Test ViewSonic VP950b:
Hochkant und quietschbunt

Wer das “klassische” 4:3-Format bei Monitoren bevorzugt, muss sich beeilen: Biese Geräte werden immer seltener angeboten. Außer im Profilager, wo man weniger auf Breitbild Wert legt.

Nachdem ich vom Spitzenmodell der 19-Zoll-Reihe, dem ViewSonic VP950b, ein Testexemplar geordert hatte, kam die Nachfrage: Man habe gerade keines da, ob ich auch einen 22-Zöller nehmen würde. Würde ich nicht. Denn das Gerät soll nicht zum Filme schauen benutzt werden, sondern auch Antwort auf die Frage geben, ob es als Zweitmonitor für das Fujitsu Lifebook P1620 taugt. Der kann nämlich extern nichts Größeres als 1280 x 1024 Bildpunkte liefern.

Der VP950b taugt, und zwar sowohl im Hoch- als auch im Querformat. Doch der Reihe nach. Das Lifebook hat an seiner Dockingstation nur einen analogen Ausgang, und der versorgt nur 1280 x 1024 Bildpunkte. Es ist deswegen gar nicht einfach, einen Monitor zu erwerben, der noch diese Auflösung aufweist. 17-Zoll-Monitore gibt es so gut wie gar nicht mehr, und viele 19-Zöller haben bereits 1440 x 900 Bildpunkte Auflösung.

Superhell und quietschbunt

Der Anschluss funktioniert, doch leider ist das analoge Signal nicht fehlerfrei, so säumen einige Buchstaben bunte Ränder. Überhaupt strahlt der Monitor heller als tausend Sonnen – fast zu hell und genauso strahlen auch seine Farben. Das erscheint schon fast unnatürlich. So wandelt sich das dezente Grün bei neuerdings.com in ein kräftiges und der Rotton im Titelbalken von Spiegel Online wird zu einem Orange.

Für Bildbearbeitung mag das knallige Bild in Ordnung sein, trotzdem sollte man das Gerät nicht ohne professionelle Farbkalibrierung einsetzen. Am Digitalausgang ist das Bild genauso bunt, allerdings die schwarzen Linien ohne jeglichen Tadel – soll heißen: scharf und ohne Farbsaum.

Hoch und Quer

Der Monitor lässt sich im Hoch- und Querformat betreiben (sofern der Windows-Treiber das unterstützt). Dazu hat er einen großen und schweren Fuß mit integrierter “Lift”-Funktion – und nimmt dadurch auf dem Schreibtisch so viel Platz in Anspruch wie ein halber Röhrenmonitor. Immerhin enthält der Viewsonic auch einen Vierfach-USB-Hub.

Verwendet man ihn parallel mit Notebook, dessen Display eine andere Auflösung hat, dann dauert es ein paar Anläufe, bis Windows die unterschiedlichen Auflösungen hin bekommt. Das gilt vor allem im “Pivot” (Hochkant)-Betrieb. Ältere Windows-Treiber unterstützen das teilweise nicht mehr. Das FSC Lifebook war nach einigen Anläufen dazu in der Lage: Egal ob Haupt- oder Nebenschirm, hoch oder quer, der mitgelieferte Intel-Treiber lässt sich (wenn auch häufig erst nach mehrmaligem Einstellen) auf alle Varianten konfigurieren. Nur wenn man die Tablet-Funktion benutzte, kam das Notebook teilweise nicht mit. Aber das ist ja auch hauptsächlich für unterwegs gedacht.

Technische Daten

  • Modell: ViewSonic VP950b
  • Preis: ca. 265 €
  • Paneltyp: 19″-TN-Farb-TFT-Aktiv-Matrix-LCD-Display, SXGA
  • Pixelabstand: 0,294 mm
  • Optimale Auflösung: 1280 x 1024 Pixel, 60 Hz
  • Videobandbreite: 140 MHz
  • Kontrastverhältnis: 800:1 (typ.), 2000:1 DCR (typ.)
  • Blickwinkel: 170° horizontal, 160° vertikal (bei 10:1) 170° horizontal, 170° vertikal (bei 5:1)
  • Reaktionszeit: 2 ms (Grey-to-Grey), 5 ms (Schwarz-Weiß-Schwarz)
  • Darstellbare Farben: 16,7 Mio. Farben (6-Bit + 2-Bit FRC)
  • Eingänge: Analog RGB analog (15polig VGA mini D-Sub, 0,7/1,0 Vp-p, 75 Ohm), Digital DVI-D (mit HDCP, TMDS, 100 Ohm)
  • Frequenzen: 24 – 82 kHz horizontal, 50 – 85 Hz vertikal
  • USB-Hub: vierfach 2.0
  • Leistungsaufnahme 40 Watt (typ., ohne angeschlossene USB-Peripherie-Optionen), < 1 Watt im Power-Save-Modus:
  • Neigungswinkel: -5° bis 20°, Schwenkwinkel 120° (60° rechts/links), Pivot 0° bis 90°
  • Höhenverstellbarkeit: 0 bis 120 mm
  • Maße (B x H x T in mm): 412 x 391 – 510 x 279 (mit Fuß), 412 x 331 x 63 (ohne Fuß)
  • Gewicht: 5,6 kg (mit Fuß), 4,4 kg (ohne Fuß)

Website von ViewSonic zum VP950b

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