Test Brother innovis 30:
Computer-Nähmaschine

Wer ein zuverlässiges Werkzeug zum Nähen sucht, der sollte die Brother Innovis 30 nehmen. Denn sie ist nicht nur robust, sondern vor allem eines: narrensicher.

Wer keine Kleiderfabrik besitzt oder zu den Freaks gehört, die sich ihren Zwirn selbst zusammenschneidern, kommt ja eher selten in die Verlegenheit, selbst etwas nähen zu müssen oder wollen. Umso wichtiger ist es, dass das Werkzeug sich dann besonders einfach bedienen lässt. Und hier ist die Brother Innovis 30 eine wirkliche Überraschung. Denn sie bietet Unterstützung in jeder Hinsicht. So sind die Stellen, durch die der Faden auf dem langen Weg von der Spindel zu Nadel geführt werden muss, narrensicher von 1 bis 8 durchnummeriert.

Und dann hat das gute Stück auch noch eine automatische Nadeleinfädelhilfe. Das macht sie zum echten Hit, auch ohne den übrigen Schnickschnack, den die Innovis natürlich auch bietet, schließlich bewirbt Brother sie als “Computer-Nähmaschine”

Mit und ohne Computer

Doch wer jetzt glaubt, er kann die Maschine per USB an seinen Heimserver anschließen oder vom iPhone aus steuern, den müssen wir enttäuschen: die agiert vollkommen autark. Ohne Fremdsteuerung, außer über das übliche “Gaspedal” auf der Erde. Zur Einstellung reichen der Maschine ein Drehknopf sowie ein paar Knöpfe (wer würde schon mit einer Nähmaschine bloggen wollen).

Das zentrale Bedienelement jedoch hat es in sich, denn natürlich ist es trotz der fehlenden Kommunikationsschnittstelle ein kleiner Computer, der in dem weißen Getüm sitzt. Gesteuert über den zentralen Button bietet die Innovis bis zu 70 Programme, und bei jedem kann der Anwender noch die Parameter ändern.

Durch die musste ich mich erst tapfer arbeiten, bis ich die Feinheiten herausgefunden hatte. Auch bei den kryptischen Fehlermeldungen (z. B. “E9″)bin ich ohne Handbuch aufgeschmissen und hätte mir ein informativeres Display mit einfacher Anweisung gewünscht (“Zwillingsstich deaktivieren”). Oder auf der Rückseite der Programmübersicht die Fehlerliste (denn allzulang ist sie nicht).

Perfekter 1-Nadel-Drucker

Das Go via Tretpedal, Geschwindigkeitseinstellung per Schieber, das ist zum Glück noch alles konventionell, damit auch “technophobe” Zeitgenossen wenigstens die Grundfunktionen durchführen können. Trotz und alledem ist es natürlich immer noch ein Wunderwerk der Feinmechanik, bei dem Grobmotoriker durchaus auch eine Nadel ruinieren können.

Wie bei allem technischen Gerät gilt hier: Üben, üben, üben (der neue Golf fährt sich ja auch trotz Einparkautomatik auf dem Rest des Asphalts nicht von selbst). Die Zeugenbeseitigung einer schief gegangenen Aktion ist dank beigelegtem Werkzeugset kein Problem. Dem fehlt nur eines, und das braucht man dank moderner Technik nicht mehr: das Ölkännchen.

Technische Daten

  • Bezeichnung: Brother Innovis 30
  • Preis: ca. 450 €
  • Elektronisches Funktionsrad
  • 70 einprogrammierte Stiche
  • Ein-Stufen-Knopflochautomatik mit 7 Varianten
  • Verbesserter F.A.S.T. Nadeleinfädler
  • F.A.S.T. Unterfaden-Schnellautomatik
  • Augenfreundliches Nählicht
  • Versenkbarer Sieben-Punkt-Transporteur
  • F.A.S.T. Aufspulautomatik
  • Auswahl der Stiche per Funktionsrad
  • Snap-on Fußsystem
  • Abnehmbares Verzeichnis aller einprogrammierten Stiche
  • Wahl des Nadelmodus zwischen Zwillings- und Einzelnadel
  • inkl. Kofferhaube

(Bilder: Thomas Jungbluth)

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8 Kommentare

  1. TheTeaser
    schrieb am 10. November 2008 um 09:34 Uhr (#)

    Nun computernähmaschiene hin oder her , die eirlegenden wollmilchsau hat brother damit auch nichgt geschaffen.

    sie hat weder eine overlock nähfunktion noch kann man damit seitwärts (links nach rechts und umgekehrt) nähen. und motive sticken schon gar nicht.ausserdem sehe ich nur eine nadel

    also noch viel arbeit bis zum perfekten nähwunder.

    und das ein computer dabei helfen kann bezweifle ich den nähen ist nach wie vor eine mechanische angelegenheit.

  2. Kaliforn
    schrieb am 10. November 2008 um 15:02 Uhr (#)

    Wer selten etwas näht, wird sich wohl kaum eine Maschine für 450 € anschaffen.

  3. Feylamia
    schrieb am 10. November 2008 um 16:44 Uhr (#)

    Overlock und Stickfunktion und das gute Stück wäre gekauft.

  4. Goldfinger
    schrieb am 17. November 2008 um 17:38 Uhr (#)

    Was für eine schöne Maschine. Ich habe mich im Nähmaschinen-Fachhandel ausführlich beraten lassen. Dabei hat sich geklärt, daß es für alle Brother Nähmaschinen mit 7mm Stichbreite (also fast alle, bis auf 2 mechanische Maschinen) einen Kantenabschneide Nähfuß gibt, der aus der Nähmschine im Handumdrehen eine kleine Overlockmaschine macht. Meine Wahl fiel dann auf die 100,-€ teurere Innovis 50, da Die auch Schriften sticken kann.

  5. Lola
    schrieb am 27. November 2008 um 23:04 Uhr (#)

    Vielen Dank liebe Neuerdingser,

    der Test hat mich erst richtig auf den Geschmack gebracht,
    so eine gute Nähmaschine in Visier zu nehmen. Hätte mir fast eine beim Aldi gekauft. Gott-sei-Dank ist mir das erspart geblieben. Durvch die Händlersuche auf der brother HP bin ich hier in Hamburg auch gleich fündig geworden und super kompetent beraten worden. Es lohnt sich eben doch im Fachgeschäft zu kaufen, zumal der Preis günstiger war als in diversen Webshops angeboten. 50,-€ Euro gespart und den Obertransportfuß gab´s zum halben Preis. ich bin richtig glücklich.

    lieben Gruß aus der Hanse, Lola

  6. markus
    schrieb am 11. Februar 2009 um 20:32 Uhr (#)

    zitat aus “über uns”:

    die neuesten Notebooks, Kameras, Smartphones, Navigationsgeräte und sonstiges Technikspielzeug sind unser Thema.

    bin gerade am überlegen, wo ich die nähmaschine einsortiere…

    notebooks? mmmh.. nein.
    kameras? mmmh.. nein.
    smartphones? mmmh.. nein.
    navigationsgeräte? mmh. mmmmmhhh… mmmh.. nein.
    bleibt also “sonstiges technikspielzeug”, worunter die hier getestete elektronische fliegenklatsche wohl in jedem fall fällt. bleibt also der vergleich zwischen elektronischer fliegenklatsche und nähmaschine.

    mh. übereinstimmung bei dem teilbegriff “spielzeug” nicht wirklich vorhanden, so zwischen nähmaschine und e-fliegenklatsche…

    trotzdem ganz annehmbar geschrieben ;-)

  7. kritischer Leser
    schrieb am 18. Februar 2011 um 12:13 Uhr (#)

    Sorry, aber der Eitrag ist totaler käse. Hat hier jemand geschrieben, der absolut keine ahnung vom nähen hat? Ist halt ein bischen anderns als bei iphone, gell.

    allein die kritik, die maschine kann kein overlock bringt einer schneiderin lachfalten auf die augen. natürlich kann die maschine einen overlockSTICH. nur abschneiden tut sie natürlich nicht, – wie auch. 1 Sekunde Google zeigt, dass OVERLOCK nähmaschinen völlig anders aussehen und mehrere messer dazu besitzen. Was für eine völlig absurde bemerkung.

    Und wenn sie mir erkären, was ein seitwärds nähen in der praxis bringen soll, wäre ich sehr dankbar.

    kritisieren sie bei einem iphone auch, dass man damit nicht CB-Funken kann? lol

    *daumenrunter*

  8. Ernest
    schrieb am 9. März 2011 um 08:48 Uhr (#)

    Dieser Testbericht gefällt mir. Nicht nur unterhaltsam geschrieben, sondern informativ und komplett.
    Der Kommentar: ‘der kann kein Overlock’ ist kompletter Blödsinn. Eine Nähmaschine ist kein Overlock und ein Overlock ist keine Nähmaschine. Es gibt einen Näffuß als Zubehör, namens F054 Kantenscheider, und der NV30 hat einen Overlock Stich. Aber mit einer Nadel ist es noch immer kein Overlock. Ein Video vom F054 Kantenschneider gibt es auf Youtube.
    Der Einfädler ist beim NV30 wirklich ein Segen!
    @Kritischer Leser: Seitwärtsnähen ist praktisch für Flicken auf Hosen oder für Zierstiche die breiter als 7mm sind zum Beispiel zum Quilten. Der Innov-is 550 hat diese Funktion.

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