PureCart:
Keine Chance für Keime

PureCart treibt den Hygiene-Fimmel auf eine ganz neue Höhe. Jetzt werden Einkaufswagen desinfiziert.

Meine Großeltern hatten einen sehr lässigen Umgang in Sachen Kinder und Hygiene. Sauberkeit muss sein, aber ein Kind, dass nicht im Dreck spielt, wird erst recht krank. Immerhin waren die beiden Ärzte. Bisher hat mir das nicht geschadet, ich spiele allerdings auch seit geraumer Zeit nicht mehr im Dreck. In den letzten Jahren hat ein Großteil der Reinigungsindustrie die Angst der Bevölkerung vor gemeinen Bakterien und schlimmen Viren entdeckt und so sinnlose Dinge wie “Keimfreie Müllbeutel” entwickelt. Als ob die Dinger noch keimfrei wären, wenn ich sie einmal angefasst habe. Neueste Idee der “Keimfrei” Industrie: eine Waschanlage für Einkaufswagen.

“Eine Millionen Keime!”. So schreit es einem die Seite des Herstellers der PureCart Systems entgegen. Die würden auf den Griffen von Einkaufswagen lauern und nur darauf warten, den Supermarktbesucher gleich ins Grab zu schicken. Ok – ich gebe zu, dass ich mir nicht unbedingt längere Gedanken darüber machen möchte, ob der vorherige Nutzer des Karren sich immer die Finger gewaschen hat, aber meine jahrzehntelange Erfahrung im Umgang mit alten Einkaufswagen und nicht immer sauberen Körben ist die: bisher nichts passiert.

PureCart lassen das nicht gelten, und kommen mit hübschen Argument aller Verschwörungstheoretiker: “Bloß weil du nicht paranoid bist, heißt das noch lange nicht, dass sie nicht hinter dir her sind”. Zu dem führen sie an, dass die Neutralisierung der Millionen Krankmacher gerade mal ein bis zwei US-Cent kosten würde. Das sollte einem die Gesundheit seiner Kunden doch nun wirklich wert sein, sagen die Hersteller.

Was sie nicht verraten: den Preis der gesamten Anlage, und was zum Beispiel die Wartung kostet. Ich vermute mal, dass sie auf jeden Fall teurer ist, als ein paar hübsche Handschuhe von Roeckl.

Wer trotzdem mehr wissen möchte, kann sich auf der Homepage von PureCart informieren Angst machen lassen

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2 Kommentare

  1. Patrick
    schrieb am 17. September 2008 um 20:57 Uhr (#)

    Finde ich gar nicht so verkehrt… Immer mehr Einkaufswagen stehen vor dem eigentlichen Geschäft und sind Umwelteinflüssen ausgesetzt. Wenn ich sehe, wie meine Gartenstühle aussehen, wenn sie ne Woche auf der Terasse stehen, denke ich, dass die Einkaufswagen ähliches abbekommen.

    Zu Zeiten unserer Großeltern standen die Wagen noch in den Läden und es wäre sicherlich keinem Elternteil eingefallen, sein Kind einfach in den Wagen zu setzen (sieht man hier oft genug). Möchte gar nicht wissen, was die Gören alles unter den Schuhen haben, was dann schön im Wagen verteilt wird.

  2. Keimling
    schrieb am 22. September 2008 um 11:12 Uhr (#)

    So wie ich das verstehe geht es dem Hersteller darum, Keime abzutöten welche Krankheiten von Mensch zu Mensch übertragen. Das heisst wenn der Kunde vorher den Schnupfen hatte, und er irgendwelche Krankheitserreger am Einkaufswagen hinterlässt, sollte dieses Gerät diese entfernen, damit der nächste Kunde sicher kein Schnupfen bekommt. Ich schätze mal das diese Krankheitserreger bei Zimmertemperatur bessere “Übertragungsleistung” erziehlen als wenn sie den Temperaturschwankungen der Umwelt ausgesetzt sind. Daher denke ich dass der Einkaufswagen von drausen weniger Krankheitserreger auf sich trägt den der von drinnen.

    Wie auch immer, ich finds sowieso total übertrieben. Irgendwann werden wir soweit sein, dass die ganze Welt einem Operationssaal gleicht. Und dan wird irgendein erreger gegen all die Desinfektionstechniken imun, und wir haben die Pandemie schlechthin. Ich bin kein experte auf diesem Gebiet, aber einem bin ich mir ziemlich sicher: Je sauberer die Umgebung ist in der man aufwächst, desto anfälliger ist man später im Leben.

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