Palm Pre mit WebOS:
Palm meldet sich zurück
Mit dem Palm Pre und WebOS meldet sich der Erfinder des PDA zurück. Das Gerät vereinigt das Beste aus allen Vorgänger- und Konkurrenzgeräten.
Die Börse greift der Begeisterung der Geeks vor: Unglaubliche 35% schoss der Aktienkurs der beinahe zum Penny-Stock verkommenen Palm Inc am 8. Januar hoch, nachdem an der CES in Las Vegas das Palm Pre mit WebOS vorgestellt worden war. Das neue Smartphone ist der Buzz der Szene und der Börse. Palm, eigentliche Erfinderin des PDA, scheint sich damit am eigenen Zopf aus dem Sumpf zu ziehen, in den sich die Firma in den letzten Jahren geritten hat.
Im Palm Pre ist jetzt endlich nicht nur Wifi drin, sondern auch ein grosser Touchscreen und eine Slider Tastatur, GPS, Bluetooth, Sensoren, Kamera und, vor allem, ein vollkommen neues Betriebssystem. Das Palm Pre könnte dabei nochmals eine kleine Revolution auslösen, die der ersten Komplett-Synchronisation auf Knopfdruck vor fast 15 Jahren nahe kommt. Das Betriebssystem heisst WebOS – das Palm Pre synchronisiert sich selber.
Das Aufheben um das Palm Pre ist nicht ganz unverdient, finde ich – seit dem ersten Pilot ein Palm-Fan, war ich vor Erscheinen des iPhones überzeugt, dass Palm die Kurve nicht mehr kriegt: Zu lang hat sich die Firma mit dem Einbau von Wifi in ein PDA-Telefon zurückgehalten, zu lang hat sie keine wirklich innovative Idee mehr vorgestellt, dabei hatte sie mit Graffiti, Knopfdruck-Komplettsynchronisation und dem Einbau eines Telefons in ihre PDA (ok, das war das Spinoff Handspring) Meilensteine gesetzt. Der letzte liegt allerdings wohl mehr als fünf Jahre zurück.
Immer und überall, wo es eine Datenverbindung findet, gleicht sich das WebOS in echtzeit ab. Es bringt Web und Anwendungen dichter zusammen als das iPhone, es beherrscht Multitasking und Web-Standards, neben Imap und Pop3 auch Outlook-Server Mail und gleicht sich ständig mit Webkalendern wie Google und Facebook, aber auch deren Adressdatenbanken ab. iPhone-Fans werden Kopie! Kopie! schreien – aber möglicherweise schon bald neidisch auf die integrierte Synchronisierung, Tastatur, Multitasking und Stereo-Bluetooth schielen.
Das neue Mobiltelefon kann getrost als grosser Wurf bezeichnet werden, vor allem, nachdem Palm in den letzten Jahren vollständig auf der falschen Schiene zu sitzen schien. Das Pre kann von Haus aus alles, was das iPhone kann – und mehr. Zum drei Zoll grossen Touchscreen mit 480*320 Pixeln Auflösung gesellt sich die von Palm gewohnte und vielgelobte Daumen-Tastatur – zum Ausschieben aus dem Slider.
Neben Wifi (802.11 b/g) hat das Palm Pre auch Bluetooth an Bord, und zwar inklusive Unterstützung für Stereo-Audio. Zum intergierten GPS gesellen sich Annäherungssensor (der Touchscreen wird ausgeschaltet beim Telefongebrauch) und Accelerometer zur Ausrichtung des Bildschirminhalts. Der Web-Browser ist angeblich vollständig kompatibel mit Standard-Webseiten und lässt ein stufenloses Zoomen sowie den Wechsel der Orientierung zu. Das Palm Pre beherrscht nicht nur Multitaksing, es setzt darauf – die Anwendungen sollen sich ja immer online auf dem Laufenden halten.
Das WebOS integriert Online-Anwendungen nahtlos: Die Kalender-Anwendung holt sich die Daten aus Google-, Facebook- und anderen Online-Kalendern und macht so eine Synchrionisierung überflüssig – sie findet gewissermassen permanent statt. Synergy nennt Palm das. Der Kalender zeigt ausserdem Termine auf Wunsch gruppiert nach persönlichen, Business-, Familien- oder sonstwie kategorisierten Klassen an (oder alle miteinander); es gibt eine Suche, die sämtliche Anwendungen umfasst (hatten die Palms immer schon – und ich will es nicht mehr missen, muss ich zum Glück auch beim Nokia E71 nicht). Der Speicherplatz ist mit 8 GB gut wohl etwas knapp bemessen und nach bisherigen erkenntnissen nicht eerweiterbar. Die Kamera mit 3 Megapixeln und LED-Blitz, offenbar ohne Video, steht ebenfalls etwas zurück. Palm Pre unterstützt Imap und Pop3 als Email, aber auch Outlook ab Firmenservern.
Was die übrige Hardware angeht, setzt Palm endlich, endlich auf Standards: Audio-Ausgang ist ein Standard 3,5 mm Klinkenstecker, Datenverbindung (und hoffentlich auch Ladeanschluss) ist ein Micro-USB-Schnittstelle. Der Akku ist entnehm- und damit auswechselbar.
Die neue Plattform soll es Entwicklern sehr einfach machen, Anwendungen zu schreiben – das WebOS unterstütze eine Vielzahl von WebStandards von XHTML bis Javascript.
Das Palm Pre ist in den USA in der ersten Hälfte dieses Jahres verfügbar – bei Sprint, und damit noch nicht als europafähige UMTS-Version. Die folgt laut Pressemitteilung nach der Einführung in den amerikanischen Markt.
Dass das gerät in Geek-Kreisen gefällt, ist zwar ein teilerfolg für Palm One, aber noch keine Garantie für das Comeback. Wichtig ist, ob die Entwickler das neue Palmbetriebssystem so gut annehmen wie die iPhone-Plattform (und früher Palm), und vor allem, ob sich das gerät oder weitere Varianten in der Geschäftswelt, wo Palm mit seinen Windows-Geräten zu Hause war, durchsetzen kann. Immerhin hat Hauptkonkurrent RIM mit dem neusten Blackberry endlich den Touchscreen entdeckt.









































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neben dem n97 mein persönlicher fav.
die zeit wird zeigen welches ich mir den zulege denn mit dem htc diamond möchte ich eig. nicht einen tag mehr zutun haben!
“…eigentliche Erfinderin des PDA”
Hmm, ohne pedantisch sein zu wollen, aber das war Psion als erste Firma mit massentauglichem (und erfolgreichem) PDA Jahre vor Palms Markteintritt.
Link vergessen, etwa hier die Serie 3 ab ca. 1992:
http://de.wikipedia.org/wiki/Psion#Psion_Serie_3
als begeisterter Zire-User, als enttäuschter E2-User scheint jetzt wieder ein Palm – Kauf anzustehen ! aber das Ding muß erstmal mit einem sinnvollen Preis über das Meer
so wie sich das anhört, muss auch bei diesem Gerät eine Webflatrate haben! Diesen Trend finde ich ganz und gar nicht gut :(
Ich habe mir mal die Berichterstattung auch auf anderen Seiten angeschaut und muss sagen, dass das ein, gelinde gesagt, sehr mutiger Schritt von Palm ist.
Ungefähr so als hätte Apple damals den Schritt auf OS X und den Intel-Switch zusammen ausgeführt und keine Kompatibilität zu OS 9 und PowerPC eingebaut um dann einen Mac vorzustellen der erst in einem halben Jahr auf den Markt kommt*. Hätte das funktioniert?
Es gibt keine Kompatibilität zum alten Palm OS. Es gibt KEINE Desktop-Anwendung mehr. Man syncht nur noch mit den entsprechenden Web-Services und das war’s dann. Wie man das auf dem heimischen Rechner wieder zusammen bekommt oder komfortabel editiert kann man dann selber sehen. Für mich ein ko-Kriterium.
Wenigstens die Einhand-Bedienung der Treos sollte durch das Slider Prinzip erhalten bleiben. Nachdem der CEO von Palm das erklärt hatte geht er munter zur Zweihand-Bedienung über. Und was macht diese riesige Kante da unten an der Tastatur?
Zu guter Letzt ist Design natürlich Geschmacksache. Leider hat sich Palm nicht am sehr schönen Treo pro orientiert. Motorola war jedenfalls nicht sehr erfolgreich mir diesem Seifen-Design.
* Das Pre erscheint erst in einem halben Jahr exklusiv bei Sprint nur in den USA und erst in ca. einem Jahr in Europa.
Neben dem fehlenden SD(/HC/XD) Kartenslot verunsichert der CloudSync… aber offensichtlich stellt man sich so nicht nur bei Palm die Zukunft des Mobile Computing vor. Ein Smartphone braucht eine Datenflat – das ist nicht erst seit dem Palm Pre so.
Jedenfalls hat die Firma sich eindrucksvoll zurück gemeldet und sicher werden auf den Pre* weitere Geräte ( auch ein Netbook ? )folgen.
*das Gerät wird spätestens in einem halben Jahr exklusiv bei Sprint in USA erscheinen und ( unbestätigten Gerüchten zufolge ) kurz darauf als 3G Version in Europa
Wenn nicht wenigstens Adressen und Kalender vom alten Palm OS ins neue web OS portiert werden können, wird’s für mich keinen Palm Pre geben
Leute, es wird sicher ein Web-Portal von Palm dazu geben, da kann man dann seine “alten” Kontakte, Notizen und Kalender als .pdb hochladen und – voila – ist alles auf dem pre drauf.
Für mich der einize Nachteil: Kein Erweiterungslot. Aber aus Sicht eines WebOS verständlich, man kann ja auch Musik usw. per Flat streamen.
Nomax
Wenn es gar keine Möglichkeit gäbe, PIM Daten aus alten Palms in die neue Wolken-Welt zu bugsieren, wäre das wirklich ein Killer. Aber die Zeiten sind zum Glück vorbei, wo es dieses albackene “gar keine Möglichkeit” noch gab, sprich: es wird eine geben!
Ob nun Palm selbst oder findige Drittanbieter – Daten sind Daten sind Daten und es wird immer Mittel und Wege geben, sie von A nach B nach C zu bekommen. Mit etwas Handarbeit und Gefummel vielleicht, schlechtestenfalls unter Verlust einzelner Details, aber es wird gehen. Da mache ich mir gar keine Sorgen nach 10 Jahren Palm OS Nutzung und tausenden Kalendereinträgen als Tagebuch!
Anders sieht es evtl. aus mit den lieb gewonnenen, alten Applikationen. Ob die auch noch laufen werden…? Aber das ist IMHO weniger kritisch als die ganzen PIM Daten.
buzz buzz buzz!
http://roughlydrafted.com…-emperors-new-phone/
Lesenswert… Bisschen polemisch aber technisch auf den Punkt.
Palm Pre Forum
http://www.preferpre.com
Viele Grüße!
Hi,
ich als Frau erstmal: sieht schnukelig aus, aber …
8gb, ja hallo? Keine Video-Funktion? 3 megapixel Kamera, das gibts auch schon standardmäßig etwas besseres. Und so schön und inetressant und clever durchdacht das auch mit dem Dauer-Web-Sync auch zu scheinen mag, aber dann braucht man wirklich eine Web-Flate. Und wer jetzt sagt, die braucht man sowieso bei einem Smartphone, dem muss ich sagen, ich hab ein Smartphone und keine Flat dazu, da ich bei meinem Smartphone die Internetverbindung abstellen kann (nur über wlan an), was bei dem neuen Palm ja nun nicht geht (denn darauf baut ja das ganze Gerät auf). Was das also angeht, hätte Palm wohl doch noch etwas warten müssen, bis das ganze etwas billiger wird. Obwohl ich mal annehme, das man den Palm in Deutschland nur in Verbindung mit einer Flat kaufen kann.
Immer diese alte Laier,
Palm stellt ein Smartphone vor, kein Multimedia-Handy. Also warum sollte man eine gute Kamera benötigen? Außerdem kommt es nicht nur auf die Auflösung an.
Das mit der Flatrate. Nunja. Ein Abfallprodukt der Entwicklung. Bei Vista wollte vorher auch jeder gemeint haben das es schlecht ist und keiner wollte es kaufen. Aber letztendlich sind trotzdem viele User umgestiegen.
Die Käufer passen sich den Geräten an, nicht umgekehrt.
Das ist eine ziemlich schlechte Entwicklung aber leider Tatsache.