Sicherheitslücke durch Elektrosmog:
Kabeltastaturen senden 20 Meter weit

Kabeltastaturen strahlen. Und lassen sich so sogar durch Wände hindurch “mitlesen”. Dies haben Schweizer Forscher bewiesen und sorgen damit für Aufregung in Sicherheitskreisen.

Aus Elektrosmog von Kabeltastaturen wird sichtbarer Text.

Aus Elektrosmog von Kabeltastaturen wird sichtbarer Text.

Den Forschern Martin Vuagnoux and Sylvain Pasini ist es gelungen, die elektromagnetische Abstrahlung von üblichen kabelgebundenen Tastaturen auf 20 Meter Distanz zu empfangen und die einzelnen Tastenanschläge zu decodieren. Ob und wie Geldausgabeautomaten von diesem “Tastaturhack” betroffen sind, ist offen.

Das Forschungsprojekt der Eidgenössische Technische Hochschule Lausanne dürfte in Sicherheitskreisen für Aufregung sorgen. Denn Getipptes lässt sich sogar durch Wände hindurch mitlesen.

Dass man die Darstellungen auf Bildschirmen wegen der elektromagnetischen Abstrahlung aus der Ferne lesen kann, ist seit Längerem bekannt. Die Lausanner Forscher haben diese Idee übernommen und “decodieren” nun den Elektrosmog von üblichen Computertastaturen – von kabelgebundenen wohlverstanden. Die elektronischen Komponenten in den Tastaturen produzieren leichte elektromagnetische Felder, die im Laufe der “Margenmaximierung” praktisch nicht abgeschirmt werden.

Die Störimpulse von Kabeltastaturen als Sicherheitsleck. (Bild: EPFL)

Die Störimpulse von Kabeltastaturen als Sicherheitsleck. (Bild: EPFL)

Vuagnoux und Pasini haben einen Versuchsaufbau kreiert, bei der das gesamte Spektrum empfangen und durch Software analysiert und decodiert wird. In zwei Videos dokumentieren sie das Sicherheitsleck.

Das Problem dürfte Tastaturhersteller zum Redesign ihrer Geräte animieren und Anwaltskanzleien und Finanzunternehmer mit der Frage konfrontieren, wer eigentlich im Büro nebenan sitzt. Falls es mit der Technik gelingt, auch die Abstrahlung von Tastaturen von Geldausgabeautomaten oder Kreditkartenterminals mitzulesen, darf man den PIN getrost wieder auf das Kärtchen schreiben, weil die technisch aufgerüstete Gaunerschar ja eh mitliest.

 

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3 Kommentare

  1. na, das ist doch eine gute nachricht, kommt man so doch uu auch ohne bundestrojaner aus, der lauschangrif reicht völlig aus. tastatur ick hör dir trapsen!

  2. Tja, dann bastle ich mir eine “Störsender-Tastatur”, die 30 Zeichen pro Sekunde einfach so in die weite Welt raussendet. :)

    Hoffen wir mal, die Forscher veröffentlichen die genaue Funktionsweise (inkl. Software) nicht…

  3. Ouuu diese Info ist schlecht. Bis jetzt wussten die User nicht dass die Tastatur mehr strahlt als jeder Bildschirm. Nun fängt auch da noch das Theater an^^

    Bekannt war es ja schon lange das Tastaturen ein enormes Magnetfeld erzeugen. Aber dass man diese strahlen umsetzen kann erstaunt mich doch sehr;)

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