Sansa Fuze im Test:
Schon dicht am iPod

Damian Amherd, 2. Oktober 2008 11:07 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Der Sansa Fuze von SanDisk will es mit dem iPod nano aufnehmen. Klein aber fein lautet die Strategie. neuerdings.com hat den MP3-Player getestet.

Vor knapp zwei Jahren haben wir hier den Sansa e200 MP3-Player von SanDisk getestet. Im Test selbst schnitt der kleine Player mittelmässig ab, doch in den über 100 Kommentaren zeigte sich, dass längerfristig einige Macken auftreten können. Nun liegt der “Fuze”, das neueste Modell der Sansa-Reihe und sozusagen der Urenkel des e200, auf meinem Schreibtisch und will getestet werden.

Hält man den Fuze (sprich: “fjuus”) zum ersten Mal in den Händen, ist man von der hochwertigen Verarbeitung angenehm überrascht. Auch wenn das gesamte Gehäuse aus Kunsstoff gefertigt ist, die Vorderseite in einer glänzenden Klavierlack-Optik und die Rückseite aus einem gummiähnlichen Material, wirkt es dennoch sehr edel und stabil. Was das Aussehen betrifft, ist schnell klar, wer dem Fuze Modell gestanden ist: man muss nicht MP3-Player-Experte zu sein, um zu sehen, dass der Fuze dem iPod nano der dritten Generation wie aus dem “Gesicht” geschnitten ist. Trotzdem: für die Optik gibts von mir zwei Daumen hoch.

Was die Tech Specs angeht, liefert der Fuze einiges mehr als der Branchenprimus iPod. Nebst den obligaten 2GB, 4GB oder 8GB Speicher und der Wiedergabe von Musik und Filmen, ist der smarte Player nämlich mit einem Mikrofon zwecks Stimmaufzeichnung, einer Radiofunktion und einem microSD-Kartenslot (SDHC-fähig) ausgerüstet. Mit letzterem kann man die Speicherkapazität ds Fuze schnell um mehr als das doppelte erhöhen, was sicherlich eine gute Sache ist. Dafür ist der 1.9-Zoll-Bildschirm und vor allem die Auflösung von 220 x 176 Pixel eher mickrig, was den Gesamteindruck doch ziemlich trübt. Bezüglich Soundformaten, kommt der Player mit MP3, WMA, WAV und Audible klar - plusminus alles, was man braucht (auch wenn Audio-Enthusiasten wohl FLAC-Support vermissen).

Im Alltagsgebrauch schneidet der Fuze ziemlich gut ab. Die Menüführung ist intuitiv und das Display gut ablesbar. Gesteuert wird der Fuze über ein Scrollrad, welches, wie der iPod auch, über total fünf Druckpunkte bzw. Buttons verfügt, sowie über einen Home-Button. Alles in allem nicht schlecht, jedoch scheint mir die Scrollrad-Steuerung bei Apple besser gelöst. Bei der Soundqualität gibt es nichts zu meckern, vorausgesetzt, man verwendet nicht die mitgelieferten Kopfhörer. Diese sind nämlich sogar noch schlechter als die berühmt-berüchtigten weissen Kopfhörer “designed in Cupertino”. Lieder kriegt man übrigens entweder via Windows Media Player oder, im Mass Storage Modus, via Drag & Drop auf den Fuze.

Was Videos angeht, wirds mir beim Fuze nicht wirklich warm ums Herz. Der 1.9-Zoll-Screen ist einfach zu klein und die Auflösung zu gering, um sich einen Film oder eine TV-Serie angenehm zu Gemüte führen zu können. Zudem muss man die meisten Videos, die man als normalo-Bürger auf der Festplatte gespeichert hat, zuerst via Sansa Media Converter in MPEG4 SP konvertieren. Auch hier kommt von mir wieder der obligate Hinweis darauf, dass Apple eben nicht nur MP3-Player, sondern mit iTunes auch noch gleich ein raffiniertes System zur Musik- und Videoverwaltung und -synchronisierung liefert. Aber ich bin ehrlich, da ich auf dem kleinen Display eh nicht Ben Hur schauen würde, stört mich dieser Mangel nicht so sehr.

Punkten kann der Fuze dafür wieder bei den “Zusatzfeatures”. Das eingebaute Mikrofon macht einen wirklich guten Eindruck und taugt auch für Aufnahmen von Interviews oder Sitzungen (etwas, was ich anno dazumal beim Sansa e200 noch bemängelt hatte). Leider werden die Sprachaufzeichnungen als WAV gespeichert, was irgendwie nicht mehr so ganz zeitgemäss scheint. Die Aufnahmefunktion lässt sich übrigens mit dem eingebauten Radio kombinieren, sprich, man kann auch via Radio ausgestrahlte Songs aufnehmen und auf dem Fuze abspeichern. Ich persönlich höre ja nie Radio, aber einige Leute werden diese Funktion sicherlich nützlich finden.

Und wie lautet also das Fazit? Der Fuze ist ein gut verbauter, schicker Player mit überzeugenden Tech Specs, so lange man auf Videowiedergabe und den Komfort von iTunes verzichten kann. Der Fuze kostet ca. ?50/?65/?80 in den 2GB/4GB resp. 8GB-Versionen und ist bereits seit einiger Zeit erhältlich.

SanDisk Sansa

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3 Kommentare zu diesem Artikel

  1. Feng Li

    schrieb am 2. Oktober 2008 um 14:45 Uhr (#)

    Also wie gut ein Gerät auch getestet wird,
    letztlich spielt für mich der Herstellersupport die größte Rolle und da ist SanDisk wie auch Samsung bei mir unten durch. Wenn ein Hersteller sich nach einer Woche wegen einer Reklamation sich immer noch nicht meldet, nachdem man diese auf deren eigenen Supportseiten reklamiert hat,
    dann ist das für mich kein Support.

  2. Sonja

    schrieb am 10. Oktober 2008 um 13:21 Uhr (#)

    Ich habe nur gute Erfahrungen mit dem Sandisk-Support. Mir wurde bei einem Softwareproblem per E-Mail geholfen und ein anderes Mal habe ich ohne Probleme einen neuen Player bekommen, nachdem mein Sansa scheinbar einen Wackelkontakt an der Kopfhörerbuchse hatte.

    Grüße
    Sonja

  3. max

    schrieb am 18. Oktober 2008 um 20:07 Uhr (#)

    Ein kleiner Nachtrag:
    inzwischen gibt es mit der neusten Firmware für den Fuze (wie auch für den Vorgänger Clip) FLAC- und OGG-Vorbis-Unterstützung, super :):
    http://forums.sandisk.com/sansa/board/message?board.id=sansafuse&thread.id=4880

    Deswegen werd ich mir das Gerät auch demnächst mal zulegen, wenn ich das Geld grad hab, mit der Speichererweiterbarkeit, Akkulaufzeit und der FLAC/OGG-Unterstützung is das einmalig :).

    Und zumindest die Kommunikation in der Sandisk-Community ist nach meinem Eindruck im Forum da super: Da schreiben Leute von Sandisk mit und nehmen gemeldete Bugs und Feature-Requests auf, das hab ich noch bei keinem anderen Hersteller gesehen :).


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