iTunes plus im Test:
MP3s von Apple laden

Wolf-Dieter Roth, 5. Februar 2009 08:31 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Lange war der Apple iTunes Music Store eine Inzuchtveranstaltung: Die gekaufte Musik lief nur auf Apple iPods. Für alles andere war Getrickse notwendig. Nun steht iMTS auch Nicht-Apple-Käufern offen. Wie funktioniert das?

Apple führte für den iPod das neue MPEG4 AAC ein, doppelt so effektiv wie MP3. Das Schöne daran: Bei 128 kB/s ist bereits HiFi-Qualität geboten, vergleichbar 256 kB/s bei MP3. Das Blöde: Außer Apple-MP3-Spielern kann kein Gerät dieses Format abspielen!

Ja, MPEG4 AAC, das können inzwischen noch ein paar andere Geräte abspielen. Aber nicht das Apple “Fair DRM”. Die meisten MP3-Spieler können dagegen eben nur genau das abspielen: MP3s.

Die bekommt man inzwischen endlich auch zum käuflichen Download, nachdem jahrelang wohl eine ganze Branche davon lebte, daß ihre Kunden alle “Verbrecher” waren – oder alte CDs rippten aus der Zeit, als Audio-CDs noch dem Red Book entsprachen und nicht mit Kopier- und Abhörschutz präpariert waren.

Doch ist der MP3-Download beim Billig-Markt mit der schweinischen Werbung Schrott:

Das Bezahlsystem ist komplizierter als das Ziehen eines gültigen Tickets für den öffentlichen Nahverkehr in einer fremden Stadt und der Download funktioniert mit Müh und not Stück für Stück über Stunden – selbst Napster mit dem Modem lief einst schneller und zuverlässiger.

Der Apple iTunes Music Shop ist dagegen seit geraumer Zeit nicht mehr das billigste Angebot, doch immer noch das reichhaltigste. Und seit einigen Wochen auch DRM-frei. Bleibt das Problem, wie erhält man MP3s von Apple?

Nun, seitdem es iTunes plus gibt, geht das recht einfach: Es ist nur in iTunes der Track zu markieren und mit der rechten Maustaste “in MP3 konvertieren” auszuwählen. Dann nudelt iTunes etwa so lange herum wie beim Rippen einer CD und anschließend liegt ein MP3 neben der AAC-Datei im iTunes-Verzeichnis.

Erstaunlich ist dabei zunächst, daß das MP3 bei neueren iTunes-Versionen, bei denen man die Kompression desselben nicht mehr frei wählen kann, kleiner ist als die AAC-Datei. Das liegt daran, daß iTunes so eingestellt ist – und das MP3 damit natürlich auch eine geringere Tonqualität bietet als die AAC-Datei.

Das allerdings ist auch sinnvoll, denn bei der Konvertiererei kann die Qualität ja nur sinken – zu hohe Bitraten für das MP3 wären also Verschwendung.

Man kann auch ganze Gruppen von Dateien marieren und in einem Rutsch konvertieren lassen. Allerdings darf dann keine “alte” iTMS-Datei dabei sein, die noch DRM hat: Diese erzeugt eine Fehlermeldung und einen sofortigen Abbruch aller gerade laufenden Konvertierungen.

Was mit alten DRM-Dateien machen?

Was macht man allerdings mit denen? Nun, man kann sie entweder zu iTunes-Plus-Dateien upgraden – das kostet dann allerdings nochmal 30 Cent extra pro Track, während neu gekaufte Dateien bereits im iTunes-Plus-Format geliefert werden.

Die andere Methode, die klassische, ist zeitaufwendiger und auch nicht billig, erledigt dabei jedoch auch gleich die Frage eines Backups der gekauften Musik: Man brennt vom Einkauf eine CD und rippt diese anschließend wieder.

Bis zur Einführung von iTunes Plus war dies die einzige Möglichkeit, aus Einkäufen im iTunes Music Store MP3s zu erzeugen – legal, wenn auch nicht wirklich erwünscht.

Brennen und Rippen

Sie klappt nur reibungslos, wenn die gebrannte CD exakt dem käuflichen Exemplar entspricht – kein Titel mehr oder weniger und dieselbe Reihenfolge. Andernfalls werden die Titel nicht automatisch erkannt und müssen alle manuell neu getaggt werden.

Das Rippen kann allerdings nicht direkt mit demselben iTunes geschehen, mit dem die Titel gekauft und gebrannt wurden: Das erkennt das unerwünschte Anliegen und weigert sich, die Titel als MP3 zu rippen.

Es ist also entweder eine andere Software zum Rippen der gebrannten Audio-CDs zu benutzen wie beispielsweise Music Match Jukebox – oder ein anderer PC. Und eine ältere Version von iTunes, bei der man das Format der Ripps noch frei einstellen kann.

Ach, was waren das noch für Zeiten, als man einfach CDs im Laden kaufen konnte, die zuhause auch liefen. Aber da Musikkäufer per se Verbrecher sind, muß die Musikindustrie sie halt gelegentlich mit Kopierschutz und DRM plagen, damit sie sich endlich aufraffen und stattdessen einen Tauschbörsenclient installieren…

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4 Kommentare

  1. Simone
    schrieb am 5. Februar 2009 um 09:54 Uhr (#)

    …oder man kauft DRM Dumpster für knapp 20€. CD-RW einlegen, loslegen, etwas warten, dann sind alle Titel im iTunes befreit vom DRM.

  2. pmuc
    schrieb am 5. Februar 2009 um 09:55 Uhr (#)

    Die Option “CD brennen und dann wieder rippen” ist ja äußerst umständlich.
    Ich nutze seit langer Zeit “Doubletwist” und das funktioniert einwandfrei.
    Das Tool läuft im Hintergrund, sucht automatisch nach iTunes Musik und wandelt diese automatisch in mp3 um (inkl. Cover und ID3 Infos).
    Natürlich mag sich durch diese Art der Konvertierung ein Qualitätsverlust einschleichen, der ist aber (zumindest für mich) nicht hörbar…

  3. sagtEs
    schrieb am 5. Februar 2009 um 10:47 Uhr (#)

    Ihr solltet aber auch erwähnen das die iTunes Dateien mit einem Wasserzeichen versehen sind. Was bei anderen Anbietern wie Musicload, Amazon oder Mediamarkt nicht der Fall ist. Warum und weshalb das bleibt wohl nur Apples Geheimnis.

  4. Schreibt hier auf dem Blog Wolf-Dieter Roth
    schrieb am 5. Februar 2009 um 13:11 Uhr (#)

    @Simone, pmuc: Die beschriebene Methode hat denselben Qualitätsverlust, ebenso natürlich auch bei iTunes plus: Es wird immer recodiert. Wobei iTunes plus natürlich das beste Quellmaterial hat.

    @sagtes: Media-Markt hat auch Wasserzeichen, Musicload hatte früher wie Media-Markt auch nur WMA mit DRM. Hab hier immer noch Gutscheine von denen, hat mich nie interessiert.

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