Fussball-Soundtechnik:
“Werner, das muß ploppen!”
Dank HDTV sieht man den Fußball nun besser auf dem grünen Rasen. Doch man hört ihn nicht. Nur die grölenden Fans auf den Rängen und den sabbelnden Sportmoderator. Das wird nun anders, dank des IRT München-Freimann.
Der Sound-Chef Gerhard Stoll des Münchner Instituts für Rundfunktechnik (IRT) schafft nun Abhilfe:
Bei den meisten Fußballübertragungen im Fernsehen war von den spezifischen Ballgeräuschen bislang wenig zu hören. Der Fernsehzuschauer hat sich daran gewöhnt, akustisch auf den
Zuschauerrängen zwischen den Fans eingebettet zu sein, obwohl er optisch, insbesondere bei HDTV-Übertragungen, viel näher am Spielgeschehen dran ist. Mit der neuen Aufnahmetechnik ist er plötzlich akustisch mitten im Geschehen, und das Spiel wird noch packender. Die Spieler und der Schiedsrichter müssen aber nicht befürchten, dass sie vom Zuschauer belauscht werden können. Ein spezieller Filter überträgt im Wesentlichen nur den Frequenzbereich der Ballgeräusche.Gerhard Stoll, IRT
Zwei Jahre lang forschte das IRT an der optimalen akustischen Ball-Abmischung. Die Lösung sind zwei Richtmikrofone, die 6 m hinter der Torlinie auf 8 m hohen Stativen montiert automatisch anhand der Positionsdaten des Balls nachgeführt werden. Dort ist der Zuschauerlärm am geringsten und es können bis zu 137 km/h schnelle Bälle ordnungsgemäß belauscht werden. Ein Patent ist eingereicht.
Mich persönlich wundert, angesichts der Tatsache, daß auch schon RFID-Chips in den Ball gepflanzt wurden, warum man nicht gleich das Mikrofon in denselben einbaut und dann den Ton aus dem Ball per Funk überträgt. Das Fußballspiel, so auf einer Surroundanlage mit Subwoofer genossen, dürfte fetzen wie die dumpfen Schläge in die Magengrube, die Italo-Western mit Bud Spencer auszeichnen, obwohl in der Realität Prügeleien keine so plakativen Geräusche erzeugen.
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