Skyfire Handy-Browser:
Das Web als grosse Grafik

Der Handybrowser “Skyfire”, der alles können soll, was ein Desktop-Browser beherrscht, ist inzwischen für jedermann als Betaversion zu beziehen. Für jedermann auf dem amerikanischen Kontinent, heisst das.

Eben musste man noch eingeladen werden, um den Smartphone-Browser Skyfire auszuprobieren: Die Betaphase war noch nicht öffentlich. Seit einigen Wochen nun ist sie es – wer will und ein Symbian- oder Windows Mobile Mobiltelefon hat, kommt ind en Genuss des ersten Browsers für Mobiltelefone, der Flash und alle andern integriertenTechniken so gut versteht wie unsereins Cookies. Der Trick dabei: Skyfire ist ein Proxy-System (wie OperaMIni):

Sämtliche Daten werden auf dem Weg zum Mobiltelefon über die Server von Skyfire geschickt, dort umgewandelt und fürs Handy aufbereitet und dann erst ausgeliefert.

Und was genau ist diese “Aufbereitung”? Das zeigt sich beim Aufbau der einzelnen Webseiten sehr schnell: Es sind reine Bilddateien der Websiten, in welche Skyfires Server die Links “geographisch” als Klickmap einbaut, entsprechend ihrem Standort im Text des Originals.

Wir haben uns die Betaversion besorgt, wozu die Angabe einer amerikanischen Mobiltelefonnummer nötig ist. Die spielt danach zwar keine Roille mehr, weil man den Downloadlink auch per Mail und nicht nur per SMS zugeschickt erhält – obs mit reinen Fantasienummern klappt, konnten wir nicht überprüfen. Einen Versuch haben wir gemacht, worauf der Server mitteilte, die Nummer sei schon mit einer anderen Email zusammen gespeichert worden – wir sind nicht allein.

Das Konzept, das ganze Web als Bild zu behandeln, hat einige Vorteile und liefert absolut (Darstellungs-) fehlerfreie, schnell zoombare Webseiten. Integriertes Flash bis hin zu den Youtube-Videos ist kein Problem, für Bild- und Audio-Daten hat das Skyfire-Team offenbar ein recht gut funktionierendes Streaming-Modul integeriert.

Der radikale Umgang mit den Webseiten hat aber auch Nachteile, die vielleicht mit der Reifung der Software noch behoben werden – Text kopieren zum Beispiel ist nicht möglich. Und wenn mir eine Popup-Box (selbstredend auch gefüllt mit einem Schnappschuss des Server-Bildschirms) einen Windows-Dialog zeigt, der mich nach dser Speicherung meiner Passwort-Daten fragt – auf dem Server von Skyfire, wohlgemerkt – wird mir etwas mulmig.)

Ansonsten aber ist das Surferlebnis in der Tat erfrischend – zumindest so lange, wie die Server von Skyfire mit der Bildaufbereitung nachkommen. Derzeit geht es ziemlich fix von statten.

Was passiert, wenn eine Million Nutzer gleichzeitig Videos schaut oder komplexe Sieten absucht, die Skyfire noch nicht in ihrem Cache hat, bleibt offen. Und da liegt ein weiterer Nachteil der grafischen Behandlung von Websiten – das Modell dürfte sehr schlecht skalieren, weil Bilddaten nunmal schwer sind.

Skyfire Mobil-Browser für Windows Mobile und Symbian

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