T-Mobile G1 im Test II:
Nicht alles ist toll

Ein paar Wochen lang hat mich das T-Mobile G1 im Einsatz begleitet. Am Ende war ich ein wenig traurig, dass ich es zurück schicken musste, auch wenn es gravierende Schwächen hat.

Gestern gab es den ersten Teil des G1 Tests, in dem ich mehr auf die Vorzüge des Telefons eingegangen bin. Die sind tatsächlich beträchtlich, doch wo viel Licht ist, da ist leider auch viel Schatten. Man merkt dem Telefon leider an einigen Stellen an, dass man es relativ schnell auf den Markt geworfen hat. Während manchen Bedienungsprobleme noch nachvollziehbar sind, so hört der Spaß bei der Energieversorgung auf. Ich kann wirklich nicht verstehen, warum man ausgerechnet bei einem Telefon, mit dem man andauernd online sein und konsumieren soll, einen so schlechten Akku verbaut:

Was mir nicht gefallen hat:
- Der Akku. Ich weiß nicht unter welchen Laborbedingungen T-Mobile auf eine Sprechzeit von 7 Stunden kommen will, mir ist das nicht gelungen. Vor allem die 3G Nutzung saugt das Handy blitzschnell leer.

Wer dauernd seine Mail abfragt und beantwortet, im Netz surft und sonst wie mit dem Gerät spielt, braucht schnell eine Steckdose. Einen Tag hält man damit nicht aus. Vor allem gegen Ende des Akku-Zyklus geht es rapide bergab. Abhilfe verschafft die Applikation “Power Manager”, die nicht genutzte Dienste abschaltet. Damit geht es dann einigermaßen. Trotzdem ärgerlich und ein echtes Gegenargument bei einer Kaufentscheidung, denn wenn man dauernd im Hinterkopf haben muss, dass der Akku halten soll wenn man mal einen Tag ohne Steckdose verbringen muss, ist das auch nicht Sinn der Sache. Da das Telefon noch sehr neu ist, gibt es auch kaum Geräte, die zusätzlichen Strom liefern. Bleibt zu hoffen, dass entweder Android den Stromverbrauch mittels Softwareupdates verbessert, oder T-Mobile/HTC nachlegt.

- Die Bedienung ist teilweise ungewohnt. Das sage ich mit der Einschränkung, dass ich halt das iPhone gewohnt bin. Will man zum Beispiel eine neue URL aufrufen, muss man den Menüknopf drücken und dann das URL Menü öffnen.

Gewöhnt man sich dran, aber die Variante beim iPhone, wo man oben eine URL Leiste hat, ist doch deutlich angenehmer. Das gilt auch, wenn man eine Seite zurückblätter möchte. Das geht nicht über den Touchscreen, sondern über die Pfeiltaste, unten am Handy. Muss man auch erst mal drauf kommen. Da ist beim iPhone vieles intuitiver gelöst worden.

- Der Touchscreen arbeitet manchmal sehr schleppend und oft ist um Zusammenhang mit der fehlenden Multitouch-Funktion einfach nervig kleine Links richtig zu treffen. Da man im Browser den Ladevorgang nicht unterbrechen kann, wartet man dann ewig. Da hilft dann manchmal der Trackball, aber ich habe mich doch mehrfach über die schwere Bedienung geärgert.

- Das Display könnte 600 Pixel in der Größe vertragen. Es ist doch etwas klein, wenn auch gut lesbar.

Bevor ich zum Fazit komme, muss ich noch etwas zum Traif sagen. Das G1 funktioniert ausschließlich mit einer Datenflatrate, alles andere ist sinnlos. Auch muss man auf jeden Fall im Ausland alle Active Sync Programme per Hand deaktivieren, was aber im Menü schnell erledigt ist. Wer in Grenznähe wohnt und schon mal schnell in einem ausländichen Netz ist, sollte die Finger vom Telefon lassen.

Fazit:
Wer sich ein G1 zulegt, dem muss klar sein, dass er auch wenig Beta-Tester ist. Man merkt der Software, aber auch dem Telefon an, dass man es mit ein wenig Druck im Rücken auf den Markt gebracht hat. Allerdings sollte man bei aller Kritik nicht vergessen, dass auch die erste Generation des iPhones so seine Macken hatte. Auch hier klemmte gerne mal was und die ersten Akkus waren schnell geleert. Apple hat da nach gebessert und das sollte T-Mobil auch dringend machen. Und zwar auch für die User, die sich jetzt schon ein G1 kaufen.

Im täglichen Einsatz hat das G1 kaum Probleme bereitet. Im Gegenteil, es hat, trotz des nicht ganz einfach zu bedienenden Touchscreen, richtig Spaß gemacht. Auf dem Flughafen hat es mir die Wartezeit verkürzt, mehr als einmal habe ich die Lokalisierung genutzt und der UMTS Empfang war ohne Tadel. Man gewöhnt sich extrem schnell an die Active Sync Sache, auch wenn Google nun für das iPhone etwas ähnliches auf den Markt gebracht hat.

Das G1 ist ein Telefon für die “early adopter”, also jene Menschen, die gerne die neueste Technik in der Hand haben. Dafür, dass es mit einer komplett neuen Software läuft, läuft es sehr stabil, aber die User leiden unter dem schwachen Akku und einigen schlecht laufenden Applikationen. In vielen Bereichen hält das G1 mit dem iPhone mit, und vielen anderen fällt es aber auch zurück. Dennoch gibt es ein gewichtiges Argument, dass für das G1 spricht – der Preis.

Während das iPhone im Netz selten unter 600 Euro zu bekommen ist, gibt es das G1 im T-Mobile Shop für 459 Euro. Bei Ebay fällt der Preis im Wochenrhythmus und liegt heute bei rund 350 Euro. Das ist nicht viel und man bekommt kaum ein modernes Smartphohe mit Touchscreen für den Preis. Als einzige Alternative fällt mir da nur das Sony Xperia (rund 500 Euro bei Ebay) ein oder das Nokia E71, das für rund 300 Euro bei diversen Onlineshops zu haben ist. Das Xperia haben wir gerade im Test, aber da schreckt mich persönlich Windows Mobile ab, das E71 könnte ein größeres Display und einen Touchscreen vertragen. Zu dem hinkt Symbian in Sachen Bequemlichkeit Android und Apple hinter her.

Wem der Akku zu schwach ist oder wer kein iPhone haben möchte, der sollte vielleicht noch bis zum Sommer warten, wenn das Nokia N97 auf den Markt kommt. Abwarten muss man noch, was das Vodafone Magic mit Android bringt, aber die ersten Daten sahen jetzt nicht so aus, als ob es sich in Sachen Akku all zu sehr vom G1 unterscheidet. Zu dem fehlt dem Magic die ausfahrbare Tastatur. Wer nicht permanent unterwegs ist, für den lohnt sich das G1 bei dem Preis auf jeden Fall.

Mehr lesen

Elecom DVB-T: Überallfernsehen auch für Android

24.5.2012, 0 KommentareElecom DVB-T:
Überallfernsehen auch für Android

Elecom präsentiert einen DVB-T-Empfänger, der für die große Gemeinde der Android-Tablets und -Smartphones geeignet ist.

Nvidia Kai: Android-Tablets mit Quad-Core-Prozessor für 199 Dollar

23.5.2012, 0 KommentareNvidia Kai:
Android-Tablets mit Quad-Core-Prozessor für 199 Dollar

Unter dem Namen "Kai" hat Nvidia jetzt ein Referenzdesign für einen potenziellen Verkaufsschlager im Tabletmarkt vorgestellt: Darauf aufbauende Geräte könnten mit Vierkern-Prozessoren genügend Leistung liefern und trotzdem zum Kampfpreis von 199 US-Dollar angeboten werden. Das Vorbild: Amazons erfolgreiches Tablet Kindle Fire.

VIA APC Android PC System: Der 49-Dollar-Android-PC

23.5.2012, 0 KommentareVIA APC Android PC System:
Der 49-Dollar-Android-PC

Der taiwanesische Hersteller VIA Technologies hat jetzt ein winziges PC-Board für nur 49 US-Dollar (rund 39 Euro) vorgestellt, das alles mitbringen soll, um mit dem Rechner ins Internet zu gehen. Als Betriebssystem dient ein angepasstes Android.

Logitech Wireless Trackball M570: Die Rückkehr der umgedrehten Maus

19.9.2010, 2 KommentareLogitech Wireless Trackball M570:
Die Rückkehr der umgedrehten Maus

Für alle Fans des "guten alten Trackballs" bietet Logitech jetzt den schnurlosen M570 mit optischer Abtastung.

Armour Home Q2 Tip\'n\'Tilt Internet-Radio: Würfel Deinen Sender

3.2.2010, 3 KommentareArmour Home Q2 Tip'n'Tilt Internet-Radio:
Würfel Deinen Sender

Q2 Tip’n’Tilt ist ein Internet-Radio ohne Knöpfe und Regler, das durch kippen gesteuert wird.

Microsoft EMG-Steuerung: Zucken statt Klicken

9.1.2010, 1 KommentareMicrosoft EMG-Steuerung:
Zucken statt Klicken

Eine neue Steuerung von Geräten arbeitet mit Erkennung von Muskelspannung.

Entertainment des Audi A3 im Test: Vier Räder und jede Menge Technik

22.5.2012, 4 KommentareEntertainment des Audi A3 im Test:
Vier Räder und jede Menge Technik

Im August 2012 soll der neue Audi A3 in die Autohäuser gelangen. Wir hatten im Rahmen der internationalen Pressepräsentation zum Audi A3 die Gelegenheit, das Entertainment-System und die Einbindung von iPhone und anderen Smartphones auszutesten.

Neue Patente zu Googles Project Glass: Die Google-Brille mit Handgesten steuern

18.5.2012, 0 KommentareNeue Patente zu Googles Project Glass:
Die Google-Brille mit Handgesten steuern

Google hat drei neue Patente im Zusammenhang mit der Augmented-Reality-Brille "Project Glass" zugesprochen bekommen. Sie zeigen, wie man ihre Funktionen mit Handgesten steuern könnte und dass Google mit seiner Brille noch sehr viel mehr vor hat, als manche zunächst gedacht haben.

Project Glass: Googles Vision einer Augmented-Reality-Brille

5.4.2012, 14 KommentareProject Glass:
Googles Vision einer Augmented-Reality-Brille

Unter dem Namen "Project Glass" hat Google jetzt seine Vision einer Brille vorgestellt, die passende, hilfreiche und aktuelle Informationen aus dem Internet in unser Sichtfeld einblendet. Gesteuert wird sie per Spracheingabe. Statt Handy in der Hand also bald Augmented Reality auf der Nase?

LG DoublePlay: Androide mit zwei Touchscreens

26.10.2011, 2 KommentareLG DoublePlay:
Androide mit zwei Touchscreens

LG hat mit dem DoublePlay ein Smartphone auf Basis von Android vorgestellt, welches sich durch einen zweiten Bildschirm sowie eine ausschiebbare Tastatur von der Masse abheben soll.

Apple iPhone 4: Ab sofort ohne Simlock,  aber das weisse kommt später

27.10.2010, 7 KommentareApple iPhone 4:
Ab sofort ohne Simlock, aber das weisse kommt später

Für das iPhone gilt ab sofort Wahlfreiheit für den Mobilfunkanbieter, aber die Einführung des weißen 4er verschiebt sich nach hinten.

Apple iPhone4 bei T-Mobile: Schwarz und teuer (Update)

15.6.2010, 14 KommentareApple iPhone4 bei T-Mobile:
Schwarz und teuer (Update)

Ab heute ist das neue iPhone 4 bei T-Mobile bestellbar, und auch die Preise sind bekannt - sie liegen höher als beim 3GS

My Data Manager App: Datenverbrauchskontrolle für Android

20.6.2011, 2 KommentareMy Data Manager App:
Datenverbrauchskontrolle für Android

Die kleine Applikation My Data Manager misst nicht nur den Datenverbrauch, sondern stellt diesen auch gut grafisch dar.

Palm Tablets: Opal und Topaz kommen

20.1.2011, 0 KommentarePalm Tablets:
Opal und Topaz kommen

Ein geleaktes Foto der neuen Palm Tablets zeigt, dass es nicht mehr lange dauert, bis die WebOS Tablets kommen.

Nokia X3 Touch and Type: Günstiger Zwitter

18.8.2010, 2 KommentareNokia X3 Touch and Type:
Günstiger Zwitter

Das Nokia X3 Touch and Type verbindet eine feste Tastatur mit einem Touchscreen in einem günstigen Handy.

5 Kommentare

  1. Christian Reiter
    schrieb am 3. März 2009 um 14:11 Uhr (#)

    Ich möchte auf zwei Fehler im Artikel hinweisen:

    Es ist nicht nötig, am G1 bei einem Auslandsaufenthalt oder sonstigem Roaming den Sync abzuschalten. Hierzu gibt es im Menü eine Option “Datenroaming” welche das Syncen von Daten ausserhalb des Heimatnetzes automatisch deaktiviert.

    Auch handelt es sich beim Synchronisierungsverfahren nicht um “ActiveSync” (ActiveSync ist von Microsoft, vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/ActiveSync) sondern um ein eigenes Verfahren von Google welches mit ActiveSync nicht kompatibel ist.

  2. matthias
    schrieb am 3. März 2009 um 14:48 Uhr (#)

    An zukünftigen Handys darf man wohl auch auf das Palm Pre gespannt sein.

  3. rotzlöffel
    schrieb am 3. März 2009 um 15:00 Uhr (#)

    “An zukünftigen Handys darf man wohl auch auf das Palm Pre gespannt sein.”

    sorry, aber so ein deutsch geht ja mal gar nicht! da hilft auch das schicke bildchen nicht! ;)

  4. wakila
    schrieb am 3. März 2009 um 15:21 Uhr (#)

    ich benutze das G1 mit einer Simyo Karte. Funktioniert einwandfrei. Mit dem Powermanager geht das mit dem Akku eigentlich auch in Ordnung. Solange ich das Ding in der Tasche habe, brauche ich kein Wlan, 3G, Bluetooth oder sonstirgendeinen Dienst. Ich hoffe nur, dass auf dem Androidmarkt bald ein paar brauchbare Apps kommen. Und warum nicht alle Apps im Markt sind, manche nur vom Handy aus, und andere nur über die Webseite erreichbar sin ist mir schleierhaft.

    achja, etwas merkwürdig kam es mir schon vor als ich im Lieferumfang von meinem Handy insgesamt 3 Akkus, einen Carcharger, einen USB Lader, eine Dockingstation mit extra Akkulader, und ein normales Ladekabel fand… veranlasste mich von Anfang an etwas sparsamer mit der Ressource Akku umzugehen…
    Da ich Bildschirmtastaturen wie bim Iphone nicht austehen kann, und ich eine gefühlte viertelstunde für das Beantworten einer Email damit benötige, liebe ich mein G1 mit der Tastatur.

  5. pumpkin
    schrieb am 12. März 2009 um 22:16 Uhr (#)

    ist das htc magic eine neuere version des g1 oder nur ein google handy für vodafone?

Pingbacks

Pingbacks anzeigen...

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.

  • Neuerdings auf Twitter

  • Über neuerdings.com

    Die tägliche Dosis Technik. Wir melden nicht nur das Erscheinen neuer Gadgets, sondern testen sie aus Anwendersicht.

  • Autoren