Swisscom Ecomode plus:
DECT – Es geht auch ohne Strahlung

Drahtlose DECT-Telefone haben bezüglich Elektrosmog einen schlechten Ruf, weil sie auch im Stand-by die Umwelt fleissig befunken. Wie man das besser macht zeigt in der Schweiz die Swisscom, deren neuste Drahtlostelefone nur noch funken, wenn gesprochen wird.

Als “Strahlenschleudern” bezeichnen Elektrosmog-Kritiker herkömmliche DECT-Telefone, als Erfolgsgeschichte eines Standards loben es andere. Dank der neuen DECT-Modellreihe von Swisscom (ATON CL108 bis CLT110) kann man nun Komfort und Ökologie vereinen. Die drahtlosen “Ecomode plus”-Telefone strahlen nur noch beim Plaudern und brauchen auch weniger Strom. Dabei kosten sie kaum mehr als herkömmliche DECT-Telefone. Damit hofft man, auch diejenigen Kunden erreichen zu können, die sich bisher nicht mit einem schnurlosen Telefon anfreunden konnten:

Verbreiteter Standard
Digital Enhanced Cordless Telecommunications, kurz DECT ist eine Erfolgsgeschichte der Telefonie. Dank einem einheitlichen Standard können drahtlose Telefone und Basisstationen unterschiedlicher Hersteller problemlos zusammenarbeiten. Digitalisierung beschert exzellente Sprachqualität und Verschlüsselung schützt DECT-Benutzer vor Missbrauch.

DECT steht aber seit einigen Jahren in der Kritik, weil die Basisstation “rund um die Uhr” funkt, auch wenn überhaupt nicht telefoniert wird. Technisch ist diese Aussage aber nicht ganz korrekt: Die Basisstation sendet nämlich nur sporadisch ein Kontrollsignal an das Handteil um sicherzustellen, dass sich dieses noch im Empfangsbereich befindet. Da dies allerdings 100-mal pro Sekunde mit der maximalen Sendeleistung von 250 Milliwatt geschieht, entsteht dadurch beträchtlicher, aber meist sinnloser Funkverkehr.
Hilfreich ist deshalb, die DECT-Basisstation möglichst weit weg von permanenten Aufenthaltsorten wie Bett oder Sofa zu positionieren. Denn am meisten Strahlung entsteht bei der Basisstation, mit der Anzahl angeschlossener Handteile steigt diese proportional.
Ein Gespräch via DECT erzeugt aber eine um Faktoren geringere Elektrosmog-Belastung als ein Handy-Telefonat.

ECO-Mode
Seit einigen Jahren gibt es sogenannte strahlungsarmer DECT-Telefone an. Wenn sich deren Handteil in der Basisstation befindet, unterbleiben diese unnötigen Kontrollsignale. Ferner regulieren einzelne die Sendeleistung dynamisch, je nachdem wie weit Handteil und Basis entfernt sind.

In der Schweiz hat nun Swisscom eine neue Gerätegeneration auf den Markt gebracht, die laut Hersteller überhaupt nicht mehr funken, wenn kein Gespräch geführt wird. Dies unabhängig davon, wie viele Handteile an der Basisstation angemeldet sind und ob sich diese in der Ladeschale befinden. Swisscom verspricht, dass sich zur Zeit im Schweizer Markt keine Geräte befinden, die geringere Strahlungswerte aufweisen.


Das Edelmodell CLT110 beinhalten einen Telefonbeantworter. (Bild: Swisscom)

Netterweise hat die Swisscom auch beim Stromverbrauch an die Umwelt gedacht und stattet die neuen “Ecomode plus”-Modelle mit effizienten Netzteilen aus, die bis zu 60 Prozent weniger brauchen als Billigadapter der Konkurrenz. Die Telefone verheizen nur noch 1,2 Watt im Standby. Verpackung und Gebrauchsanweisungen der Ecomode-Modelle bestehen, so Swisscom “aus nahezu 100% Recyclingfasern.”

Die Geräte sind nur in der Schweiz erhältlich. Abgesehen vom falschen Stecker funktionieren sie aber auch in Deutschland.
Das Einstiegsmodell Aton CL108 kostet 78 Franken (rund 50 Euro), das Topmodell Aton CLT110 mit Anrufbeantworter gibt es für 118 Franken (rund 80 Euro)

Eine ausführliche Liste strahlungsarmer Telefone findet sich beim deutschen Bundesamt für Strahlenschutz

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9 Kommentare

  1. Rick Wendel
    schrieb am 17. November 2008 um 14:45 Uhr (#)

    Gute Sache. SEHR gute Sache.

    Eine Frage habe ich aber noch dazu – soweit ich weiß, hat die bisherige Umsetzung des “ECO-DECT Standards” einen gewaltigen Pferdefuß. Die Sendeleistung wird in der bisherigen Umsetzung NUR dann reduziert, wenn das Handset in der Basis steht UND nicht mehr als ein Handset an der Basis angemeldet ist.

    Ist das in diesem Fall auch so? Dann ist das nämlich… irgendwie blödsinnig. für mich völlig unzufriedenstellend gelöst.

  2. Ole
    schrieb am 17. November 2008 um 14:51 Uhr (#)

    Bist du sicher, das es diese Geräte nicht in Deutschland gibt?

    Das Aton CLT110 sieht meinem Gigaset C385 zum verwechseln ähnlich. Ich würde wetten, das da Technik von Siemens unter der haube steckt.

    Hier mal ein Link zu Siemens:
    http://gigaset.com/shc/0,…9_rArNrNrNrN,00.html

  3. Schreibt hier auf dem Blog Kurt Haupt
    schrieb am 17. November 2008 um 15:20 Uhr (#)

    Originalzitat aus der Swisscom-Mitteilung:

    Dank Ecomode plus strahlen die Geräte im Bereitschaftsmodus nicht mehr. Dies unabhängig davon, wie viele Handapparate angemeldet sind und ob diese auf der Sendestation liegen.

  4. Spatenpauli
    schrieb am 17. November 2008 um 23:43 Uhr (#)

    Ja, ich denke auch, hier handelt es sich um die Siemens-Modelle A580/585 und C380/385 (ohne/mit AB). Die Strahlungsabschaltung ca. 20 Sekunden nach Gesprächsende ist ein Merkmal des Eco-Modus plus. Dieser Modus wiederum geht verloren, wenn man an die DECT-Basis eines der genannten Geräte ein älteres DECT-Mobilteil (GAP-Standard) anmeldet. Dann fällt die DECT-Basis zurück in den schon länger bekannten Eco-Modus (ohne plus), bei dem die DECT-Basis erst dann aufhört auch im Stand-by zu senden, wenn ein Mobilteil in der ladeschale steckt. Also Vorsicht, ältere Mobilteile durchlöchern das Prädikat strahlungsarm. Trost: Dies geschieht nicht heimlich, sondern ist an Symbolen im Display der (neuen) Mobilteile erkennbar.

  5. Sebastian Ruppert
    schrieb am 18. November 2008 um 07:58 Uhr (#)

    Was mich bloß wundert ist, dass das Bundesamt für Strahlenschutz die Siemens Telefone mit Eco-Modus Plus nicht auf seiner Liste hat. Ist diese Serie auch in Deutschland gerade erst erschienen oder befindet sich die Liste des BfS nicht wirklich auf aktuellem stand? Für mich sind die Modelle sehr interessant,ich denke sie sind eine gute Möglichkeit, mein schon etwas betagteres Telefon zu ersetzen, ohne durch die DECT Technik dauerhaft Strahlung ausgesetzt zu sein (mein altes Funktioniert noch mit anderer Funktechnik, desssen Namen mir leider entfallen ist).

  6. Bätscher Rolf
    schrieb am 21. November 2008 um 12:44 Uhr (#)

    Ich (CH) habe mir ein solches Telefon zugelegt. Hatte vorher ein Siemens A1xxx und von der Bedienung her ist es exakt gleich. Gehe auch davon aus, dass darin Siemens Technik steckt.
    Sprachqualität ist 1a, eingebaute Freisprecheinrichtung funktioniert tadellos.
    Kann es nur empfehlen.

  7. Brasilien
    schrieb am 21. März 2009 um 11:08 Uhr (#)

    Danke für Eure Empfehlungen, ich habe mir jetzt auch eins geholt und bin supergut zufrieden, es ist einfach zu bedienen und sieht auch noch gut aus :-)

  8. laufri
    schrieb am 28. April 2009 um 09:01 Uhr (#)

    Ich bin auf der Suche nach einem (Schnurlos-)Telefon, das im Ruhezustand absolut NICHT strahlt.
    M.E. verspricht Swisscom das, ohne es auch wirklich einzuhalten. Das im Artikel genannte Aton CLT110 ist sicher 100% identisch mit dem gigaset C380, für das keineswegs so gute Werte versprochen werden; strahlungsfrei nur wenn das Mobilteil in der Ladeschale steckt.

  9. Fritz Nussbaumer
    schrieb am 11. August 2009 um 17:35 Uhr (#)

    Wo DECT drauf steht, ist DECT drin.
    Wenn Du nicht gerade in dem Zimmer telefonierst, in dem die Basisstation steht, dann knallst du dir beim Telefonieren die volle DECT-Ladung ins Gehirn.
    Gut, wenn du nicht telefonierst, dann verschonst du mindestens deinen Nachbarn, der sein Bett einen Meter neben deiner Basisstation stehen hat.

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