CeBIT 2009:
Wo laufen sie denn?
Die CeBIT 2009 ist vorbei, und sie hinterlässt gemischte Gefühle. Zum einen fehlten signifikant wichtige Hersteller, zum anderen zeigten die wenigen Verbliebenen interessante und wegweisende Neuheiten.
Für mich ist die CeBIT nie eine reine Produktshow gewesen, sondern in erster Linie auch Kontaktbörse. Doch dieses Jahr fiel mir zum ersten Mal auf, dass von den Herstellern nicht viele übrig geblieben sind. Beispiel Drucker: Aus der Riege der großen Firmen ist nur noch brother gekommen, und die hatten ihren Stand im “Planet Reseller”, einem nur für Händler und Presse zugänglichen Areal in der Halle 25. Umso mehr konnten die Hersteller punkten, die dann doch erschienen: Allen voran Asus, deren Stand in Halle 26 immer gut umlagert war, und die dort ein wahres Feuerwerk an Neuheiten losließen. So gab es trotz aller Leere ein paar Trends und Produkte, die es wert sind, genannt zu werden.
Die eigentliche Revolution findet gerade statt: die Invasion der Netbooks. Es ist unverständlich, warum Apple diesen Teil des Marktes offensichtlich verschläft, aber wenn man sich umschaute, egal ob unter Kollegen im Pressezentrum oder draußen, sind bereits ein Drittel der tragbaren Computer solche mit kleinem Display. Neben Windows und Linux bekommen jetzt auch andere Betriebssysteme eine Chance: So kündigte Google bereits an, Android auch für Netbooks verfügbar zu machen, und einige Hersteller zeigten Netbooks mit anderen Systemen wie Windows CE – jawohl, das ist jene abgespeckte Windows-Variante, die bereits vor Jahren versuchte, den Markt zu erobern. Ausgerechnet Spielzeugvertreiber Joker (online keine Infos) zeigte im Reseller-Bereich einige kleine und preiswerte Geräte, die sich aber durchaus als Schreibwerkzeug unterwegs eignen, bei Preisen um die 200 Euro und dem geringen Gewicht sind das alles andere als Spielzeuge (wir werden dem Tinybook noch einen separaten Beitrag widmen). Denn das zählt wirklich: Preis und geringes Gewicht. Niemand will seine ganzen Programme mitnehmen müssen. Muss man auch nicht. Microsoft bietet einen Teil seiner Software jetzt online zur Miete an, “Software as a Service” (SaaS) heißt das. Für einen geringen Obolus kann man Word, Excel, PowerPoint und was auch immer im Internet starten, bei guter Internetanbindung auch auf dem Netbook. So muss man sich nicht um Updates oder Systempflege kümmern, sogar die Dokumente kann man diebstahlsicher auf fremden Servern lagern. Als Netzpartner steht dem Riesen aus Redmond dabei Vodafone zur Seite. Und für eine gute Internetanbindung wird allerorten gesorgt. Die T-Com öffnet ihr VDSL-Glasfasernetz auch für den Mitbewerb, und Router wie die neue Fritz!Box von AVM können alle Standards, die es gibt – von VDSL bis zu HSDPA.
Wie sieht die Zukunft der CeBIT aus? Zunächst gibt es im nächsten Jahr einen Tag weniger. Dann sollte die CeBIT darüber nachdenken, die Ausstellungsfläche zu konzentrieren, denn die Wege waren lang wie zu besten CeBIT-Zeiten, und halb belegte Hallen müssen trotzdem ganz geheizt werden – und das widerspricht dem allerorten propagierten “Green”-Gedanken. Ich persönlich halte es für einen Fehler, als Hersteller auf der CeBIT nicht mehr präsent zu sein. Vielleicht kommen sie ja mal wieder, wenn der “Kirmes”-Charakter noch weiter zurückgeht, wie man es in diesem Jahr schon merken konnte. Als reine Fachmesse könnte die CeBIT einen zweiten Frühling feiern, dann könnte man auch den Zirkus mit dem Reseller-Bereich sein lassen. Für den Endkundenkontakt, der laut Christoph Rösseler von devolo auch wichtig ist, könnte man die letzten Tage zu “Publikumstagen” erklären, wie das ja bei anderen wichtigen Branchenveranstaltungen (z. B. Möbelmesse Köln) auch erfolgreich praktiziert wird.























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