shop-alarm.de/Lase…aser_Monitoring.html

    Kein Wunder das dazu im Vergleich ein Baukasten für 40 Euro eher nichts bringt…

  6. mert
    schrieb am 24. Dezember 2010 um 18:51 Uhr (#)

    Ich habe mir das gestern zu Weihnachten für 40 € bei CONRAD ELECTRONIC gekauft. Es ist miserabel: bei mir sind ganze falsche Widerstände und Kondensatoren. CONRAD ELECTRONIC nimmt es leider nicht zurück. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Es hat ja schließlich 39,95 €gekostet :(
    Was kann ich tun?

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