Test Sony Playstation Portable 3000:
Mehr als ein Spielknochen

Seit einigen Tagen ist die Playstation Portable 3000 von Sony in die Läden. Das Teil ist nicht nur Spielknochen sondern auch Skype-Telefon, Internet-Surfbrett, Klo-Fernseher und Mini-Multimedia-Center.

Bei Raumschiff Enterprise hatten sie den Communicator. Ich hab eine PSP 3000 (Affiliate-Link).

Die Playstation Portable (PSP) ist seit Jahren beliebter Spielknochen für die Teenie-Generation. Technik-Freaks waren davon begeistert, weil sich die Mini-Konsole recht einfach hacken liess und dann mit handgestrickten Programmen beispielsweise zu einer TV-Fernbedienung umrüsten liess.

Mikrofon und neues Display
Sony hat die PSP nun einer sanften Renovation unterzogen. Das Display wurde bei Kontrast und Farbigkeit verbessert, ein Mikrofon eingebaut und bei der Gelegenheit auch gleich die Hacker ausgesperrt. Ferner hat Sony das Betriebssystem der PSP runderneuert. Man kann nun direkt auf den Playstation-Store zugreifen und sich so neue Games ohne Umweg über den Laden auf die Speicherkarte laden. Das neue Betriebssystem lässt sich auch auf alte PSPs laden.
Über das neue Display der PSP 3000 wird im Internet bereits heftig gestritten. Der neue Bildschirm ist zwar kontrastreicher und glänzt auch mit brillanteren Farben als der PSP-2000-Bildschirm, ist aber gleichzeitig rund 15 Prozent dunkler geworden.

Auf den neuen Displays gibt es bei schnell bewegten Spielfiguren kaum mehr verschmierte Schattenbildern, dafür sind in einigen Spielen hässliche, horizontale Scanlines zu sehen.

Die Akkulaufzeit der 3000er-Modelle bleibt bei gut viereinhalb Stunden. Im Laden erkennt man die neuen Geräte entweder am expliziten 3000er-Modellnamen oder dem roten “Built-in Microphone”-Kleber.

 

Dank Mikrofon ein Skype-Telefon
Dank dem integrierten Mikrofon beim Modell 3000 lässt sich nun auch der Skype-Client auf der PSP sinnvoll nutzen. Dazu muss der Spielknochen natürlich auf eine WLAN-Verbindung zugreifen können. Nach dem Anmelden stehen die üblichen Skype-Kontakte zur Verfügung. Die Benutzeroberfläche ist hübsch, sogar die kleinen Fotos der Gesprächspartner sind sichtbar. Kurzmitteilungen unterstützt Skype auf der PSP allerdings nicht. Die Gesprächsqualität ist erstaunlich gut. Da sich das Mikrofon in der Mitte des unteren Bildschirmrandes befindet, sollte man die übliche Handy-Haltung tunlichst vermeiden. Mit der PSP wird eher in einer Art “Freisprechhaltung” telefoniert.
Leider kann Skype auf der PSP nicht “im Hintergrund” ablaufen. Man kann also nicht gamen und sich dann durch einen Anruf unterbrechen lassen.
Skype funktioniert auf allen PSP ab Version 2000 und lässt sich direkt von Skype herunterladen. . Wer seine PSP auf die Systemversion 5.01 aktualisiert, erhält dadurch auch gleich den Skype-Client.

Shoppen mit der PSP
Alle PSP mit Version-5-Software können nun auch direkt auf den Playstation Store zugreifen. Dieses Einkaufsportal wurde ursprünglich für die Playstation 3 entwickelt und bietet kostenlose Demos, Kaufspiele sowie Videos und Musik. Nun kann man also auch mit der PSP mittels WLAN direkt im Store stöbern und sich so die neusten Demos auf den tragbaren Zeitvertreiber laden.


Hier ist nun der richtige Augenblick, über die Salamitaktik von Sony zu lästern. Die PSP 3000 wird nämlich ohne Memory-Stick ausgeliefert. Dieser ist aber nötig, um einerseits das Betriebssystem zu aktualisieren oder Inhalte aus dem Store herunterzuladen. Wer wie ich die PSP gemütlich am Sonntagmorgen ausprobiert, dürfte deswegen heftig fluchen. Kein Stick – kein Download! Glücklicherweise hatte ich noch einen Stick in einem alten Sony-Ericsson-Telefon. Dieser liess sich aber aus irgendwelchen Gründen selbst mit unsonntäglichen Flüchen nicht dazu überreden, in der PSP zu arbeiten. Am Montag stand ich deshalb im Laden und kaufte für 20 Fränklis – sprich eine handvoll Euros – einen Memory-Stick. Irgendwie hätte ich es einfach nett gefunden, wenn Sony solche Selbstverständlichkeiten bei einem Neugerät gleich dazupackt. In den USA wollte man übrigens ein Bundle aus PSP-3000 und Memorystick auf den Markt bringen. Dies hat man aber anscheinend wieder abgesagt, weil sich die PSP auch ohne gut verkauft. Ferner kann sich der Detailhandel mit diesem Zubehör-Trick ein bisschen Marge sichern, schliesslich braucht die PSP ja keine Batterien.

Surfen und chatten
Wenig hat sich am internen Browser der PSP geändert. Mit einer Auflösung von 480 x 272 Pixel ist heftiges Scrollen Pflicht. Neuerdings.com wird aber vernünftig dargestellt, die PSP gibt sich sogar als “mobiles Device” zu erkennen und wird dann mit dem speziell aufbereiteten Inhalt versorgt. Beim Seitenaufbau ist die PSP aber sehr gemütlich und teils lassen sich Bedienelemente wie PopUp-Listen nicht vernünftig nutzen. Auch YouTube lässt sich auf der PSP ohne Hacking nicht nutzen.
Daneben unterstützt die PSP auch RSS-Feeds, das entsprechende Portal von Sony ist aber dürftig bestückt.
Als Chat-Plattform dient auf der PSP der GoMessenger. Der beherrscht nebenbei zwar auch Sprach- und Videotelefonie, hat aber nie die Verbreitung von Skype gefunden. Ein Client für Windows ist allerdings verfügbar, man kann also von der PSP zu einem PC telefonieren. Ferner kann man Sprach- und Videonachrichten mit der PSP aufzeichnen und verschicken. Der Empfänger kriegt diese, sobald er sich einloggt. Als Text-Chatting-Tool ist GoMessenger eher Mittelmass. Wer die üblichen Messenger-Dienste wie MSN nutzen will, muss diese über ein Web-Portal wie ebuddy im Browser verwenden.

 

Fernsehen mit der PSP
Ein “alter Hut” ist, dass man mit der PSP auch fernsehen kann. Dies funktioniert allerdings nur mit zusätzlicher Hardware. Dabei wird die Box “LocationFree” mit einem beliebigen Receiver (Kabel-Box, Bluewin-Box, DVD-Player, Sat-Receiver) verbunden. Sie greift dann direkt das analoge Videosignal, vorzugsweise an der SCART-Dose, ab und streamt dieses via Wireless-LAN. Dieses Fernsehen lässt sich dann auf dem Notebook oder auf der PSP geniessen. Der Client auf der PSP erlaubt natürlich auch, zwischen einzelnen Sendern umzuschalten. Der Zapp-Befehl von der PSP wird per Funk an LocationFree übermittelt und dort in ein Infrarotsignal umgesetzt. Die neuste Version von LocationFree kostet in den USA neu nur noch 199 Dollar. In Europa wird die Lösung eher zögerlich vermarktet, vor allem ist anscheinend nur das alte Modell LF-PK1 verfügbar.

Vernetzte Unterhaltung
Die Hoffnung, dass sich die PSP-3000 auch gleich als UPnP-Medienclient im Unterhaltungsnetzwerk betätigt, hat sich leider nicht erfüllt. Zwar kann man mit der PSP über RSS-Feeds auf Multimedia-Content zugreifen, das ist aber eine hakelige Geschichte.
Wer allerdings über eine Playstation 3 (PS3) verfügt, kann mit einem Trick die PSP doch noch zum perfekten mobilen Heimunterhalter machen. Mittels Remote-Play kann die PSP sich nämlich mit einer PS3 direkt verlinken. Sie dient dann im Prinzip als Display der PS3 und ist dabei auch deren Controller. Dadurch kann man beispielsweise sehr einfach auf das Musik- und Filmarchiv der PS3 zugreifen. Selbst die UPnP-Netzwerkintegration der PS3 lässt sich auf diesem Weg nutzen. Das heisst, die PS3 greift auf einen beliebigen Musik- oder Filmserver in Netzwerk zu und streamt dann den Inhalt auf die PSP. Allerdings lassen sich so aber keine Film-DVD betrachten, die direkt in die PS3 eingelegt werden.
Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen – die PSP ist auch ein Internetradio, welches sich dabei auf das Shoutcast-Portal verlässt. Leider lässt diese Funktion keine direkte Senderwahl zu, sondern nur das Zappen nach Musikstilen.

Walkman und Navi
Letztlich taugt die PSP auch als üblicher Multimedia-Walkman. Musik und Filme lassen sich einfach auf den Memorystick kopieren. Netterweise zeigt sich die PSP via USB an den PC angeschlossen dabei als übliches Laufwerk. Am komfortabelsten ist die Musikverwaltung auch dem mobilen Player mit der neuen Windows-Software Media Manager für PSP. Diese kann kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden. Mit dem Manager lassen sich auch ganze Musik-CDs mit Drag und Drop auf die PSP übertragen, wobei die Konvertierung automatisch erfolgt.

Bezüglich Videodarstellung hat die PSP ebenfalls das System 5 dazugelernt, nun beherrscht sie auch MPEG-4 AVC (H.264), allerdings nur im Video Main Profile (AVC CABAC).
Unzählige Kauf-Videos warten als UMD-Videos ebenfalls auf Käufer.
Wer die Filme seiner PSP auf dem Fernseher darstellen will, kann dies neu auch bildschirmfüllend machen. Dazu ist aber der Kauf eines Kabelkits nötig. Leider lässt sich der Bildschirminhalt der PSP nicht kabellos via Screen-Streaming an die PS3 transferieren und an deren Display darstellen.


Wer rund 250 Franken (170 Euro) investiert, kann mit GoExplore seine PSP sogar zum Navi aufrüsten. Das Kit stand leider für einen Test nicht zur Verfügung. Im Startpaket sind Karten für die Schweiz, Deutschland und Österreich enthalten, sowie eine Autohalterung und entsprechender Ladeadapter. Die angesehene Fachzeitschrift connect verlieh der Lösung immerhin 4 von 5 Sternen.

Sony PSP 3000 GoExplore
Sony PSP 3000 GoExplore

Ach ja, natürlich kann man auf der PSP 3000 auch alle gewohnten PSP-Titel zocken. Anscheinend gibt es aber noch kein Spiel, welches das integrierte Mikrofon der PSP 3000 nutzt.

Fazit: Mehr als man denkt
Die PSP 3000 (Affiliate-Link) bringt zwar technisch keine Revolutionen, man hätte sich da als Gamer vielleicht Bewegungssensoren und als Bequemer ein Touch-Display gewünscht. Wer sich aber einige Stunden mit einer PSP befasst, stellt erstaunt fest, dass der kleine Unterhalter mehr kann, als man ihm zutraut. Erstaunlicherweise integriert er sich sogar vernünftig in ein Unterhaltungsnetzwerk, sofern ihm der grosse Bruder Playstation 3 zur Seite steht. Die Playstation-Abteilung von Sony scheint es auch zu gelingen, die ganze Playstation-Welt langsam zu einer einigermassen transparenten Plattform zu verschmelzen.
Schade, dass Sony die PSP gegenüber frei entwickelter Software zumauert und immer erst mit abenteuerlichen Hacks neue Modelle und Systemversionen “öffnen” muss.
Trotz aller Kritik ist die PSP 3000 (Affiliate-Link) letztlich ein zahlbarer und universeller Langweilevertreiber oder gar gefürchteter Zeitfresser.

Preis: PSP 3000 mit 2 Spielen (Ratchet & Clank – Size Matters, Loco Roco), rund 300 Franken (200 Euro).

Technische Daten zur PSP-3000

Links:
PSP-Freaks, deutsche Fanclubs
PSP-Source, Programmsammlung
QJ.net, Internationale Cracks
PS2DEV.org, Anlaufstelle der OpenSource-Gemeinde

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9 Kommentare

  1. ich
    schrieb am 31. Oktober 2008 um 13:43 Uhr (#)

    der grund für die unschönen scanlines ist inzischen auch bekannt:
    http://gizmodo.com/507135…e-100-hardware-based

  2. Dirk
    schrieb am 4. November 2008 um 13:09 Uhr (#)

    Hi.Wann kommt denn wohl die PSP in weiß raus?
    Ist bei dem Vorgänger auch schon ein TV-Out integriert?
    Gruß Dirk

  3. Kurt Haupt
    schrieb am 4. November 2008 um 14:26 Uhr (#)

    Video out / headset connector ist dran, aber das Kabelkit nicht im Lieferumfang.

  4. Dirk
    schrieb am 4. November 2008 um 17:33 Uhr (#)

    Aso.Ist das Mic und das Display also das einzige was die neue jetzt attraktiver macht oder?
    Wann die in weiß rauskommt weiß keiner?
    Thx nochma

  5. Lugge
    schrieb am 19. November 2008 um 11:19 Uhr (#)

    Ja aba man kann auch noch damit fernsehn schaun da braucht man aba noch so ein komisches extrateil!

  6. Marvin
    schrieb am 14. Februar 2009 um 22:11 Uhr (#)

    Jo ich will mir auch die neue psp kaufen. Ich habe nur eine frage:Stören Scanlines nervend bei filmen nd games ?

  7. hgd
    schrieb am 21. Februar 2009 um 15:27 Uhr (#)

    ist das internet kostenlos ???

  8. wir
    schrieb am 1. März 2009 um 17:49 Uhr (#)

    Wenn du einen Wlan Router mit Flatrate hast
    ist das internet auch kostenlos ;)

  9. bmogiq
    schrieb am 28. Oktober 2010 um 05:45 Uhr (#)

    qqktorkhzeeawxlaetfjqzfigdtyql

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