Spyder TV 3:
Farb- statt Buntfernsehen

Wolf-Dieter Roth, 2. September 2008 12:50 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Spyder 3 TV ist die Variante von Spyder 3, mit der nicht Computermonitore, sondern Fernseher eingestellt werden. Was hat sich gegenüber Version 2 verändert?

Fernseher werden im Laden meist in “Verkaufseinstellung” präsentiert: alles bis zum Anschlag aufgedreht, um bunter zu wirken als das Gerät daneben. Mit naturgetreuer Wiedergabe hat das wenig zu tun. Spyder TV soll dies korrigieren, wir testeten nun nach Spyder 2 TV die neue Version 3 für 125 Euro.

Zunächst einmal ist bei dieser der Sensor kleiner – und empfindlicher. Es ist derselbe Sensor wie bei den anderen Spyder-3-Varianten. Wer noch ein 2er-Modell hat, bekommt gegenwärtig 50 Euro gutgeschrieben, wenn er diesen in Zahlung gibt.

Die Größe würde es erlauben, sogar Taschenfernseher und -DVD-Spieler abzugleichen. Einen DVD-Spieler braucht man hier auch – als Signalquelle. Er liefert die Testbilder von den mitgelieferten DVDs. Was auch bedeutet, daß man eigentlich nicht den Fernseher einmißt, sondern die Kombination aus Fernseher und DVD-Spieler. Wir glichen den noch vorrätigen Sharp LC-52 XL 2E am Pioneer DV-400Vab.

DVDs sieht man anschließend also in optimaler Qualität, die Wiedergabe anderer Signalquellen (DVB-T, VHS-Kassetten, Sat-HDTV…) kann abweichen. Allerdings gibt es die Testbilder von Spyder 3 TV bei Datacolor auh als BMP zum Download – wer also beispielsweise einen Sat-Receiver hat, der auch Bilder von USB-Sticks anzeigt, kann auch diesen mit Spyder 3 TV abgleichen – gegebenenfalls muß er die Testblider zuvor noch auf JPG umsetzen, weil BMP ein außerhalb von Windows-Computern ungebräuchlichs Format ist.

Das Schweizer Unternehmen hinter Spyder wurde übrigens nicht verkauft. Es heißt inzwischen nicht mehr Colorvision, wie bei Spyder 2, sondern Datacolor. Das ist aber nur eine Markenfrage, das Unternehmen ist dasselbe gebleiben, Colorvision ist eine Marke von Datacolor.

Ein Abgleich mit Spyder 3 TV als Screenshots

Statt des automatischen Abgleichs mit 16 Bit wie bei den für Computermonitore bestimmten Varianten von Spyder 3 ist dieser bei Spyder 3 TV manuell zu machen. Das dauert etwa eine halbe Stunde und berücksichtigt auch die Umgebungshelligkeit. Ein Computer ist dazu in Reichweite des Fernsehers erforderlich, um die Anweisungen geben und die Messungen machen zu können.

Die Verwendung des Saugnapfs ist bei Spyder 3 TV nicht mehr an einen Röhrenbildschirm gebunden: Man kann den Sensor entweder mit einem Saugnapf (statt noch deren drei am Spyder 2 TV) auf dem Bildschirm festpappen, was bei LCDs aber mitunter zu Farbverschiebungen führt, oder ihn über den nach hinten geneigten Bildschirm hängen, wozu dann ein Gegengewicht an der Zuleitung entsprechend einzustellen ist.

In der Praxis ist dieses sehr schwer zu verstellen – wer mehrere unterschiedlich große Fernseher mit Spyder 3 TV regelmäßig abgleichen will, hat vermutlich irgendwann eine defekte Leitung. Und wenn der Fernseher nicht schräg geneigt werden kann – wie Computermonitor – muß Tesafilm zu Hilfe gezogen werden oder – was der Schweizer Hersteller empfiehlt – ein Stativ.

Im Ergebnis ist der Abgleich natürlich nicht so exakt wie bei einer Monitorkalibration, doch brauchbar. Die zusätzlichen 125 Euro sind bei einer teuren Heimkino-Ausstattung sicher sinnvoll, auch wenn ein Billig-TV für 150 € vielleicht den Abglich noch viel nötiger hätte. Im Praxistest war das Bild vom DVD-Spieler anschließend deutlich angenehmer – nur etwas zu dunkel. Doch im Gegensatz zu den Computerlösungen kann der Besitzer von Spyder 3 TV das Bild anschließend ja noch nach eigenem Geschmack verpfuschen anpassen.

Datacolor Spyder 3 TV

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1 Kommentar

  1. Lutz
    schrieb am 3. September 2008 um 10:58 Uhr (#)

    Scheint recht praktisch zu sein.

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