Schlage Internet-Schloss:
Mein Hausschloss phont home

Der Schlosshersteller Schlage schlägt mit den ersten elektronischen Türschlössern zu, die sich per Internet steuern lassen.

Elektronische Schlösser mit Keypads zum Eintippen einer Kennziffer haben deutliche Vorteile nicht nur gegenüber Schlüssel-Schlössern, sondern auch den in immer mehr Hotels anzutreffenden Code-Kartenlesern: Man kann den Schlüssel nicht verlieren, sondern höchstens vergessen.

Nachdem wir nun immer noch auf den längst versprochenen Kühlschrank mit Internetverbindung warten, hat die amerikanische Schrage schon mal die ersten Internet-fähigen Türschlösser entwickelt:

Man kann sich das also wohl so vorstellen, dass, wenn Sohnemann nach der Schule vor dem Haus steht und mal wieder den Code vergessen hat, er Papa am Arbeitsplatz anruft und der den Code der Türe via Internet schnell ändert – worauf zwei Stunden später Muttern mit vollen Einkaufstaschen schimpfend vor verschlossener Türe steht. Oder zuerst via iPhone aufs Türschloss zugreifen muss. Einbrecher müssen sich jetzt wohl auch noch Cracker-Kenntnisse zulegen.

Dabei ist das neue Schlossystem nur etwas für Vermögende. Nicht so sehr, weil es sich bei uns andern nicht lohnen würde, die Türen zu verriegeln – aber weil das Schlossystem dafür sorgen könnte, dass ein paar Wertgegenstände verscherbelt werden müssen, um überhaupt die Kosten für die Schliesserei zu decken:

Das auf dem Hausvernetzungssystem Z-Wave aufbauende LiNK (hören wir endlich wieder auf mit den Gross- und Kleinbuchstaben? Das ist ja sowas von 90er Jahre!) kostet als Anfangsset mit einem Schloss und der Basisstation für den Z-Wave-Internetanschluss schon mal satte 300 Dollar. Jedes weitere Schloss schlägt mit 200 Dollars zu Buche.

Und das ist noch nicht alles: Pro Monat werden dann noch weitere 13 Dollar für die Internet-Applikation zur Türschlosssteuerung fällig.

Plus natürlich die Kosten für den Internet-Hausanschluss. Und wenn die TV-Kabelgesellschaft mal grade wieder einen Ausfall hat, muss Sohnemann ein bisschen länger vor der Türe ausharren. Aber da er ja wohl seinen eigenen Porsche besitzt, dürfte ihm das nicht schwerfallen.

Schlage Schlösser

[Via Switched]

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8 Kommentare

  1. Hoschijan
    schrieb am 10. September 2008 um 17:05 Uhr (#)

    Ja genau, an einem so Sicherheitsrelevanten Ort wie meiner Haustüre, hätte ich auch gerne ein Schloss, dass sich weltweit über das Internet manipulieren lässt.

  2. Peter Pan
    schrieb am 10. September 2008 um 20:46 Uhr (#)

    @Hoschijan danke hab gut gelacht!
    Ich hätte ja lieber ein zeitschloss für meinen kühlschrank :(

  3. Schreibt hier auf dem Blog Martin Wisniowski
    schrieb am 10. September 2008 um 21:21 Uhr (#)

    Wäre eine Onlineüberwachung für den Küchenherd nicht sinnvoller…?

  4. Mr.Smart
    schrieb am 10. September 2008 um 22:27 Uhr (#)

    Ich wollte nur mal mitteilen das mich dieser Pseudoironische Ton der hier neuerdings herrscht ziemlich nervt.
    Wenn ich flache Witze und dämlichen Spott und Hohn hören will kann ich auch Gizmodo.de lesen . Neuerdings.net stach für mich vorallem wegen seines unaufgeregten und sympatischen Stils aus der Masse der Weblogs hervor , wenn die Entwicklung allerdings so weitergeht verstumpft ihr bald in der Masse.

  5. Schreibt hier auf dem Blog Don Dahlmann
    schrieb am 10. September 2008 um 22:27 Uhr (#)

    Mein Reden seit Jahren. WLAN-fähige Webcam in den Ofen, damit man sieht wann die Pizza fertig ist.

  6. Schreibt hier auf dem Blog Peter Sennhauser
    schrieb am 10. September 2008 um 22:59 Uhr (#)

    @Mr.Smart: Danke für die Mitteilung. Wir werden sie an “neuerdings.net” weiterleiten und denen dort sagen, dass sie wohl bald auf Deine Abogebühren verzichten müssen. Inzwischen schlagen wir mal im Wörterbuch nach, was “pseudo-ironisch” genau ist.

  7. Peter Honegger
    schrieb am 11. September 2008 um 10:39 Uhr (#)

    @Mr.Smart
    Also ich komm ja gerade wegen dem pseudo-ironischen Ton hier vorbei ….

    @Redaktion
    Wisst ihr, das bald Welttoilettentag ist. Bitte unbedingt einen tollen Beitrag setzen.

  8. Schüle Schlüsseldienst
    schrieb am 22. September 2009 um 19:14 Uhr (#)

    Hallo,

    muss zugeben das ich aus der Branche komme. Aber Schlage habe ich noch nie gehört :-( Schlösser mit Codepad (TSE Burg Wächter) oder Transponder Zylinder (IKON VersoCliq) sind langläufig bekannt. Auch IKON ermöglicht das ändern einer Schließung drahtlos. Aber das die Türen über das Internet (Zutrittkontrolle) verschlossen oder geöffnet werden können ist mir neu.

    Da ich selbst sehr technik begeistert bin, gehe ich davon aus das es keine Möglichkeit geben wird das ganze auch sicher zu realisieren.

    Als Beispiel sage ich nur Premiere (Sky), kaum haben die ein neuen Verschlüsselungscode erarbeitet, tauchen in dubiosen Foren exakte Anleitungen auf wie diese zu umgehen sind! Quasi ein Volkssport!

    Daher ist meine Meinung:
    Es wird noch sehr viel zeit ins Land gehen bevor die Menschen solch einer Technik 100%ig vertrauen!

    Gruss aus Berlin

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